017 - Karneval
Ich bin zur Zeit in der Karnevalsregion und trotz Studium im Fasenachtsgebiet ist das ganze für mich doch skuril. Schon auf dem Weg zur Arbeit begegneten mir Indianer, Engel, Cowboys, blau angemalte Menschen, Menschen in bunten Jacken, Hosen, Mänteln usw. Bei manchen war man sich gar nicht sicher, ob das nun verkeleidet oder alltäglich war. Auffalend fand ich zumindest, dass vor allem die Erwachsenen und weniger die Kinder verkleidet waren. Eigentlich ist das doch genau umgekehrt, oder sind an Weiberfastnacht (heißt das hier dann Weiberkarneval?) erstmal die Erwachsenen dran?
Im Büro hatte ich dann auf dem Weg zum Kaffeeautomaten einen Beinahezusammenstoß mit einem Mann der irgendwas zwischen Fliege und Graf Dracula darstellte, das hebt die Stimmung. Oder die Besprechung mit der Kollegin vom Kunden, die in einem Meerjungfrauenkostüm, jedoch ohne Schwanz, dafür mit Rock bei uns im Büro auftauchte.
Für den Kollegen aus Süddeutschland muss es ein noch größerer Kulturschock gewesen sein, obwohl er doch schon einige Jahre länger als ich in Deutschland als Businesskasper unterwegs ist. Er wurde direkt gefragt, warum er nicht verkleidet wäre und wie er überhaupt so ernst sein könnte...
Was ich jedoch neues gelernt habe, ist das man dem Mann einen Kuss (wohin auch immer) geben muss, wenn man seine Krawatte abgeschnitten hat. Das war mir gar nicht so bewusst und erklärt auch, warum so einige Herren immer noch mit einer kompletten Krawatte über die Gänge laufen.
frau_baehr am 27. Februar 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
016 - Bald ragt meine Schulter über meinen Kopf
Anscheinend ziehe ich meine linke Schulter hoch, wenn ich gestresst bin oder mich nicht wohl fühle. Wie die Physiotherapeutin herausgefunden hat scheint das ja mit eine Ursache meiner nicht besser werdend wollenden Bandscheibenvorfälle zu sein. Deswegen habe ich ja beschlossen mich zu entspannen und die Schulter zu wärmen und deswegen ja auch das Welnessprogramm am Wochenende.
Diese Woche ziehe ich die Schulter aber bald über meinen Kopf. Hier im Büro ist es nur noch furchtbar. Die Stimmung ist schlecht, es wird dauerhaft geredet, sich eingemischt, gegeneinander vorgegangen. Das war hier ja schon immer so, diese Woche eskaliert die Situation aber total. Und somit geht die Schulter immer weiter hoch. Geschlafen hab ich auch kaum die Nacht. Was bin ich froh, wenn ich Morgen beim nächsten Kunden bin.
frau_baehr am 26. Februar 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
015 - Schwimmen
Gestern Abend bin ich noch in den Hotelpool gestiegen. Das hat wirklich sehr gut getan und ich hab mal wieder gemerkt wie gerne ich schwimme und im Wasser bin. Ärgerlich ist nur, dass ich kein Brustschwimmen mehr machen sollte, da dadurch die Bandscheiben zu sehr gestaucht werden. Und das ist der einzige Schwimmstil den ich wirklich kann.
Früher habe ich schwimmen, das Schwimmbad und fast alles, außer duschen, was mit Wasser zu tun hat gehasst. Meine Eltern waren nie die Leute, die jeden Tag im Sommer im Schwimmbad oder an einem See verbracht haben. Sie sind auch nie ins Wasser gegangen, oder eben nur mit den Füßen. Außerdem habe ich früher im Schwimmbad und im Wasser immer gefroren. Deswegen hab ich auch mein Seepferdchen damals nicht auf anhieb im ersten Schwimmkurs geschafft, mir war das Wasser im tiefen Becken zu kalt und ich hab mich geweigert da reinzugehen. Außerdem hatte ich zu viel Angst zu ertrinken.
