Mittwoch, 20. August 2014
190 - Der flexible Straßenbahnfahrer
Heute hatte ich einen besonders mitteilungsbedürftigen Straßenbahnfahrer. Immer wieder öffnete er die Tür zur Fahrerkabine und redete mit den Fahrgästen, die direkt davor standen. Er erklärte zum Beispiel, dass es neuerdings auch schwarze Kanninchen an der Messe gäbe. Diese wären aber keine echten Stadtkanninchen, sondern ausgesetzte Heimtiere. Es ist ja wieder die Zeit, Ferien und so, er habe quasi den Käfig noch gesehen.

Ein paar Stationen weiter gab er Hinweise welche Hotels gut und welche schlecht sind. Alles auf Englisch, schließlich waren grade zwei englischsprechende junge Männer eingestiegen. Und alles beim Fahren, Blick natürlich nach hinten zu den Fahrgästen.

An einer Station stand er plötzlich auf, kam aus der Fahrerkabine raus, teilte den beiden jungen Männern mit: "My boss wants me to be more flexible." und stieg aus. Er lief zielsicher auf einen Mast zu, an dem das Haltestellenschild befestigt war und blieb dicht davor stehen. Im ersten Moment sah es so aus, als wolle er dort hinpinkeln. Doch dann schwang er sein rechtes Bein nach oben und stand sozusagen im Spagat an der Stange. Blieb kurz so stehen, nahm das Bein wieder runter, stieg wieder ein und sagte: "I hope this is flexible enough"



Montag, 18. August 2014
189 - Vegetarisch, oder so ähnlich
Heute hatte ich mit einigen Kollegen eine finale Telko wegen der Grillveranstaltung am Wochenende. Es wurde nochmal alles durchgegangen, abgesprochen wer wann was organisiert oder reserviert. Der Kollege, der das Fleisch besorgt merkte irgendwann an, er würde für die, die kein Fleisch essen Grillkäse kaufen. Oder Hühnchen oder sowas in der Art. Mal sehen, was es dann so für die Vegetarier gibt.



Montag, 18. August 2014
188 - Baden
Heute habe ich gebadet, das mache ich sonst nur sehr selten. Und ich saß sogar recht lange in der Wanne. Herr Baehr hatte mich irgendwann schon gesucht, da er sich nicht vorstellen konnte, dass ich immer noch im Bad wäre. Ich bin sonst nämlich nicht der Badewannenmensch.

Schon bei meinen Eltern wurde so gut wie gar nicht gebadet. Erstens war es Wasserverschwendung, zweitens unbequem und drittens sehr langweilig. Ich und anscheinend auch der Rest meiner Familie, kann sich in der harten Wanne liegend nicht entspannend und dem ganzen auch nichts abgewinnen. Deswegen wurde im Zuge der Badrenovierung im Haus meiner Eltern die Badewanne abgeschafft und eine große Dusche eingebaut.

Hier haben wir eine Wanne und Herr Baehr hat sie am Anfang auch oft genutzt. Herr Baehr kann stundenlang in der Wanne liegen, er liest dort. Das kann ich überhaupt nicht. Mit nassen Händen das Buch halten, sich dabei irgendwie noch festhalten, damit man nicht runterrutscht und das Buch versenkt. Super unbequem.

Jetzt habe ich aber vor kurzem festgestellt, dass der Kindle in der Badewanne viel handlicher ist. Den kann man mit einer Hand festhalten, hat also die andere um sich irgendwie abzustützen, damit man bequemer sitzt. Und er lässt sich auch besser halten als ein Buch. Und somit kann ich mich jetzt beim Baden beschäftigen. Und wenn das Buch spannend ist, kann es passieren, dass ich eine Stunde in der Wanne liege. So ändern sich Gewohnheiten und Empfindlichkeiten.



187 - Wenn man schon keine Kinder hat
... dann braucht man andere Dinge, über die man sich bei Partys austauschen kann. Zum Beispiel die Probleme und Sorgen, die man mit Teich- und Aquariumsfischen hat. Oder was welches Tier alles für Futter tut. Welches Kunststück der Vogel kann oder eben nicht. Und was man alles für die Tiere tut, Meerschweinchinaltersheim, Inhalation für den Vogel usw. Wir werden alt.