Samstag, 27. Februar 2016
737 - Tragen
Das Baehrenkind mag, im Gegensatz zu mir, Nähe. Es ist gerne auf dem Arm und noch lieber auf Brust und Bauch. Gerade bei Herrn Baehr schläft sie so wunderbar (wenn sie sich nicht grade in Rage gebrüllt hat). Super ist aber auch unsere Trage, die viel zu selten zum Einsatz kommt. Gerade heute hat sie wieder viel geschrien und war kaum noch zu beruhigen. Das in die Trage setzen fand sie dann auch erst blöd und hat weiter gebrüllt. Aber dann hat sie gemerkt, wie entspannend das doch ist und hat locker gelassen. Und jetzt seufzt es nur immer wieder vor meiner Brust. Ich sollte die Trage wohl öfter verwenden, gerade wenn ich ab nächster Woche mit ihr alleine bin.



Freitag, 26. Februar 2016
736 - Getrennt
Heute bin ich einkaufen gefahren und war so das erste Mal seit der Geburt vom Baehrenkind getrennt. Es war schon irgendwie komisch weg zu gehen. Nicht, weil ich es Herrn Baehr nicht zutraue mit ihr alleine zu sein. Viel mehr einfach der Gedanke sie zurückzulassen und sich frei zu fühlen. Und frei hab ich mich dann auch gefühlt, das war so super. Und zwar so sehr, dass ich gar nicht mehr gerne heim gefahren bin. Ich bin etwas erschrocken über mich.

Herrn Baehr beneide ich auch, denn er geht ab Dienstag wieder arbeiten. Erbhat gar keine Lust darauf, würde am liebsten daheim bleiben. Ich würde am liebsten tauschen und wieder arbeiten gehen. Einfach raus kommen und normal leben.

Ich hasse nich schon fast für diese Gedanken und hoffe, dass es nur im Moment so ist und sich meine Einstellung noch ändert. Vor allem hoffe ich, dass ich das Baehrenkind sehr bald so lieben kann, wie sie es verdient hat, nämlich bedingungslos und von ganzem Herzen.



735 - Müde
Und nichts zu sagen.



Mittwoch, 24. Februar 2016
734 - Wir haben ein Schreibaby
Bisher dachte ich, dass ich vielleicht etwas empfindlich bin und einfach nicht belastbar. Jetzt weiß ich aber, dass es nicht ich bin, sondern das Baehrenkind. Das ist nämlich ein Schreibaby, zumindest laut Definition. Da genügt es schon, dass das Kind an drei Tagen die Woche mehr als drei Stunden schreit und das in drei Wochen oder mehr. Drei Stunden schafft das Baehrenkind locker jeden Tag und das seit der Geburt. Es spitzt sich eigentlich auch immer mehr zu. Richtig geschlafen haben Herr Baehr und ich seit der Geburt nicht mehr, die letzten Nächte haben wir uns aufgeteilt. Einer schläft, der andere versucht irgendwie das schreiende und um sich schlagende Bündel zu beruhigen. Das gelingt eher weniger als mehr. Die Hebamme weiß so langsam auch nicht weiter, sie meinte so Kinder wie das Baehrenkind hätte sie selten.

Irgendwie ist das doch richtig scheiße. Ich habe mir so sehr ein Kind gewünscht und jetzt sitze ich oft da, schaue sie an, knallrot und mit zugegniffenen Augen und aufgerissenem Mund, und wünsche mir mein altes Leben ohne Kind zurück. Oder ein Kind, dass mir nicht dauerhaft das Gefühl gibt mich zu hassen. Tut sie wahrscheinlich gar nicht. Es ist so schwer. Und es ist auch so schwer für Herrn Baehr und mich. Ich weiß nicht wann wir uns das letzte Mal geküsst haben. Wann wir uns mal in den Arm genommen haben oder einfach mal miteinander gesprochen haben.

Dazu kommt meine Angeschlagenheit, die uns ans Haus fesselt. Spazieren gehen geht, aber nicht zu weit. Ich schaffe grade mal eine Viertelstunde im Schneckentempo. Soziale Kontakte sind auch schwierig. Wir laden zwar Leute zu uns ein, müssen dann aber immer wieder absagen, weil ich nicht kann. Ich bin so froh, wenn das endlich vorbei ist und es wenigstens mir wieder normal geht. Dann habe ich vielleicht auch wieder mehr Kraft für mein Brülläffchen.