Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt etwas zu dem Thema "Anschläge in Paris" schreiben möchte oder nicht. Da es mich aber so beschäftigt, muss ich mir hier ein wenig Luft machen.
Ich finde es erschreckend, wie auf diese sicherlich sehr furchtbaren, Anschläge reagiert wird. Mich hat es betroffen gemacht, als ich erst Samstag früh davon erfuhr und auch ich habe gleich nachgeschaut, was dort passiert ist. Paris ist nah und ich habe Bekannte, die dort leben. So trifft es mich mehr, als andere schlimme Geschehen. Trotzdem regt es mich mittlerweile auf, dass jedes Profilbild im Gesichtsbuch blau-weiß-rot eingefärbt ist, immer wieder Postings zur Schweigeminute kommen, immer wieder dazu aufgerufen wird für Paris zu beten und tausende von Bildern geteilt werden, auf denen die verschiedensten Gebäude der Welt in blau-weiß-rot angestrahlt sind.
Warum wird dieses Ereignis jetzt so zelebriert? Warum gedenken wir nicht der Menschen, die bei einem Attentat in der Türkei ums Leben kamen? Oder den Menschen in Beirut, die in der letzten Woche durch Terroranschläge des IS ums Leben kamen? Sind ihre Leben weniger wert als die der Pariser Bürger und der Pariser Touristen? Warum wird Solidarität mit Frankreich gezeigt, aber nicht mit anderen Staaten?
Und warum, verdammt nochmal, ist es jetzt in Ordnung, dass Frankreich Stellungen in Syrien bombadiert, die vermutlich zum IS gehören? Wie viele unschuldige Menschen sterben dort? Wie viel schlimmer wird nun das Leben für die Zivilisten dort?
Und warum zur Hölle muss das christliche Abendland, das so viele ja gerne sein wollen, nach dem Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" handeln? Was ist denn mit der anderen Wange, die wir hinhalten sollen? Was ist mit der Liebe zu unseren nächsten? Wo sind die Friedensstifter?
Herr Baehr hat vor kurzem
Das Haupt der Welt von Rebecca Gablé gekauft. Wir mögen beide ihre Bücher sehr gerne und so freuten wir uns, dass es eins gab, dass wir noch nicht kannten. Besonders an diesem Buch ist auch, dass es nicht in Großbritannien, sondern im Deutschland des 10. Jahrhunderts spielt.
In diesem Buch erzählt Rebecca Gablé die Geschichte von Otto I, aber auch die Geschichte von Tugomir, dem Hevellerprinz. Tugomir, sowie seine Schwester Dragomira (dieser Name ist nicht geschichtlich belegt) geraten als Geiseln an den Hof von Ottos Vater Heinrich, dem König des Sachsenreichs. Dragomira und Otto beginnen eine Affäre, aus der ihr Sohn Wilhelm hervorgeht, der spätere Bischof von Mainz. Da Dragomira eine Slavin ist und Otto der Thronfolger, ist es ihnen nicht möglich zu heiraten und so wird Dragomira in ein Kloster abgeschoben. Otto findet aber sehr schnell seine große Liebe, Editha, eine englische Prinzessin.
Aber auch Tugomir wird immer mehr Freund und Berater von Otto, sowie dessen älterem Bruder Thankmar. Außerdem macht sich Tugomir als Heiler einen Namen und erlangt so, nicht nur unter den slavischen Sklaven, hohes Ansehen.
Doch nicht alles ist harmonisch, denn sowohl Thankmar, als auch Ottos jüngerer Bruder Henning rebellieren gegen Otto und versuchen ihn zu stürzen. Beiden gelingt es nicht, obwohl Henning, mit der Mutter im Hintergrund, eine erstaunliche Hartnäckigkeit an den Tag legt.
Wie immer bei den Büchern von Rebecca Gablé wird Geschichte spannend erzählt. Ich bin nun wirklich kein Geschichtsfan und die deutsche Geschichte des 10. Jahrhunderts hätte mich nie interessiert. Rebecca Gablé schafft es aber mit ihrem Buch, dass ich anfange mir Hintergrundinformationen zu beschaffen und tiefer in die Geschichte eintauche, als sie dort dargelegt wird. Mir gefällt, wie immer bei ihren Büchern, die Mischung aus Realität und Fantasie besonders gut.
Je pense a tous mes amis en france, en particulier a E qui habite a Paris.