Die Vögel mögen die Klingel nicht. Jedesmal, wenn jemand bei uns klingelt, fliegen sie los, panisch. Ich weiß nicht warum das so ist und ob es nur an dem plötzlichen Geräusch liegt oder an dem Ton. Zuerst dachte ich ja, es liegt an dem Ton, denn in der alten Wohnung war die Klingel laut und durchdringend. Und es klingelte so lange wie jemand auf den Knopf drückte. Die jetzige Klingel jedoch macht nur ein leises Ding-dong, dass für Herrn Baehrs Ohren schon kaum wahrnehmbar ist. Die Vögel finden sie aber erschreckend und hören sie sehr gut.
Heute klingelte mal wieder der Paketdienst für die Nachbarn. Die Vögel flogen ihre Runde, schimpften und landeten. So zumindest die Geräusche aus dem Wohnzimmer. Nachdem ich den Paketboten abgefertigt hatte, schaute ich nach ihnen. Beide waren wieder sicher am Käfig gelandet, die Henne jedoch am Gitter, dass zwischen der Ausflugklappe und dem Drehteil für das Futter ist. Sie konnte also nicht nach oben klettern und auch nicht nach unten, da das Drehteil aus Holz und somit glatt ist. Dass sie Flügel hat, vergisst sie in solchen Situationen eigentlich immer. Und so kletterte sie verzweifelt hin und her und immer wieder nach oben. Mein Angebot, sie auf einem Stöckchen zu transportieren, wollte sie nicht annehmen. Sich mit dem Stöckchen bis zum Rand dirigieren zu lassen, so dass sie nur noch ein kleines Stückchen hätte fliegen müssen wollte sie auch nicht. Und über das halb aufgedrehte Drehteil in den Käfig einsteigen wollte sie auch nicht oder hat sie einfach nicht verstanden. Irgendwann hatte ich Mitleid mit der armen kleinen Trotteline und habe den Hahn von der Klappe verscheucht, damit ich sie zuklappen konnte und sie endlich nach oben klettern konnte.
Was auch immer ich gestern anders gemacht habe, ich konnte letzte Nacht nicht schlafen. Besser gesagt, es ist mir nicht gelungen einzuschlafen. Sobald ich nur ein bisschen weggedämmert war bin ich von irgendeinem blöden Gedanken oder meinem eigenem Atem wach geworden. Erst gegen vier bin ich für kurze Zeit eingeschlafen, dann aber ständig wieder wach geworden. Die erste Tiefschlafphase hatte ich wohl gegen halb neun, genau der Zeitpunkt zu dem mein Wecker los ging. Das sorgte für ein Aufwachen mit Herzrasen. Nächste Nacht schlafe ich besser, bestimmt.
Aufgabe zu diesem Zauberspruch war es ein Buch zu lesen auf dessen Cover eine Tür oder ein Fenster zu sehen ist. Also habe ich einfach nach Büchern mit Türen und Fenstern gesucht und bin auf
Ich bleibe hier von Catherine Ryan-Hyde gestoßen. Auf dem Cover sieht man ein Mädchen, welches auf einer Treppe vor einer Tür sitzt.
In diesem Buch geht es um die Geschichte von Billy und Grace, aber auch um die Geschichte von Rayleen, Felipe, Mrs. Hinman und Jesse. Billy und Grace lernen sich kennen, da Grace jeden Tag vor der Tür auf der Treppe sitzt. Billy, der seine Wohnung seit über 12 Jahren nicht mehr verlassen hat, spricht Grace an und fragt, warum sie jeden Tag auf der Treppe sitzt. Grace antwortet, dass keiner merken würde, dass sie Probleme hat, wenn sie in der Wohnung bleiben würde.
Grace Absicht, die Menschen um sich herum, auf ihr Problem, die alkohol- und drogensüchtige Mutter, aufmerksam zu machen, gelingt. Rayleen, eine der Nachbarinnen, nimmt sich Grace an, nimmt sie bei sich auf und versucht ihr zu helfen. Da sie das aber nicht alleine kann, bittet sie Billy und die anderen Nachbarn um Hilfe. Es kommt wie es kommen muss, die Nachbarn, die vorher nie ein Wort miteinander gesprochen haben, lernen sich kennen und freunden sich an.
Auch Billy entwickelt sich im Laufe des Buches. Er, der seit 12 Jahren die Wohnung nie verlassen hatte, verlässt gemeinsam mit Grace das erste Mal die Wohnung und geht auf seinen Balkon. Später schafft er es sogar in die Wohnungen der anderen Mieter und irgendwann sogar aus dem Haus heraus. Außerdem bringt Billy Grace das Steppen bei.
Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn mir Grace über das ganze Buch hinweg nicht wirklich sympathisch wurde. Trotzdem ist es schön zu lesen und mitzuerleben wie sich die einzelnen Charaktere entwickeln und wie aus Fremden Freunde werden, die gemeinsam für eine Sache kämpfen.