Mittwoch, 22. Juli 2015
527 - Die Freude der anderen
Ich mache gerne anderen Menschen eine Freude. Entweder durch ein Gechenk oder durch eine nette Geste. Ich mag es, wenn andere sich freuen und glücklich sind, vielleicht auch, weil ich es so oft nicht sein kann. Deswegen finde ich es an Weihnachten auch viel schöner etwas zu verschenken als etwas geschenkt zu bekommen.

Da ja die zwölfte Woche geschafft ist, haben wir beschlossen das ganze mit Kind und Hochzeit offiziell unter unseren Freunden zu verbreiten. Schon die Schwägerin hat sich ja tierisch gefreut und war völlig aus dem Häuschen, als wir es ihr erzählt hatten. Das war total schön, es tat gut zu wissen, dass sich jemand so sehr für jemand anderen freuen kann.

Eigentlich sollten wir gestern Herrn Baehrs beste Freundin sehen, die ja mittlerweile auch eine sehr enge Freundin von mir geworden ist. Leider ging es ihr, hochschwanger wie sie jetzt ist, bei der Hitze gestern gar nicht gut. Deswegen habe ich sie heute angerufen, ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten das ganze vor ihr geheim zu halten. Die hat sich total gefreut, war sprachlos und hat zugleich immer wieder quietschende Laute ausgestoßen. Sie hätte schon die ganze Zeit mitgefiebert und jetzt endlich wäre es so weit, das wäre so toll. Sie wollte alles über den unspektakulären Heiratsantrag wissen und hat mich auch sonst ausgequetscht, immer wieder unterbrochen von Sätzen, wie: "Ich bin sprachlos" und dann kam wieder ein glücklicher Seufzer.

Es ist so schön zu wissen, dass andere an unserem Glück teilhaben. Und es macht es mir leichter, mich auch endlich zu freuen, nachdem ich die letzten Wochen ja eher mit Angst und Sorgen verbracht hatte.



Dienstag, 21. Juli 2015
526 - Ich nehme keine Rücksicht mehr
Dienstag ist Schwimmtag mit den Freunden von Herrn Baehr. Eigentlich, denn jeden Dienstag das gleiche Theater, es muss per Mail abgefragt werden wer kommt. Rechtzeitig abzusagen überfordert aber anscheinend einige aus der Runde. Es hilft auch nicht, dass ich schon mehrmals gebeten habe bis 16 Uhr zu reagieren, da ich mit den Öffentlichen von daheim aus knapp zwei Stunden bis zum Schwimmbad brauche. Das bekommen sie aber auch nicht hin.

Ich verstehe das einfach nicht. Wir gehen jeden Dienstag zur selben Uhrzeit schwimmen. Meine Kollegen wissen das sogar und machen Dienstags Termine entsprechend. Aber die anderen bekommen das nicht hin. Heute wurde zehn Minuten vor dem Treffen abgesagt. Danke, sehr nett.

Ich hab jetzt keine Lust mehr mich nach allen anderen zu richten und auf alle Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Auf mich nimmt ja auch keiner Rücksicht. Es ist selbstverständlich, dass wir so ewig unterwegs sind und im Zweifelsfall umsonst gekommen sind. Ich überleg mir jetzt bis nächste Woche, ob ich noch mitgehe oder es lieber sein lasse.



Montag, 20. Juli 2015
525 - Übersetzung
Ich muss für die Arbeit einige Folien übersetzen, die wir bisher nur in Englisch haben. Eigentlich dachte ich, dass es kein Problem ist, Deutsch ist ja schließlich meine Muttersprache. Von wegen kein Problem, das ist ganz schön kompliziert. Erstmal ist mir der Inhalt nicht ganz klar bzw. ich weiß nicht immer, was genau ausgesagt werden soll. Dann kommt dazu, dass mir viele Worte einfach nicht geläufig sind. Das liegt zum einen daran, dass sie recht speziell sind, zum anderen aber auch, dass es Fachvokabeln sind. Und weil wir ja so ein internationales Unternehmen sind, reden wir Denglisch. Eigentlich ganz furchtbar, hier sieht man jetzt wohin das führt.

Ich war davon ausgegangen, dass ich die Folien ganz schnell übersetzt habe. Jetzt habe ich aber schon an der ersten fast zwei Stunden gesessen. Und da kommen noch fünf bis sechs weitere. Eine weitere Schwierigkeit ist die Länge. Kaum sagt man was auf Deutsch, wird es gleich um (gefühlt) hundert Zeichen länger. Da auf so einer Folie nur begrenzt Platz ist und es ja auch nach dem Übersetzen noch ansprechend aussehen soll und die Schriftgröße noch so sein soll, dass man es ohne Lupe lesen kann, wird das auch noch eine Herausforderung. Der stelle ich mcih aber erst, wenn ich alle Folien übersetzt habe. Evtl. soll dann auch einfach mein Chef entscheiden, was wichtig ist und was weggelassen werden kann oder anders formuliert werden kann. Ich bin nur froh, wenn ich es fertig habe.