Mittwoch, 10. Dezember 2014
303 - Es wird Winter
In unserem Vorgarten steht eine Weide, die sich, zumindest was das Blätter abwerfen angeht, wie die peitschende Weide aus Harry Potter verhält. In einem der Filme sieht man die Weide, wie sie sich zu Wintereinbruch schüttelt und alle Blätter auf einmal abwirft. Genau so ist das auch bei unserer Weide im Vorgarten, obwohl ich das Schütteln noch nicht beobachten konnte. Alle anderen Weiden in unserem Garten haben schon lange ihre Blätter verloren, diese hatte immer noch grüne Blätter. Heute hat sie sie alle abgeworfen, das ist ein sicheres Zeichen, dass es jetzt wirklich kalt und Winter wird.



Dienstag, 9. Dezember 2014
302 - Das Positive aus den Augen verloren
Ich habe in den letzten Tagen das Positive aus den Augen verloren und nur noch das Negative gesehen. Das negative Ergebnis am Freitag und die Ankunft der Tante plus das Treffen mit den ganzen Schwangeren und kinderhabenden Bekannten am Samstag, hat mich ganz schön aus der Bahn geworfen. Dazu kamen mal wieder Befindlichkeiten innerhalb der Familie.

Ich weiß, dass ich es nicht allen recht machen kann und das möchte ich auch nicht mehr. Ich muss endlich egoistischer werden und die Dinge tun, die gut für mich sind. Wenn meine Familie mit meinem Handeln nicht klar kommt, dann ist es so. Ich habe versucht es allen recht zu machen. Ich habe viel geweint und viel gestritten. Gebracht hat es nichts, ich bin doch immer wieder an irgendetwas schuld und habe mich immer wieder falsch verhalten. Die Schuld wird immer bei mir gesucht.

Außerdem werde ich ab jetzt Situationen, die mir nicht gut tun, aus dem Weg gehen. Wenn ich weiß, dass viele Schwangere oder nur Menschen mit Kindern anwesend sind, werde ich nicht hingehen. Samstag war einfach zu heftig für mich, das macht mich kaputt. Ich treffe mich gerne mit Freunden, die Kinder haben, denn ich mag sie ja alle, aber ich nehme nicht mehr an Treffen teil, bei denen es nur um Schwangerschaft und Kinder geht. Selbst wenn ich es mir nicht so sehr wünschen würde, kann ich bei diesen Themen einfach nicht mitreden, da ich keine Erfahrungen habe.

Und ich muss wahrscheinlich viel deutlicher sagen, dass ich Probleme habe und das es mir nicht gut geht. Bisher hatte ich immer gedacht, dass meine Probleme nicht relevant sind, dass andere viel größere und wichtigere Probleme haben. Mag sein, dass andere auch Probleme haben und mag sein, dass diese Probleme auch groß sind. Meine Probleme oder Befindlichkeiten oder wie auch immer, sind aber nicht nichtig. Ich muss nicht immer auf alle Rücksicht nehmen und immer nur zuhören und Verständnis haben. Ich darf auch mal traurig sein und mich auskotzen dürfen. Wer das nicht versteht oder damit nicht klarkommt, hat eben einfach Pech gehabt.

Ich will nicht an meinem oder mittlerweile unserem Wunsch kaputt gehen. Ich will mich nicht von irgendwelchen Befindlichkeiten innerhalb der Familie kaputt machen lassen. Ich will nicht für alle der Zuhörer sein, auf dem man alle Sorgen abladen kann. Jetzt bin ich dran, denn ich will endlich auch mal glücklich sein.



Montag, 8. Dezember 2014
301 - Ein Neffe, sozusagen
Heute Nacht wurde der Sohn meiner Stiefschwester geboren und Herr Baehr und ich sind somit ja wieder Tante und Onkel geworden. Aber ob wir das wirklich sind ist fraglich. Die Beziehung zu meiner Stiefschwester war schon immer kompliziert. Schon als Kinder hatten wir keinen richtigen Draht zueinander. Sie und auch ihr Bruder waren wohl immer neidisch auf meine Schwester und mich. Ihre Mutter erzählte ihnen, dass ihr Vater, also mein Stiefvater, ein böser Mensch ist, der sie mit den Kindern hat sitzen lassen. Das ist völliger Blödsinn, mein Stiefvater hätte die beiden wahrscheinlich sogar mitgenommen, wenn er gekonnt hätte. Mein Stiefvater ist nämlich ein toller Vater und ich kann mich glücklich schätzen auf diesem Wege noch einen zweiten Vater bekommen zu haben. Gerne hätte ich auch die beiden Stiefgeschwister als Geschwister gehabt, aber das war nie gewünscht.

In den letzten Jahren war das Verhältnis sehr angespannt. Mein Stiefbruder redet schon sehr lange mit keinem mehr von uns und ist aus Gründen, die keiner von uns so recht versteht, sauer auf uns, aber vor allem auf meinen Stiefvater. Meine Stiefschwester kam zwar immer noch zu Feierlichkeiten, eine Herzlichkeit oder ein Intresse war dort aber nie vorhanden. Auch zu ihrer Hochzeit wurden wir nur aus Höflichkeit eingeladen, aber auch nur zur Feier. Zur eigentlichen Trauung durften wir nicht kommen, da war nur begrenzt Platz und den hatten schon Freunde eingenommen.

Ich rechne nicht damit, dass ich meinen Neffen bald sehen werde oder irgendwie in seinem Leben eine Rolle spielen werde. Das finde ich sehr schade, es ist doch so schön eine Familie zu haben. Ich kann es aber auch nicht ändern und will mich darüber auch gar nicht mehr ärgern. Es ist wie es ist.