Sonntag, 16. November 2014
279 - Ehrenamt beendet
Nach 13 Jahren im Verein und über 15 Jahren in der Gemeinde beende ich heute offiziel mein Ehrenamt. Nach dem Umzug, mit dem Job und der Aussicht auf eine Familie war dieser Lebensabschnitt jetzt einfach zu Ende. Ein lachendes und ein weinendes Auge waren heute beim Abschiedsgottesdienst dabei. Sehr liebe Abschiedsworte machen es nicht einfacher. Alles hat seine Zeit.



278 - Doch ganz gut
Ich hatte heute keine Lust auf diesen Tag, denn es stand zu Mittag ein Familienessen bei den Eltern von Herrn Baehr an und für den Abend eine Veranstaltung mit Gesang und Tanz von dem Ensemble meiner Eltern. Ein total voller Tag mit vielen Mensch. Etwas, dass ich sehr anstrengend finde.
Alles in allem war es aber doch recht schön. Das Essen war ok, ich bin es auch nach fast 10 Jahren nicht gewohnt, dass jeder irgendwann anfängt. Nach dem Essen dann ein Spaziergang mit Herrn Baehr, seiner Mutter und der Nichte. Sehr angenehm und Herr Baehr doch ganz stolz mit dem Kinderwagen. Dann eine zu große Portion Eis und eine Auszeit von allen beim Schuhkauf. Auch die Veranstaltung am Abend war schön. Herr Baehr und ich am Getränkeverkauf ist vielleicht noch optimierungsbedürftig, aber auch das war ok. Abschließend noch eine gesellige Runde bei meinen Eltern, mit Herrn Baehrs Eltern, die auch bei der Veranstaltung waren. Schön die Eltern mal wieder zusammen zu bringen.



Freitag, 14. November 2014
277 - Neu verliebt
Irgendwas zwischen Herrn Baehr und mir ist anders. Es ist enger, positiver. Wir lachen unglaublich viel miteinander. Wir küssen uns, viel und zärtlich. Wir haben uns endlich gefunden. Ich bin neu verliebt.



Donnerstag, 13. November 2014
276 - Explodieren
"She's got lions in her heart
A fire in her soul he's a got a beast
In his belly that's so hard to control
'Cause they've taken too much hits, taking blow by blow
Now light a match, stand back, watch them explode"
(The Script, Superheros)

Seit die Ankündigung für das Stufentreffen im Dezember kam kommen bei mir wieder die Erinnerungen an die Schulzeit hoch. Und diese sind zu großen Teilen nicht sehr positiv. Ich war eigentlich schon immer ein Außenseiter und habe das oft sehr deutlich zu spüren bekommen.

Als in der dritten Klasse meine damals beste Freundin wegzog, wanden sich meine "Freundinnen" von einem auf den anderen Tag von mir ab. Sie sagten mir, dass ich nicht mehr in ihre Nähe kommen solle und sie mit mir auch nichts zu tun haben möchten. Das war hart damals, hat diesen Kindern aber nicht gereicht. Von dem Zeitpunkt an war ich ein beliebtes Opfer. Es wurde sich über alles lustig gemacht, alles was ich gemacht habe war doof und uncool.

Auch einige Jahre später auf dem Gymnasium bin ich nicht angenommen worden. Im Nachhinein betrachtet war ich sicherlich etwas merkwürdig, hatte mich nicht so schnell entwickelt wie andere Mädchen und war lange Zeit mehr Kind als junge Frau (muss man mit 12 schon eine junge Frau sein?). Das war natürlich ein gefundenes Fressen. Anfangs versuchte die Klassenlehrerin noch zu vermitteln, später interessierte es niemanden mehr. Außenseiter gibt es wohl einfach, ist zu anstrengend für die meisten Lehrer da einzugreifen.

Erst mit dem Schulwechsel zum Abitur hin wurde es etwas besser. Wenn man neu ist, findet jeder einen interessant. Das hat aber nicht lange angehalten und es wurde sich auch dort schnell über mich lustig gemacht und ich gehörte wieder zu den Außenseitern (ein Glücksfall fürmich, sonst hätte ich eine sehr gute Freundin nie kennengelernt).

Jetzt, nach zehn Jahren, trifft man sich also im Dezember wieder. Und ich habe das Bedürfnis ihnen zu zeigen, dass ich toll bin. Dass ich es satt habe immer die Prügel abzubekommen. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe nichts vorzuweisen, keinen tollen Job, keinen Ehemann, keine Kinder, kein teures Auto, kein superschickes Haus/Wohnung in einer hippen Lage. Andererseits, braucht es das? Ich habe einen Abschluss in einem Studienfach, den nur 10% überhaupt schaffen, ich habe den besten Mann der Welt an meiner Seite, ich habe einen Job, der mir Raum zum leben lässt und Kollegen, die mich und mein Können schätzen, ich habe sehr wenige, aber sehr gute Freunde. Und ich habe auch einen Löwen im Herzen und ein Feuer in meiner Seele und sicherlich ein Biest im Bauch. Und wehe irgendwer sagt was dummes, dann explodiere ich auch. Es ist genug, ich bin nämlich toll!