Montag, 25. August 2014
196 - Mut haben einzugreifen
Die ganze Zeit geistert in meinem Kopf noch ein Erlebnis von Samstag herum. Herr Baehr und ich waren bei dem Grillfest meiner Arbeit. Das ganze fand in einem öffentlichen Park statt. Dort gibt es einen Kiosk, an dem man Tische und Bänke leihen kann, Bier kaufen kann und auch zur Toilette gehen kann.

Kurz vorm Ende der Veranstaltung beschlossen Herr Baehr und ich schnell zu dem Kiosk zur Toilette zu gehen und kamen sozusagen mitten in eine Schlägerei rein, die direkt davor stattfand. Ich war froh, dass Herr Baehr dabei war, merkte aber, dass ihm das ganze auch nicht geheuer war. Jetzt ist Herr Baehr ja sehr gut gebaut, also eher kräftig, aber auch nicht so der Typ, der voranprescht und sich in eine Schlägerei einmischt.

Erschreckend fand ich, dass bis auf einen Mann, der versuchte halbherzig einzugreifen, alle anderen Kioskgäste drumherum saßen und zuschauten. Alle natürlich schon leicht angetrunken und mit Bier in der Hand. Gesagt hat keiner was, getan auch nicht. Herr Baehr und ich beratschlagten kurz, was wir machen sollten, da kam von der Seite eine Frau und rief, sie würde jetzt die Polizei anrufen. Das brachte kurz Bewegung in die Sache, an der Polizei war wohl keine der Gestalten dort sonderlich interessiert. Da die Schlägerei aber weiterging, rief die Frau bei der Polizei an.

Tatenlos zusehen wollte ich auch nicht, traute mich aber nicht dazwischen zu gehen. Und Herrn Baehr zu schicken, der auch Angst hatte, fand ich nicht ok. Also rief ich von weitem schön laut, dass es jetzt langsam mal genügen würde. Das machte eine Joggerin auf das ganze Aufmerksam, die sich mir anschloss und auch rief, dass es genügen würde und endlich mal jemand einschreiten sollte. Tatsächlich wurden dann ein paar Männer aktiv und trennten die beiden. Wohl nur für kurze Zeit, denn von weitem konnten wir kurz darauf sehen, dass sie wieder angefangen hatten. Zum Glück kam dann irgendwann die Polizei und auch ein Krankenwagen und beendete das ganze.

Trotzdem frage ich mich jetzt die ganze Zeit, ob wir richtig gehandelt haben. Ich bewundere die Frau, die die Polizei gerufen hat, obwohl ihr von den anderen Leuten gedroht wurde sie solle bloß nicht die Polizei rufen. Das war auf jeden Fall mutig und richtig. War es aber genug, dass ich "nur" gerufen habe? Ist es in Ordnung, dass Herr Baehr sich gar nicht rantraut, obwohl er es mit Sicherheit kräftemäßig schaffen würde? Eigentlich ja, eigentlich aber auch nicht. Ich bin mir nicht sicher.



Sonntag, 24. August 2014
195 - Lieblingsserie
Ich habe eine absolute Lieblingsserie, Gilmore Girls. Das letzte Jahr habe ich damit verbracht alle Folgen mal hintereinander und in der richtigen Reihenfolge zu sehen. Und dabei habe ich festgestellt, dass es tatsächlich eine Folge gibt, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Andere dagegen kann ich mitsprechen, weil ich sie schon tausendmal gesehen habe.

Sonntagsabends laufen im Fernsehn jetzt immer zwei Folgen. Und ich schau sie natürlich, auch wenn ich sie ja mittlerweile alle kenne. Nur heute habe ich etwas entdeckt, was mir bisher noch nicht aufgefallen war. Ein Filmfehler und zwar ein richtig schlimmer. Ich bin ja sonst echt gut darin solche Fehler zu finden und war entsetzt, dass mir so ein schlimmer nicht aufgefallen ist. Und das so ein blöder Fehler gemacht wird. Herr Baehr hat über mich gelacht.



Sonntag, 24. August 2014
194 - Warum kuckst du so
Mein entspannter Gesichtsausdruck sieht für Leute die mich nicht kennen wohl eher nicht nach Entspannung aus. Ich werde dann häufig gefragt: " Warum kuckst du so traurig?" oder "Was ist los? Du kuckst so böse." Das nervt. Eine zeitlang habe ich versucht darauf zu achten und habe versucht freundlich zu kucken. Das ist aber super anstrengend, vor allem bei Menschen, die ich nicht oft oder zum ersten Mal sehe. Schließlich muss ich mich ja auch noch auf Small Talk und diese ganzen Dinge konzentrieren.

Heute war wieder so ein Tag, wo ich von der ewigen Warum-Fragerei total genervt war. Als der eine Kollege beim Grillfest zum dritten Mal fragte warum ich den so traurig sei konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass ich immer so aussehe. Dsnach war Ruhe. Und es hat echt gut getan sowas mal zu sagen.