Mittwoch, 17. September 2014
219 - Beurteilungen
In meiner Firma ist es so, dass wir jährlich beurteilt werden und anhand dieser Beurteilung ein Vergleich mit Kollegen auf demselben Level gezogen wird. Und als Ergebnis dieses Vergleichs wird festgelegt wer wie viel Gehalt bekommt und wer schneller befördert werden wird.

Ich hatte für das letzte Jahr eine sehr gute Beurteilung und hatte mit meinem Vorgesetzten und dem Chef darüber auch schon über die Möglichkeit einer Vorzeitigen Beförderung gesprochen. Mein Kollege, der Vorgesetzte, hat also auch dementsprechende Bemerkungen in die Beurteilung geschrieben. Außerdem ist er derjenige, der in einer ersten Vergleichsrunde für mich eintritt. In einer zweiten Vergleichsrunde ist dann ein Kollege, eine Art Mentor, für mich zuständig. Der kann aber an der Platzierung nur noch was ändern, wenn es um Beförderung oder nicht geht.

Heute hat mich mein Mentor angerufen und mir gesagt, dass ich mit einem nicht so guten Ergebnis aus diesem ganzen Beurteilungsprozess rausgegangen bin. Das hat mir überhaupt nicht geschmeckt und war irgendwie verletzend. Ich habe mir die letzten Jahre den Arsch aufgerissen, die Kunden beurteilen mich überdurchschnittlich gut, mein Kollege beurteilt mich überdurchschnittlich gut und ich komme mit einem schlechten Ergebnis raus. Das versteh ich nicht.

Also habe ich nach dem Gespräch im Zug gesessen und habe versucht nicht zu heulen. Das ist mir natürlich nicht ganz gelungen. Sehr peinlich, aber Frust muss manchmal raus.

Immerhin wird jetzt von dem Chef meines Vorgesetzten (das ist der Weltreisenkollege) nachgeforscht, warum ich so schlecht bin. Er ist mir dem Ergebnis nämlich sehr unzufrieden und ist der Meinung, dass das weder mein Können noch meine Arbeit beureilt. Da er jetzt im nächsten Projekt mein direkter Chef ist hat er mir versprochen, dass er sich persönlich dafür einsetzt, dass ich nicht wieder so schlecht beurteilt werde. Immerhin etwas.



Mittwoch, 17. September 2014
218 - Wenn Frau Baehr mal wieder reist
... dann fällt natürlich prompt der Zug aus. Und das bei meiner ersten zuggebundenen Fahrkarte.



Montag, 15. September 2014
217 - Mal wieder eine Entscheidung
Heute hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef. Und der hat mir ein echt gutes Angebot gemacht. Nicht vom Geld her, das bleibt gleich, denn bei uns in der Firma ist genau festgelegt wann man was verdient, egal was man mache. Aber von der Aufgabe ist es wirklich toll. Ich könnte was neues mit aufbauen. Ich müsste nicht viel reisen. Ich hätte ein Team. Ich hätte eine neue Herausforderung, nachdem es jetzt die letzte Zeit so gar nicht voran ging.

Andererseits möchte ich gar nicht mehr von daheim weg und hätte da die Möglichkeit hier in der Gegend auf ein Projekt zu gehen. Die Aufgabe dort ist nicht so spannend und nicht so herausfordernd wie die bei meinem Chef. Und wahrscheinlich bin ich erstmal eine von vielen. Aber ich hätte ein ruhiges und nicht so stressiges Umfeld.

Und was ist mit der Familienplanung. Was passiert wenn es passiert, wenn es denn überhaupt passiert. Eigentlich will ich ja, dass es passiert. Mein Chef rechnet auch damit, meinte auch schon dass ich dann eben ein Jahr aussetze und dann machen wir weiter. Wenn das doch alles so einfach wäre.

Jetzt muss ich nachdenken. Pro und Contra auflisten. Und ganz wichtig, Herrn Baehr befragen. Denn diese Entscheidung betrifft ihn genauso. Bis Freitag habe ich Zeit.