202 - Was man in der ersten Nacht träumt
Vor genau einem Jahr sind Herr Baehr und ich umgezogen. Ich erinnere mich noch, dass wir in der Zeit vor Aufregung kaum geschlafen haben. An unserem Umzugstag waren wir schon um sechs Uhr früh wach und konnten es kaum erwarten bis die Helfer kamen. Die erschienen aber erst um neun, dafür aber zahlreich. Innerhalb kürzester Zeit war das gemietete Riesenauto vollgepackt und ich mit einem Freund auf dem Weg zu Ikea. Ein Umzug von knapp 60 Quadratmetern auf 180 Quadratmeter hat dann doch einen ganzen Tag und zwei Fuhren mit dem Riesenauto, eine mit dem Anhänger des Freundes und drei Autos gebraucht.
Als wir vor einem Jahr im neuen Heim ins Bett gestiegen sind, haben wir uns vorgenommen was schönes zu träumen. Man sagt ja, dass das was man in der ersten Nacht träumt auch in Erfüllung geht. Ich meine, dass ich damals auch wirklich was geträumt habe und war überzeugt, dass ich es mir auch auf jeden Fall merke. Was auch immer es war, ich habe es vergessen. Ob es in Erfüllung geht kann ich jetzt leider nicht sagen. Da ich auch nicht plane in nächster Zeit umzuziehen wird eine Wiederholung des Tests schwierig. Macht nix.
frau_baehr am 01. September 14
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201 - Ihr habt ja keine Kinder
Wie ich diesen Satz hasse. Ja haben wir nicht, hätten wir aber gerne. Das kann man nur irgendwie nicht sagen, sollte ich aber vielleicht doch irgendwann mal tun.
Heute war ein Treffen mit Freunden angesetzt. Alle haben schon Kinder zwischen einem halben Jahr und zweieinhalb. Wir kamen als letztes am Treffpunkt an und wurden mit den Worten begrüßt: "Ja, ja, die die keine Kinder haben kommen zu spät!" Äh ja, was hat das damit zu tun. Herr Baehr braucht nun eben Morgens lange im Bad und trödelt da gerne mal. Mich macht das wahnsinnig, aber es ist nun eben mal so. Aber anscheinend ist es nicht legitim zu spät zu kommen, wenn man nicht noch den Kinderwagen, das Kind und den halben Hausstand einpacken muss.
Ich traue mich vor vielen Freunden mit Kindern auch gar nicht mehr zu sagen, dass ich müde bin, weil ich nicht so viel geschlafen habe. Dann bekomme ich immer zu hören wie gut wir es doch hätten, weil wir keine Kinder haben. Eine der Frauen dort hält mir das auch immer vor, wenn wir am Wochenende telefonieren und ich Mittags noch im Schlafanzug bin. Ja, es ist toll am Wochenende ausschlafen zu können. Trotzdem werde ich auch mit Kind später nicht jedes Wochenende früh aufstehen, mich duschen und hübsch machen. Das Kind findet mich sicherlich auch im Schlafanzug toll.
Auch wenn ich das alles für mich weiß, sind solche Sprüche immer wie ein Schlag in die Magengegend. Ich möchte ein Kind, lieber heute als morgen. Jetzt ist es aber gerade nicht so, da muss man mir das nicht auch noch ständig aufs Brot schmieren. Ich merke schon, ich muss da das nächste Mal was sagen.
frau_baehr am 30. August 14
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200 - Small Talk
Wenn es etwas gibt, dass ich nicht gut kann, dann sind es spontane Gespräche über Belanglosigkeiten, also Small Talk. Ich musste mit der Zeit erst lernen, dass jemand, der nach meinem Wohlbefinden fragt, keine ehrliche Antwort erwartet sondern nur hören möchte, dass es mir gut geht. Erwartet wird dann meistens, dass man ebenfalls fragt, wie es dem anderen geht. Sind diese Nettigkeiten aber ausgetauscht, weiß ich oft nicht weiter. Mir fällt nichts ein, was ich erzählen könnte oder was ich fragen könnte. Ich kann keine lustigen Geschichten einfach so erzählen. Ich bin jetzt auch nicht der Typ, der stundenlang redet (außer mit Herrn Baehr). Ich sehe einfach keinen Sinn darin, ständig Dinge auszusprechen, die nicht wichtig sind.
Gestern hatte ich wieder eine Situation in der gerade der Small Talk sehr gefragt war. Ein anderes Projekt hatte mich und einige andere Kollegen zum Abendessen eingeladen um uns besser kennenzulernen und evtl. für das Projekt zu gewinnen. Ich bin sehr interessiert an dem Projekt, da es hier in der Nähe ist und ich dort eine lange Zeit bleiben könnte. Es war klar, dass in dieser Essenssituation nicht nur über mein Können und meine bisherige Erfahrung gesprochen werden würde. Darüber zu sprechen fällt mir zwar auch nicht leicht, ich habe aber in den letzten Jahren gelernt genau das zu sagen, was ich auch kann und mich nicht immer schlechter zu machen.
Vorbereiten kann man sich auf so einen Abend leider auch nicht. Witze oder sowas auswendig zu lernen ist völlig albern, das geht wahrscheinlich eher nach hinten los. Deswegen habe ich versucht einfach ich zu sein, denn so wie ich bin, werde ich auch im Projektalltag sein. Und da die Leute sehr nett waren, sehr aufgeschlossen und sehr viele Fragen gestellt haben, habe ich nicht nur schweigend mit dabei gesessen.
Anstrengend war der Abend aber allemal. Die vielen fremden Leute, die vielen Fragen, die Lautstärke und die körperliche Nähe (ich hasse Berührungen von fremden Personen) haben mich ganz schön geschafft. Trotzdem denke ich, dass ich mich ganz gut verkaufen konnte und hoffe, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat. Nächste Woche weiß ich hoffentlich mehr.
frau_baehr am 29. August 14
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