Irgendwie habe ich ein Händchen dafür immer die schlechten Zimmer in Hotels zu bekommen. Die mit den lautesten Nachbarn, die ohne Heizung oder ohne Klimaanlage, die mit Schimmel, die allerkleinsten, oder, so wie heute, die direkt am Aufzug. Meine beiden Kollegen, die im selben Hotel sind haben natürlich bessere Zimmer. Das ist immer so. Schon vor zwei Wochen wurde ich upgegradet und hatte mich gefreut mal ein besseres Zimmer zu haben. Die Kollegen wurden aber auch upgegradet und hatten natürlich viel tollere Zimmer. Das ist echt gemein.
In dieser Aufgabe ging es darum ein Buch zu lesen, in welchem es um den Tod geht. Deswegen habe ich
Die Flockenleserin von Mike Powelz gelesen. In diesem Buch verarbeitet Mike Powelz den Tod seines Vater und versucht den Lesern die Angst vor dem Tod zu nehmen. Er beschreibt, eingebettet in einen Krimi, die letzten Tage seines Vaters in einem Hospiz. Er selbst und auch seine Eltern und die Schwester kommen in dem Buch vor, was ich zu erst etwas merkwürdig fand.
Minnie, die Protagonistin dieses Buches, kommt als neuer Gast nach Haus Holle, ein Hospiz mitten in Hamburg. Dort trifft sie auf ganz unterschiedliche Menschen, eine Hundezüchterin, ein lesbisches Ehepaar, eine ehemalige Schönheitskönigin, eine drogenabhängige Obdachlose und noch viele weiter Personen. Schnell lernt sie die anderen Gäste, so der Begriff für die Bewohner von Haus Holle, kennen und erkennt auch, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Denn nicht alle Gäste sterben an ihren jeweiligen Krankheiten, so zumindest macht es für Minnie den Anschein. Gemeinsam mit Mike (genau, der Autor) beginnt sie zu "ermitteln" und kommt schlussendlich dem Mörder auf die Spur.
Einen Krimi in einem Hospiz spielen zu lassen ist ungewöhnlich, aber nicht undenkbar. Es ist eine gute Gelegenheit, einen Einblick in den Alltag eines Hospizes zu geben und aufzuzeigen, wie schön die letzten Tage der dort lebenden Menschen gestaltet werden. Auch der Tod wird dort nicht als das Böse oder angsteinflößende Übel behandelt, sondern einfach als der nächste Schritt auf dem Lebensweg. Ob das Buch wirklich die Angst vorm Sterben nehmen kann weiß ich nicht, kann es auch nicht wirklich beurteilen, da ich noch nie Angst davor hatte.
Dass das Verhältnis zu meinen Großeltern nicht sehr gut ist, hatte ich ja bereits geschrieben. Deswegen hat mich der Tod meines Großvaters auch nicht getroffen, außerdem war er sehr krank und der Tod eher eine Erlösung. Heute war die Urnenbeisetzung und da ich schon nicht bei der Trauerfeier war, hatte ich beschlossen heute mitzugehen und habe extra einen Urlaubstag geopfert.
Meine Großmutter und auch meinen Großvater hatte ich seit bestimmt drei Jahren nicht mehr gesehen und war etwas nervös vor dem Zusammentreffen mit meiner Großmutter. Die war aber wie immer, ohne Gefühl. Sie hat sich weder gefreut, dass ich dabei bin, noch hat sie gefragt warum ich nach so langer Zeit komme. Ich bin ihr anscheinend völlig egal. Aber auch ich empfinde nichts für diese Frau, sie ist mir nicht fremd, aber auch nicht vertraut. Dass sie die Mutter meiner Mutter ist kann ich mir aber trotzdem manchmal nur schwer vorstellen. Warum aus meiner Mutter so ein emphatischer und lieber Mensch geworden ist, bei so gefühlskalten Eltern, ist ein Wunder.
Auch die Beisetzung verlief ziemlich ohne Gefühl. Von unserer Seite war da sowieso nicht viel zu erwarten, aber auch meine Großmutter war nicht besonders betroffen. Sie wollte eigentlich nur wissen, wo sie denn dann hinkommen würde (obendrüber) und wer das Loch zumachen würde. Merkwürdig, aber es passt.