Die Tage habe ich
All dein Schweigen von Laura Mercuri zu Ende gelesen. In diesem Buch wird die Geschichte von Emilia erzählt. Mit dem wenigen Geld, dass ihre Mutter für sie zur Seite gelegt hat, flieht sie nach deren Tod vor ihrem gewalttätigen Vater und ihren Brüdern in das kleine Dorf Bren. Die Bewohner dort stehen neuen Mitbürgern nicht gerade offen gegenüber und so hat Emilia auch mit der Ablehnung zu kämpfen. Doch ihr gelingt es zuerst einen Job bei Emma im Blumenladen und später auch bei Helga im Buchladen zu bekommen. Mit beiden freundet sie sich an, genauso mit Benedetto und seiner Frau Linda, die die örtliche Bar leiten. Und dann ist da noch Aris, der Schreiner. Ein schweigsamer Typ, in den Emilia sich sofort verliebt. Und auch Aris findet an Emilia gefallen. So werden die beiden recht schnell ein Paar und entdecken wie schön Liebe sein kann. Doch sie werden beide von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Ich muss sagen, dass mir Aris nicht grade sympathisch war, aber auch Emilia mochte ich nicht wirklich. Sie war sehr naiv in vielen Punkten, was vielleicht noch auf ihre Kindheit und Jugend zurückzuführen sein könnte, in vielen Dingen wusste sie aber auch wieder ganz genau Bescheid. Aris und sein Schweigen waren mir unsympathisch, vielleicht auch, weil ich Menschen nicht gut lesen kann und darauf angewiesen bin, dass man mit mir spricht. Trotzdem ein nettes Buch für zwischendurch.
Das Baehrenkind hat mal wieder eine ausgeglichene Phase. Sie schreit weniger und schläft viel. Alleine einschlafen kann sie immer noch nicht, aber mit Hilfe geht es gut und ablegen kann man sie ab und an auch. Heute Abend nach dem Abendessen habe ich Herrn Baehr gezeigt, wie sie sich in Bauchlage hochstemmt. Wir lagen beide bei ihr auf ihrer Spieldecke und alberten mit ihr rum, nahmen sie in den Arm und knutschten sie ab. Solche Momente sind so toll und es ist so schön, wenn sie vor Freude jauchzt oder einen fröhlich angrinst.
Die Frau des Patenonkels von Herrn Baehr schickte uns
Der Windel-Samurai von Susanne Steffen. Herr Baehr wird, wie auch der Mann von Susanne Steffen, für längere Zeit in Elternzeit gehen. Unterschied zwischen den beiden ist aber, dass Susanne Steffens Ehemann Japaner ist und sie gemeinsam mit ihm in Japan lebt. Und dort ist es gar nicht üblich, dass Männer Erziehungsurlaub nehmen und vor allem schonmal nicht so lange wie Ryunosuke, Susanne Steffens Ehemann. Dieser arbeitet im Rathaus und hat sich in den Kopf gesetzt, dass eine Behörde die Vorgaben der Regierung auch umsetzen sollte und die Regierung hat schließlich kurz vor der Geburt der ersten Tochter beschlossen, dass auch Männer Erziehungsurlaub nehmen können.
Ryunosuke setzt also seinen Erziehungsurlaub durch und erlebt so einige kuriose Dinge. Die anderen Mütter akzeptieren ihn nicht wirklich als eine der ihren, sie möchten lieber mit seiner Freu Kontak haben. Auch im Schwimmkurs trauen sie ihm nicht zu die Tochter korrekt umzuziehen und bieten ihm immer wieder Hilfe an. Doch Ryunosuke möchte in dieser Welt bestehen und gibt sich große Mühe. So verbringt er teilweise halbe Nächte damit die Bento-Box (Frühstücksbox) für seine Tochter mit den süßesten Mangafiguren, geschnitzt aus Obst und Käse, zu versehen.
Susanne Steffen beschreibt in diesem Buch jedoch nicht nur die Erlebnisse ihres Mannes während des Erziehungsurlaubs, sondern erzählt auch so von ihrem Leben in Japan und von Dingen, die für uns Deutsche so ganz fremd sind. So gibt es in Japan zum Beispiel einen Klo-Gott und längst verstorbene werden, zwecks Ahnenpflege, in ihrer Urne per Kurier verschickt. Sie berichtet aber auch von dem schweren Erdbeben und dem Tsunami, welcher das Kraftwerk Fukushima zerstörte. Dass sie in ihren Beschreibungen ab und zu Klischees bedient und vieles etwas überspitzt beschreibt macht mir nichts.
Ich habe das Buch verschlungen. Ich bin sowieso ein Fan von solchen Berichten und hier wurde er sehr selbstironisch verfasst. Ich hätte gerne noch mehr aus dem Leben von Ryunosuke und seinem Erziehungsurlaub erfahren. Ich bin auf jeden Fall gespannt welche Erfahrungen Herr Baehr machen wird und wie für ihn die Rückkehr in den Arbeitsalltag wird.