382 - Sehr anziehend
Ich bin für die Vögel rund um unser Haus anscheinend sehr anziehen. Als wir letztes Jahr den Teich neu gemacht haben mussten wir erstmal ziemlich viel ausschaufeln und weggraben. Dabei hat uns eine Amseldame immer wieder beobachtet und dann den Haufen mit dem ausgeschaufelten Aushub nach Regenwürmern durchsucht. Irgendwann war sie gar nicht mehr so scheu und hat sogar einen Regenwurm genommen, den ich ihr aus recht kurzer Entfernung zugeworfen hatte.
Auch die Meisen scheinen mich zu mögen. Sie kommen nämlich ziemlich oft an die Fenster von meinem Arbeitszimmer. Sie sitzen dann auf den Rahmen und picken gegen das Glas. Es stört sie auch nicht, wenn ich das fotographiere. Warum sie das machen, weiß ich nicht, es wirkt aber immer so als wollten sie anklopfen um reingelassen zu werden.
Die letzte Woche war es aber extrem. Anfang der Woche ist eine Amsel auf mich zugeflogen, direkt auf meinen Kopf. Einziges Problem an der Geschichte, ich war in der Küche, sie draußen, zwischen uns das geschlossene Fenster. Und dagegen ist sie mit einem lauten Rums geflogen. Ich habe mich mächtig erschreckt, die Amsel auch. Zum Glück scheint ihr aber nichts schlimmeres passiert zu sein, denn sie flog gleich weiter. Heute dann der zweite Zwischenfall. Diesmal war es eine Goldammer, die auf mich zugehalten hat, wobei ich am Schreibtisch am Fenster saß (natürlich zu) und sie draußen war. Aber auch sie scheint sich nichts getan zu haben, denn sie hat nach dem Zusammenstoß einfach abgedreht und ist weiter geflogen.
Mal sehen was da noch kommt. Solche Scheibenflüge kann ich aber nicht gebrauchen, das finde ich immer besonders schlimm für die armen Vögel. Vor allem können sie sich dabei ja doch ganz schön verletzen.
frau_baehr am 27. Februar 15
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381 - Die Nachbarskatze
Ich bin definitiv ein Katzenmensch, obwohl ich Hunde auch gerne mag und auch gerne Menschen mit Hund besuche. Würde man mich aber vor die Wahl stellen, würde ich mich immer für Katzen und gegen Hunde entscheiden. Eine Katze haben kann ich aber nicht, den Herr Baehr ist leider allergisch. Außerdem würden sicherlich die Vögel unter einer Katze als Mitbewohnerin leiden.
Unsere Nachbarn haben eine Katze, die immer wieder durch unseren Garten streicht. Ich vermute, dass sie auch irgendwo dort unter einem Busch ihr Geschäft verrichtet. Solange sie es verscharrt stört mich das nicht. Wirklich Kontakt hatte ich zu ihr noch nicht, sie ist recht scheu. Aber sie beobachtet uns immer mal wieder.
Diese Katze ist komplett weiß und hat gelb-braune Augen. Heute war sie wieder im Garten und saß irgendwann posierend auf einem umgekippten Baumstamm. Also zückte ich meine Kamera und machte Bilder davon, alles von drinnen. Irgendwann bemerkte die Katze mich und begann mich anzustarren. Und das war dann nach einiger Zeit echt gruselig. Diese gelben Augen sind mir doch irgendwie unheimlich.
frau_baehr am 26. Februar 15
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380 - Unsere Fische
Ich bin sehr tierlieb und baue zu Tieren sehr schnell eine persönliche Beziehung auf. Auch zu Spinnen, obwohl ich furchtbare Angst vor ihnen habe. Trotzdem rede ich mit ihnen, wenn sie irgendwo sitzen. Das nimmt auch die Angst.
Als wir vorletztes Jahr hier eingezogen sind stand schnell fest, dass mit dem Teich irgendetwas passieren muss. Er war, wie auch der Rest des Gartens, total zugewuchert und kaum noch mit Wasser gefüllt. Also fing Herr Baehr an nach jedem Regen das Wasser aus dem Regentank in den Teich zu leiten. Stehende Gewässer ziehen aber nun mal Mücken an, also mussten Fische her. Und so kamen wir an unsere fünf Orfen, die einzigen Fische, die im Spätsommer noch im Zoogeschäft zu haben waren. Vier orangene, eine blaue.
Im darauffolgenden Jahr, also letztes Frühjahr, machten wir den Teich neu, denn die Folie des alten Teichs war brüchig und nicht mehr zu reparieren. Die fünf Orfen wurden zwischenzeitlich in ein kleines Becken umgesetzt und durften dann in den großen und noch sehr kahlen Teich einziehen. Nach und nach kamen genügend Wasserpflanzen und Kiesel dazu. Und vier Goldfische, die mein Vater uns mitbrachte. Eigentlich waren es seine Fische, die vier hatten aber so viel Nachwuchs produziert, dass es für seinen kleinen Teich zu viel wurde. Hier bei uns fühlten sie sich gleich wohl, zerstörten fast alle Pflanzen und produzierten Nachwuchs. Herr Baehr mag die Goldfische nicht so gerne, eben weil sie alles kaputt machen und weil sie sich so rasend vermehren. Ich mag sie mittlerweile alle, vor allem auch weil sie alle unterschiedlich aussehen und sich auch unterschiedlich verhalten.
Dann im Herbst der Schock für mich, eine der orangenen Orfen war verschwunden. Wohin, wissen wir bis heute nicht. Ob sie von der Nachbarskatze aus dem Teich geholt wurde oder von einem Reiher oder dem Fuchs, alles ist möglich. Ich war traurig, Herr Baehr ermahnte mich nochmal mich nicht zu sehr an die Fische zu gewöhnen.
Über den Winter haben sich alle Fische in die einzige nicht zerstörte Pflanze zurückgezogen. Herr Baehr hat immer wieder die Oberfläche mit heißem Wasser geöffnet, damit sie auch genug Sauerstoff ins Wasser bekommen. Als es vor einigen Tagen etwas wärmer war, kamen der dickste Goldfisch und die Orfen raus. Einen Tag später auch, diesmal jedoch nur noch drei Orfen, die sich auch sofort versteckten, als ich kam. Genauso panisch hatten sie damals schon nach dem Verschwinden der ersten Orfe reagiert.
Seitdem sitzen sie in der Pflanz, alle zusammen. Hoffe ich zumindest. Ich weiß nicht wie viele Fische da drin sind, kann es nur erahnen. Zumindest die orangenen und der rote Goldfisch schimmern manchmal durch. Ob aber die blaue Orfe und mein Lieblingsgoldfisch, der bunte, noch da sind, weiß ich nicht. Und dieses Nicht-Wissen macht mich wahnsinnig. Am liebsten würde ich in den Teich steigen, die Pflanze rausholen und schauen wer noch alles da ist. Das wäre für die armen Fische aber eine totale Quälerei. So bin ich gezwungen zu warten, dass es wärmer wird und alle wieder rauskommen.