Samstag, 28. März 2015
411 - Harry Potter Lesechallenge - Avada Kedavra
In dieser Aufgabe ging es darum ein Buch zu lesen, in welchem es um den Tod geht. Deswegen habe ich Die Flockenleserin von Mike Powelz gelesen. In diesem Buch verarbeitet Mike Powelz den Tod seines Vater und versucht den Lesern die Angst vor dem Tod zu nehmen. Er beschreibt, eingebettet in einen Krimi, die letzten Tage seines Vaters in einem Hospiz. Er selbst und auch seine Eltern und die Schwester kommen in dem Buch vor, was ich zu erst etwas merkwürdig fand.

Minnie, die Protagonistin dieses Buches, kommt als neuer Gast nach Haus Holle, ein Hospiz mitten in Hamburg. Dort trifft sie auf ganz unterschiedliche Menschen, eine Hundezüchterin, ein lesbisches Ehepaar, eine ehemalige Schönheitskönigin, eine drogenabhängige Obdachlose und noch viele weiter Personen. Schnell lernt sie die anderen Gäste, so der Begriff für die Bewohner von Haus Holle, kennen und erkennt auch, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Denn nicht alle Gäste sterben an ihren jeweiligen Krankheiten, so zumindest macht es für Minnie den Anschein. Gemeinsam mit Mike (genau, der Autor) beginnt sie zu "ermitteln" und kommt schlussendlich dem Mörder auf die Spur.

Einen Krimi in einem Hospiz spielen zu lassen ist ungewöhnlich, aber nicht undenkbar. Es ist eine gute Gelegenheit, einen Einblick in den Alltag eines Hospizes zu geben und aufzuzeigen, wie schön die letzten Tage der dort lebenden Menschen gestaltet werden. Auch der Tod wird dort nicht als das Böse oder angsteinflößende Übel behandelt, sondern einfach als der nächste Schritt auf dem Lebensweg. Ob das Buch wirklich die Angst vorm Sterben nehmen kann weiß ich nicht, kann es auch nicht wirklich beurteilen, da ich noch nie Angst davor hatte.



Freitag, 27. März 2015
410 - Ohne Gefühl
Dass das Verhältnis zu meinen Großeltern nicht sehr gut ist, hatte ich ja bereits geschrieben. Deswegen hat mich der Tod meines Großvaters auch nicht getroffen, außerdem war er sehr krank und der Tod eher eine Erlösung. Heute war die Urnenbeisetzung und da ich schon nicht bei der Trauerfeier war, hatte ich beschlossen heute mitzugehen und habe extra einen Urlaubstag geopfert.

Meine Großmutter und auch meinen Großvater hatte ich seit bestimmt drei Jahren nicht mehr gesehen und war etwas nervös vor dem Zusammentreffen mit meiner Großmutter. Die war aber wie immer, ohne Gefühl. Sie hat sich weder gefreut, dass ich dabei bin, noch hat sie gefragt warum ich nach so langer Zeit komme. Ich bin ihr anscheinend völlig egal. Aber auch ich empfinde nichts für diese Frau, sie ist mir nicht fremd, aber auch nicht vertraut. Dass sie die Mutter meiner Mutter ist kann ich mir aber trotzdem manchmal nur schwer vorstellen. Warum aus meiner Mutter so ein emphatischer und lieber Mensch geworden ist, bei so gefühlskalten Eltern, ist ein Wunder.

Auch die Beisetzung verlief ziemlich ohne Gefühl. Von unserer Seite war da sowieso nicht viel zu erwarten, aber auch meine Großmutter war nicht besonders betroffen. Sie wollte eigentlich nur wissen, wo sie denn dann hinkommen würde (obendrüber) und wer das Loch zumachen würde. Merkwürdig, aber es passt.



Donnerstag, 26. März 2015
409 - Betroffenheit
Alle Welt ist traurig und betroffen, weil ein Flugzeug abgestürzt ist. Besonders betroffen sind die Deutschen, denn es waren ca. 75 Deutsche an Bord. Die Bundeskanzlerin war schon an der Unglücksstelle, die Ministerpräsidentin von NRW auch. Im Bundestag wurde geschwiegen, die Flaggen sind auf Halbmast. Alles in Ordnung, aber...

... warum muss jeder nur noch darüber reden. Warum ist es so schlimm, warum beschäftigt dieses Ereignis uns alle so. Es sterben doch erheblich mehr Menschen bei Autounfällen, dieser großen Masse an Menschen wird niemals gedacht, dabei ist es genauso schlimm für Angehörige und Freunde, wenn nur ein Mensch stirbt.

Und warum sind alle so sensationsgeil und wollen genau wissen, was passiert ist. Das macht die armen Menschen auch nicht wieder lebendig. Vielleicht hilft es denn Angehörigen, sie können ihre Wut auf jemanden richten. Ich kann gut nachvollziehen, dass man einfacher mit der Trauer umgehen kann, wenn es einen Schuldigen gibt. Jahrelang war ich wütend auf den Mann, der damals meine beste Freundin überfahren hat. Das hilft beim trauern, holt den Menschen aber nicht zurück.

Ich bin traurig, dass dieses Unglück passiert ist. Aber ich bin auch traurig, dass nur allein hier in Deutschland viel mehr Menschen durch andere Ursachen sterben und nicht von uns wahrgenommen werden.