Freitag, 18. April 2014
067 - Ausschlafen
Oder so etwas ähnliches stand heute bei uns auf dem Programm. Ich habe um fünf das erste Mal auf die Uhr geschaut, weil ich total each war. Zum Glück bin ich nochmal eingeschlafen und war mit Herrn Beahr auf einer Fortbildung. Es war auf jeden Fall von meiner Arbeit, aber alle Leute waren ständig nackt und es wurde gezeltet und Unmengen von Bier konsumiert. Aus diesem Wirrwarr bin ich dann aufgewacht und habe mich gefragt, wo Herr Baehr steckt. In der Nacht hatte er zumindest mal eine Weile neben mir gelegen. Im Bad war er nicht zu finden. Also habe ich eine Etage tiefer geschaut. Und da war er dann auch, im Garten am Teich um den neu installierten Filter zu kontrolieren. Das war um halb sieben.

Ausschlafen ist also nicht gelungen, dafür konnten wir den Mirgen im Garten genießen und danach mit einer Tasse Kaffee wieder ins Bett kriechen.



Donnerstag, 17. April 2014
066 - Frühlingsgefühle
Nein, nicht bei Herrn Baehr und mir, da ist grade eher Chaos. Frühlingsgefühle haben im Hause Baehr zur Zeit nur die gefiederten Zweibeiner und davon auch eigentlich nur einer, die andere ist zu faul.

Die letzten beiden Tage habe ich mal wieder seit langem Home Office machen können. Bedeutet für das gefiederte Volk Freigang bzw. -flug. Das sie fliegen können, vergessen sie aber gerne mal, das scheint auch viel zu kompliziert. Die Henne ist sowieso eine ganz faule, sie geht nur dahin, wo man auch zu Fuß und vielleicht noch kletternd mit Hilfe des Schnabels hinkommt. Fliegen tut sie nur im äußersten Notfall oder wenn sie sich erschreckt.

Der Hahn fliegt ab und an mal, aber auch nicht so viel. Vorallem aber, wenn bei ihm die Frühlingsgefühle ausbrechen und er versucht die schönste Ecke oder Höhle zum Brüten zu finden. So auch heute, der Freigang und das schöne Wetter haben ihn dazu angeregt endlich mal das Wohnzimmer zu erkunden. Zweimal hab ich ihn auf dem Boden watschelnd erwischt. Das sieht einfach zu putzig aus, außerdem singt er dann immer so fröhlich. Sie scheint das gar nicht zu interessieren. Manchmal hat man eher den Eindruck sie ist ganz froh mal ihre Ruhe zu haben und zu wissen, dass er beschäftigt ist.



Mittwoch, 16. April 2014
065 - Rien ne va plus
Ich hatte ja schon lange befürchtet, dass es irgendwann so kommt und jetzt kündigt es sich sehr massiv an. Montag hatte ich einen sehr langen Arbeitstag und war, nach wenig Schlaf, Dienstag dann auch ziemlich fertig. Ich hab für die einfachsten Tätigkeiten ewig gebraucht und konnte mich kaum konzentrieren. Mein Kollege fand es komisch, dass ich so arg auf einen Abend arbeiten reagiere. Ab Dienstag Nachmittag kam dann noch so ein leichtes zittern dazu und eine extreme Müdigkeit. Ich hatte schon Angst auf der Heimfahrt im Zug einzuschlafen und den richtigen Ausstieg zu verpassen. Zum Glück bin ich heil daheim angekommen und hab mich von Herrn Baehr bekochen lassen.

Nach einem Telefonat gestern Abend mit meinen Eltern wurde das Zittern dann stärker. Meine Oma wurde gestern wieder auf die Intensivstation verlegt (ist mittlerweile wieder runter). Mein Vater ist total fertig und weiß nicht wie es weiter geht. Meine Mutter natürlich auch und hat dazu noch eine Nervenentzündung und somit starke Schmerzen. Das macht mir natürlich auch Sorgen.

Wie oben schon geschrieben, ich hatte erwartet, dass irgendwann der Moment kommt, an dem ich nicht mehr kann. Schon das Ende meines Studiums war furchtbar, hat unglaublich viel Kraft gekostet und mich wirklich an meine Belastungsgrenzen gebracht. Danach hatte ich kaum eine Möglichkeit mich zu erholen, denn ich habe fast direkt angefangen zu arbeiten. Dazu kam, dass meine Mutter in der Zeit zwischen Studium und Arbeit sehr krank war und ich mir natürlich Sorgen gemacht habe. Mein Job ist jetzt natürlich auch nicht gerade unbelastend, die viele Reiserei, die unterschiedlichen Kunden mit ihren verschiedenen Ansprüchen, die Zankereien beim Kunden. Das belastet alles sehr und vielleicht jetzt zu sehr.

Erholung wird das Osterwochenende nicht bringen, denn da sind wir alleine schon zweimal bei der Familie von Herrn Baehr eingeladen und einmal bei meiner Familie. Außerdem wollte Herr Baehr noch seine Freunde zum Grillen einladen. Mal sehen, ob ich ihm das wenigstens ausreden kann. Ich brauche einfach mal Zeit für mich und zum ausruhen.