Montag, 8. September 2014
210 - Gehe ich den richtigen Weg
In letzter Zeit habe ich mich oft gefragt, ob meine Entscheidungen tatsächlich die richtigen sind. Ich hatte ja schon berichtet, dass ich ein sehr gutes Angebot von der Partnerfirma bekommen habe, dort aber nicht hingehen möchte. Mehr Geld ist ja toll, wieder mehr reisen aber nicht. Deswegen hatte ich mir vorgenommen rechtzeitig mit der Projektsuche zu beginnen und war sehr sicher, dass ich hier etwas finde.

Eigentlich ist es so, dass bei uns in der Firma die Leute Wohnortnah eingesetzt werden, damit die Reisekosten möglichst gering gehalten werden. Ich habe nun damals eben das Angebot für das Projekt bekommen, dass ich zur Zeit mache und bin für die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe auch sehr dankbar. Trotzdem war es ein Projekt mit sehr viel Reiserei, zu viel für mich wie ich mittlereweile festgestellt habe.

Alle Kollegen, dich ich kenne und die hier in der Umgebung wohnen, arbeiten auch hier irgendwo auf einem Projekt. Viele von ihnen haben schon mehrere Projektwechsel hinter sich, alle immer in der Nähe ihres Wohnortes. Somit war ich davon ausgegangen, dass es ja recht leicht sein sollte etwas zu finden. Scheint es aber nicht zu sein, obwohl mein Profil für die Projekte wohl sehr interessant ist, da ich so breit aufgestellt bin. Ich hatte eine Einladung zum Abendessen, mehrere Empfehlungen von Kollegen, Nachfragen von Projekten und nie eine konkrete Anfrage.

Mittlerweile frage ich mich, ob es richtig gewesen ist diesen Job zu behalten. War es klug sich nichts anderes zu suchen, nur weil wir planen ein Kind zu bekommen, irgendwann in näherer Zukunft. Ist es so viel einfacher den Job zu wechseln wenn ein Kind da ist. Wahrscheinlich nicht, das macht es sicherlich noch schwieriger.

Ich bin zur Zeit gefrustet. Im alten Projekt habe ich kaum noch was zu tun, ein neues ist nicht in Sicht und Urlaub habe ich dieses Jahr auch noch keinen wirklich gemacht. Das ist auch der Punkt, den Herr Baehr (zu recht) kritisiert. Wir haben seit über einem Jahr keinen Erholungsurlaub mehr gemacht und jetzt wo das Projekt zu Ende geht wäre der perfekte Zeitpunkt. Da ich aber flexibel sein wollte und so gehofft hatte hier was zu bekommen, habe ich mich nicht getraut Urlaub zu nehmen. Jetzt ärgere ich mich, denn anscheinend hat ja doch kein Projekt hier in der Nähe Interesse an mir. Wer weiß wo ich ab Mitte Oktober bin. Ich hab jetzt schon keine Lust.



Montag, 8. September 2014
209 - Glückliche Momente
Oft sehe ich andere Paare, wie sie sich glücklich anlächeln, sich umarmen oder küssen. Und dann schaue ich Herrn Baehr an und denke mir, das haben wir nie. Wir sind nicht so das typische Pärchen, halten uns nicht ständig an den Händen oder umarmen und küssen uns viel. Aber das wir das nie haben stimmt nicht.

Heute war so ein Tag voller schöner Momente. Es fing schon mit Albernheiten nach dem Aufwachen an. Danach ein gemütliches Frühstück. Ein Ausflug zum Pflanzenmarkt im Freilichtmuseum mit einem schönen Spaziergang. Eine Umarmung am Teichrand. Gemeinsames Pflanzen des neuen Bodendeckers. Abendliches spontanes grillen mit Currywurstsoße und anschließendem Marshmallowgrillen über der Kerze. Und zum Abschluss des Tages noch ein Kompliment.

Ich sage nie wieder, dass Herr Baehr und ich keine schönen, wunderbaren, glücklichen, einzigartigen Momente haben.



208 - Kraftsport Gartenarbeit
Heute waren mal wieder ein paar Büsche fällig. Gemeinsam mit den Nachbarn haben wir das riesige Beet vor unseren Grundstücken bearbeitet. Die Stadt hatte eigentlich vor zwei Jahren zugesichert, dass bald mal jemand kommt und das wegschneidet. Da aber bisher nichts passiert ist und das ganze Zeug in unsere Einfahrt wächst und es dazu auch noch schlimm aussieht, haben wir beschlossen es selbst zu machen. Herr Baehr und der Nachbar haben geschnitten, ich habe gefegt, Kirschlorberkirschen, eklig.

Heute Abend haben wir dann festgestellt, dass wir beide Muskelkater von der Arbeit heute haben. Liegt vielleicht daran, dass wir beide nicht so sportlich sind und beide ITler (also die Menschen, die nur vom Licht des Monitors gebräunt werden...). Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man sich bei so einer Arbeit doch sehr viel bewegt und ganz schön was an Gewicht hebt und bewegt.

Jetzt ist es ja so, dass der Orthopäde der Meinung ist ich muss mehr Sport machen. Was genau er sich unter Sport vorstellt ist mir nicht ganz klar. Einmal die Woche Schwimmen gehen und jeden Tag 15 Minuten Gymnastik sind in seinen Augen kein Sport. Auf die Frage was ich denn machen könne, sagte er es wäre eigentlich alles möglich. Nur eben kein Kampfsport und nichts mit schwer heben und nichts wo ich renne. Also am Besten Walken oder Rad fahren oder eben Schwimmen, aber anscheinend nicht so wie ich das mache. Gartenarbeit zählt sicherlich für ihn auch nicht als Sport, trotzdem würde ich das gerne beim nächsten Mal als Antwort auf die Frage nach meinen sportlichen Aktivitäten geben. Mal sehen was er dazu sagt.



Samstag, 6. September 2014
207 - Der Zahnpastamerkspruch
Ich habe schmerzemfindliche Zähne, ganz schlimm. Deswegen hat mir die Mutter des Patenkinds, die Zahnarzthelferin ist, empfohlen die Zahnpasta mit dem schönen Merkspruch zu kaufen. Das wäre nämlich, wie sie erst kürzlich in einer Fortbildung gelernt hatte, mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie wirklich einen positiven Effekt hat und besser ist als ander Zahnpasta.

Jetzt hat man da ja nicht nur eine Tube, sondern zwei. Eine für Morgens, eine für Abends, zwei Tuben, zwei Namen, zwei Farben. Man könnte annehmen, dass es nicht so schwer ist immer die richtige zu verwenden. Und eigentlich kann ich mir Dinge gut merken, Telefonnummern, Wegbeschreibungen, Erzählungen und so weiter. Aber jeden Abend und jeden Morgen muss ich mir den Merkspruch aufsagen, damit ich die richtige Zahnpasta benutze (und nein, ich bin nicht verrückt, ich mag es nur nicht gegen Regeln zu verstoßen und ja, für mich ist es eine Regel, dass die eine nur Morgens und die andere nur Abends zu benutzen ist).