Freitag, 16. Mai 2014
094 - Jeder weiß was
Und vor allem weiß es jeder besser. Ich hab zur Zeit wieder extreme Rückenschmerzen. Kann kaum stehen oder gehen und auch sitzen funktioniert nicht so lange wie ich es gerne möchte. Wenn ich jemandem von meinem Rücken erzähle, dann kommen die unterschiedlichsten Reaktionen.

1. Ich hab auch Rückenschmerzen. Blabla... Das sind dann die Leute, die ewig lang erzählen, wie schlimm es ihnen doch geht. Es zwickt da nämlich ab und zu so ein bisschen im Rücken. Ganz furchtbar übrigens. Da sind meine Schmerzen schnell vergessen.

2. Ich kannte da mal jemanden, der hatte auch einen Bandscheibenvorfall und dem hat super geholfen
a) ganz viel Sport
b) gar kein Sport
c) sich einrenken lassen
d) Massagen
e) Akkupunktur
usw. Super, was davon ist aber das richtige für mich. Schlimm ist es, wenn die Leute dann fast beleidigt sind, wenn man sagt, dass man es erst ausprobieren möchte, wenn man es mit dem Arzt abgeklärt hat.

3. So kann das doch nicht weitergehen. Meine Mutter sagt das sehr gerne. Mal in einem mitleidigen Ton, mal ermahnend. Gerne wird dann noch hinterhergeschoben, dass ich doch auch wirklich am Ball bleiben muss. Das kann doch so wirklich nicht weiter gehen. Das sollten diese Leute mal dem Arzt sagen, der mich immer wieder wegschickt.

4. Ich kann dich verstehen, ich hatte selbst einen Bandscheibenvorfall. Diese Schmerzen sind furchtbar. Danke, diese Antwort gefällt mir. Bei allen anderen fühle ich mich oft so missverstanden, oder habe das Gefühl ein Hypochonder zu sein.



Mittwoch, 14. Mai 2014
093 - Wenn man aneinander vorbeiredet
Heute ein herrliches Gespräch mit dem Kollegen per Telefon geführt:

Kollege: Wenn du magst, auf meinem Schreibtisch hier liegt ganz viel Tee, den hab ich angeschleppt, weil hier so wenig war. Kannst dir gerne was nehmen, wenn du kommst.

Frau Baehr: Ich weiß gar nicht wann ich das nächste Mal wieder in der Stadt am Rhein bin.

Kollege: Wieso?

Frau Baehr: Wir hatten doch darüber gesprochen, dass ich nur an der unheimlich komplizierten Sache arbeite und es deswegen keinen Sinn macht dorthin zu fahren.

Kollege: Das hängt ja davon ab, wie es deinem Rücken geht. Wie geht es dem denn?

Frau Baehr: Naja, nicht so gut, ich ignoriere ihn gerade. Aber ich hoffe, dass es bis nächste Woche besser ist. Aber da sollte ich ja eh nicht kommen.

Kollege: Darüber hatten wir aber noch nicht gesprochen.

Frau Baehr: Doch, Montag. Da hattest du gesagt ich arbeite nur an der unheimlich komplizierten Sache und muss nicht kommen.

Kollege: Wir haben doch gestern gesprochen und da hast du gesagt, du musst mal schauen, wie es mit deinem Rücken ist.

Frau Baehr: Nein, wir haben doch Montag darüber gesprochen, gestern haben wir doch nur besprochen, dass ich diese Woche nicht komme. Moment, von welcher Woche sprichst du?

Kollege: Von dieser.

Frau Baehr: Das klärt so einiges, ich spreche von nächster Woche.

Kollege: Ich dachte nämlich, du denkst noch darüber nach diese Woche zu kommen, nur eben heute nicht.

Frau Baehr: Nein, ich komme diese Woche auch nicht, das lohnt sich nicht mehr. Morgen feiert doch mein Vater Geburtstag, da hätte ich ja eh früher wieder heimreisen müssen.

Kollege: Achso, so ein Kommunikationsproblem ist schon lustig. Naja, dann trink ich den Tee alleine.



Mittwoch, 14. Mai 2014
092 - Ich stell mich wohl nur an
Da die Rückenschmerzen wieder so schlimm sind, dass ich kaum laufen, stehen und sitzen kann, habe ich eine Anfrage bei der Krankenkasse gestartet. Dort habe ich den ganzen bisherigen Verlauf geschildert. Habe geschrieben, dass ich einen Rückfall hatte, das die Therapie nicht anschlägt, dass ich keinen Sport machen kann, da alles Schmerzen bereitet. Ich habe das Gefühl, dass da irgendwas nicht in Ordnung ist und fühle mich vom Arzt nicht ernst genommen. Und vor allem hab ich geschrieben, dass ich seit Oktober 2012 keinen (!) Tag schmerzfrei war.
Und was kommt als Antwort? Die Behandlung wäre ganz normal. Solange die Schmerzen nicht in die Beine ausstrahlen müsste man auch kein neues MRT machen (gut, dass es jedesmal bis zum Knie mindestens ausstrahlt). Es wäre wichtig, die Mobilität des Patienten herzustellen. Durch die Blume gesagt, ich stell mich wohl nur an und soll Sport machen. Schmerzen? Ist doch nicht so schlimm.
So langsam weiß ich nicht mehr weiter. Mein Sozialleben leidet darunter. Auf der Arbeit werden sie es sich auch nicht ewig gefallen lassen, dass ich immer wieder Probleme hab. Hätte ich nicht Herrn Baehr wäre ich wahrscheinlich schon vor den nächsten Zug gesprungen...