Sonntag, 2. Oktober 2016
955 - Haare ausreißen
Wir haben nicht nur einen Vogelmann, der seine Frau rupft, sondern auch ein Kind, dass sich die Haare ausreißt. Zuerst dachten wir nur, dass sie sich an den Haaren zieht, wenn sie müde ist. Leider reißt sie aber so fest daran, dass sie raus gehen oder abbrechen. Wirklich was gegen machen kann man wohl nicht. Ich finde es schlimm, auch wegen der schönen Haare, aber auch, weil ich mich frage was in ihr vorgeht, dass sie sich Schmerz zufügen muss.



Samstag, 1. Oktober 2016
954 - Zeitmanagement
Herr Baehr hat nach mehr als einem halben Jahr oft immer noch kein Gefühl dafür, dass man sich zeitlich viel nach dem Kind richten muss. Wenn es Hunger hat, hat es Hunger. Wenn es müde ist, will es schlafen. Und wenn ihr langweilig ist will sie Beschäftigung. Natürlich darf man sich nicht völlig vernachlässigen, selbst auch mal was essen oder aufs Klo gehen. Herr Baehr hält aber leider immer noch sehr lange Sitzungen zu den unmöglichsten Zeiten, nämlich dann wenn das Kind müde, hungrig oder gelangweilt ist. Ich bin gespannt, wie er das hinbekommt, wenn er ab Dienstag alleine ist. Das wird schon und ich will mich vorher auch nicht aufregen.



Freitag, 30. September 2016
953 - Tschüss Elternzeit
Sie ist zu Ende, heute war der letzte Tag meiner Elternzeit. Das ging verdammt schnell rum und war nicht immer eine schöne Zeit. Grade die ersten viereinhalb Monate mit Schreibaby haben mir viel abverlangt. Aber es gab viele wunderschöne Momente, nicht nur mit dem Baehrenkind, auch mit lieben Menschen, die mich in dieser Zeit begleitet haben.

Ich habe die Studienfreundin noch besser kennengelernt und weiß jetzt ganz sicher, dass das eine Freundin fürs Leben ist, eine Freundin, die ehrlich ist, auch wenn man manchmal die Wahrheit nicht hören will. Und sie hat einen tollen Sohn, den ich in mein Herz geschlossen habe. Ich hoffe, dass das Baehrenkind und er gute Freunde werden.

Die Eltern von Herrn Baehr sind mir in dieser Zeit näher gekommen und ich glaube, wir haben uns endlich richtig kennengelernt. Sie sind herzensgute Menschen, die helfen wo Hilfe notwendig ist.

Ich musste auch lernen mit Neid umzugehen, Neid auf die Frauen mit Babys, die nicht so brüllen wie unser Brülläffchen. Oder welche die schon viel mehr können.

Und ich habe gelernt mit der Einsamkeit umzugehen. Denn die Elternzeit kann eine verdammt einsame Zeit sein, zumindest hier auf dem Dorf wo es keine Veranstaltungen für junge Mütter und Väter gibt und wo man als Zugezogener einfach oft außen vor ist.

Das wichtigste aber ist, ich habe erfahren dürfen, dass man niemanden so sehr lieben kann wie das eigene Kind. Und das ist doch der wichtigste Punkt, war mir grade das zu Beginn so schwergefallen.