Donnerstag, 11. September 2014
212 - Wer bist du?
Ich arbeite jetzt seit drei Jahren mit den gleichen Kollegen zusammen. Man lernt sich mit der Zeit kennen und tauscht sich auch mal über Hobbies und Familie aus. Ich weiß wie alt die Kinder der anderen sind und wer von ihnen verheiratet ist. Zumindest dachte ich bisher, dass ich das weiß.

Ich habe einen Kollegen, der aus meiner Firma kommt, die anderen sind alle aus der Partnerfirma. Mit diesem Kollegen verstehe ich mich sehr gut, wir wissen genau wie der andere tickt und ergänzen uns wirklich gut. Waren wir mal auf demselben Projekt, haben wir auch Abends immer mal wieder was zusammen unternommen. Wir haben uns über Freizeitaktivitäten, Gartengestaltung, unsere Wohnungen, seine Weltreise und all sowas unterhalten. Ich würde fast sagen wir sind sowas wie Freunde.

Jetzt reist dieser Kollege seit Anfang September um die Welt und berichtet darüber auf seinem Blog. Und jetzt kam ein Eintrag für seine Tochter. Moment, seine Tochter? Noch nie hatte er irgendetwas von einer Tochter erzählt. Auch nicht, wenn die anderen Kollegen von ihren Kinder erzählten. Jetzt frage ich mich, was weiß ich von ihm überhaupt und warum hält man sowas geheim. Ich bin verwirrt und war froh, dass auch Herr Baehr das sehr verwirrend und nicht normal fand.



Dienstag, 9. September 2014
211 - Lesen
Ich lese viel und sehr gerne. Ich habe fast immer ein Buch oder den Kindle dabei. Ich lese überall und bin dann oft wie weggetreten. Und eigentlich kann ich auch lesen und gegen die Fahrtrichtung in der Bahn sitzen. Eigentlich. Heute nicht, heute hätte ich in der Bahn beinah mein Mittagessen wiedergesehen. Sehr ärgerlich und hoffentlich kein neuer Dauerzustand.



Montag, 8. September 2014
210 - Gehe ich den richtigen Weg
In letzter Zeit habe ich mich oft gefragt, ob meine Entscheidungen tatsächlich die richtigen sind. Ich hatte ja schon berichtet, dass ich ein sehr gutes Angebot von der Partnerfirma bekommen habe, dort aber nicht hingehen möchte. Mehr Geld ist ja toll, wieder mehr reisen aber nicht. Deswegen hatte ich mir vorgenommen rechtzeitig mit der Projektsuche zu beginnen und war sehr sicher, dass ich hier etwas finde.

Eigentlich ist es so, dass bei uns in der Firma die Leute Wohnortnah eingesetzt werden, damit die Reisekosten möglichst gering gehalten werden. Ich habe nun damals eben das Angebot für das Projekt bekommen, dass ich zur Zeit mache und bin für die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe auch sehr dankbar. Trotzdem war es ein Projekt mit sehr viel Reiserei, zu viel für mich wie ich mittlereweile festgestellt habe.

Alle Kollegen, dich ich kenne und die hier in der Umgebung wohnen, arbeiten auch hier irgendwo auf einem Projekt. Viele von ihnen haben schon mehrere Projektwechsel hinter sich, alle immer in der Nähe ihres Wohnortes. Somit war ich davon ausgegangen, dass es ja recht leicht sein sollte etwas zu finden. Scheint es aber nicht zu sein, obwohl mein Profil für die Projekte wohl sehr interessant ist, da ich so breit aufgestellt bin. Ich hatte eine Einladung zum Abendessen, mehrere Empfehlungen von Kollegen, Nachfragen von Projekten und nie eine konkrete Anfrage.

Mittlerweile frage ich mich, ob es richtig gewesen ist diesen Job zu behalten. War es klug sich nichts anderes zu suchen, nur weil wir planen ein Kind zu bekommen, irgendwann in näherer Zukunft. Ist es so viel einfacher den Job zu wechseln wenn ein Kind da ist. Wahrscheinlich nicht, das macht es sicherlich noch schwieriger.

Ich bin zur Zeit gefrustet. Im alten Projekt habe ich kaum noch was zu tun, ein neues ist nicht in Sicht und Urlaub habe ich dieses Jahr auch noch keinen wirklich gemacht. Das ist auch der Punkt, den Herr Baehr (zu recht) kritisiert. Wir haben seit über einem Jahr keinen Erholungsurlaub mehr gemacht und jetzt wo das Projekt zu Ende geht wäre der perfekte Zeitpunkt. Da ich aber flexibel sein wollte und so gehofft hatte hier was zu bekommen, habe ich mich nicht getraut Urlaub zu nehmen. Jetzt ärgere ich mich, denn anscheinend hat ja doch kein Projekt hier in der Nähe Interesse an mir. Wer weiß wo ich ab Mitte Oktober bin. Ich hab jetzt schon keine Lust.