Schwimmunterricht in der Schule war für mich der pure Horror. Mehr als das Seepferdchen hatte ich ja schließlich auch nie gemacht und entsprechend schlecht war meine Schwimmkondition und meine Schwimmkenntnisse. In meiner Schule wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt, die guten Schwimmer und die schlechten. Eigentlich hätte ich ja in die schlechte Gruppe gehört, da hab ich mich immer gesehen. Die Entscheidung, wer in welche Gruppe kommt, wurde jedoch an drei Metern vorschwimmen entschieden. Und die bin ich wohl besonders schön geschwommen. Somit wurde ich immer in die gute Gruppe sortiert. Acht Bahnen einschwimmen waren da für alle, außer mir natürlich, gar kein Problem. Ich hatte immer das Gefühl nach der zweiten Bahn zu ertrinken. Deswegen habe ich mich irgendwann geweigert in die gute Gruppe zu gehen.
Zur Oberstufe habe ich die Schule gewechselt und dort gab es keinen Schwimmunterricht. Wirklich super für mich. Somit musste ich in kein Schwimmbad mehr bzw. konnte frei entscheiden ob ich überhaupt ins Wasser gehe oder vom Rand in der warmen Sonne zuschaue.
Und dann habe ich Herrn Baehr kennengelernt, eine absolute Wasserratte. Der war vielleicht enttäuscht, als er festgestellt hatte, dass ich gar nicht wirklich schwimmen kann und Wasser nicht mag. Badeurlaube fand ich auch immer doof, Herr Baehr liebt das Meer. Somit war unser erster Urlaub ein Kompromiss, wir sind nach Teneriffa geflogen. Dort gab es Meer, sehr viel sogar, aber auch vieles zum anschauen. Direkt vor unserem Hotel, das mittlerweile ein Seniorenheim ist, gab es Meerwasserschwimmbecken in welche Herr Baehr mich überreden konnte reinzusteigen. Da dort auch zu diesem Zeitpunkt schon so viele Senioren waren, gab es einen großen flachen Bereich. Da habe ich mich sicher gefühlt. Und genau da hat Herr Baehr mir erklärt wie das mit dem Schwimmen überhaupt geht, hat mir seine Schwimmbrille aufgesetzt und ist neben mir hergelaufen. Das hat mir Sicherheit gegeben und ich konnte den Kopf ins Wasser tun.
Ein paar Tage später machten wir dann einen Ausflug, Herr Baehr war schnorcheln, ich saß in der Sonne. Weil ich ja schon den Kopf im Wasser gehabt hatte und Herr Baehr ja ganu wusste was er tat, nahm ich allen Mut zusammen. Schwimmbrille auf, Ersatzschnorchel in den Mund und ab ins Wasser, immer an der Hand von Herrn Baehr (die andere brauchte ich um die Nase zuzuhalten). Herr Baehr hat mich dann hinter sich hergezogen und mir die vielen Fische gezeigt. Das war einfach nur toll.
Seit dem Urlaub kann ich schwimmen und bin mit Herrn Baehr viel schwimmen gegangen. Und ich liebe es mittlerweile zu schnorcheln. Ich denke sogar über einen ersten Tauchkurs nach. Wasser ist so super.
Jetzt muss ich nur noch Kraulen lernen, denn das Brustschwimmen geht ja nicht mehr. Mir das beizubringen ist Herrn Baehr leider noch nicht gelungen. Er taucht aber im Schwimmbad geduldig neben mir her um zu schauen was ich falsch machen könnte und wie ich es hinbekommen könnte das ich Luft bekomme und nicht Wasser atme.
Ach ja, den Freischwimmer hab ich übrigens mittlerweile auch. Den hab ich letztes Jahr mit dem neunjährigen Sohn einer guten Freundin gemacht. Der Bademeister war leicht überfordert, als ich gefragt habe, ob ich auch den Freischwimmer machen kann, hat ihn mir dann aber abgenommen.
frau_baehr am 25. Februar 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren