Sonntag, 8. Januar 2017
1052 - Eine lange Abfahrt
Ich werde wohl noch zum Schneeliebhaber, obwohl ich sonst Schnee immer überhaupt nicht mochte. Viel zu kalt und meist verwandelt er sich viel zu schnell in Matsche. Oder er taut an und friert wieder fest und dann ist es total rutschig. Dazu kommt, dass bei der kleinsten Schneeflocke die meisten Autofahrer vergessen, dass sie es können, langsam und mega vorsichtig fahren. Ich bin ja jetzt auch eher der vorsichtige Autofahrer, aber so eben doch nicht.

Aber jetzt habe ich das Baehrenkind und wir haben einen Schlitten und endlich gibt es jemanden, der vor Freude jauchzt, wenn man den Berg schnell runter düst. Das haben wir heute grade wieder gemacht, hier um die Ecke erst nur auf einem kurzen Stück. Meine Mutter wollte mich erst noch abhalten, hat dann aber gesehen wie viel Freude ihr Enkelkind hatte. Und dann haben wir es gewagt und sind den ganzen Waldweg bis zur Straße runtergefahren. Natürlich langsamer als ich es fahren würde, wenn ich alleine gewesen wäre, aber immer noch recht schnell. Und sie fand es toll, das war das wichtigste.

Jetzt hab ich nichts dagegen, wenn der Schnee noch ein bisschen bleibt und vielleicht sogar auch nächstes Wochenende noch liegt. Denn dann steig ich gerne wieder da hoch um mit dem Baehrenkind den Berg runter zu sausen.



Samstag, 7. Januar 2017
1051 - Erkenntnis
Im Gespräch mit Herrn Baehrs bester Freundin ist mir heute klar geworden, dass er den Haushalt so vernachlässigt, weil er es nie anders gelernt hat. Daheim musste er nie etwas machen, seine Mutter hat alles erledigt. Als wir uns kennenlernten wohnte er noch dort und seine Mutter hat fast alles gemacht. Das finde ich jetzt nicht optimal, aber so ist es einfach. Wirklich ändern werde ich das nicht können, aber es hilft mir hoffentlich das ganze entspannter anzugehen.



Freitag, 6. Januar 2017
1050 - Vom Stillen
Ich stille immer noch, ja wirklich, auch wenn das Baehrenkind jetzt bald ein Jahr alt wird. Viele finden das etwas komisch, vor allem weil sie doch so gut isst. Da brauch sie doch sicherlich keine Milch mehr, was soll denn der Quatsch? Und sicherlich fragen sich in meinem Umfeld auch viele, warum ich mich so einschränke. Oder warum ich das Baehrenkind so unglaublich verwöhne, das geht ja mal gar nicht. Zum Glück sagen die wenigsten das laut, man merkt aber oft, dass sie es denken.

Gerade heute habe ich gelesen, dass Frauen im Durchschnitt 6,9 Monate stillen. Das finde ich wirklich krass, wie kann man so schnell aufhören und was macht man mit dem Kind? Das Baehrenkind ist eine gute Esserin und sie hat schnell tagsüber die ersten Mahlzeiten komplett ersetzt. Aber das habe ich sie in ihrem Tempo machen lassen und ihr nichts aufgezwungen. Angefangen haben wir mit dem Mittagessen, erst ein bisschen Brei, dann die Brust. Irgendwann hab ich die weggelassen. Getrunken hat sie zwar noch von, aber danach gespuckt. Das ist nicht sinnvoll gewesen. Trotzdem hat es bis Ende September gedauert, dass sie nicht mehr tagsüber gestillt werden wollte bzw. genug gegessen hat um es auch ohne auszuhalten.

Seit Oktober hat sie keine andere Wahl, tagsüber unter der Woche ist nur Herr Baehr da und der gibt eben keine Milch. Doch bin ich am Wochenende da bekommt sie auch tagsüber die Brust, wenn sie das braucht. Und das braucht sie auch manchmal, bei Zahnweh, unglaublicher Müdigkeit oder wenn sie sich weh getan hat. Nicht immer, aber immer mal.

Und auch abends und nachts verlangt sie nach der Brust. Zumindest wenn ich dabei bin und ich bin einfach jeden Abend dabei. Manchmal frage ich mich, ob ich mich zu sehr einschränke und für das Baehrenkind aufopfere. Gleichzeitig weiß mein Herz aber, dass ich das nicht tue, es gehört für mich einfach dazu und ist richtig. Das Baehrenkind hat das Bedürfnis zu stillen, also machen wir es. Das ich somit Abends nicht weggehen kann ist jetzt nur ein kleiner Wehrmutstropfen, es gibt schlimmeres. Außerdem wird irgendwann auch diese Zeit wieder kommen, spätestens wenn das Baehrenkind mal einen Tag sturmfrei haben will.

Manchmal frage ich mich, wie andere es schaffen das Kind nach einem halben Jahr abzustillen. Einige Kinder sind da sicherlich anders und haben einfach kein Verlangen mehr nach der Brust. Ich glaube aber, und das zeigen mir auch immer wieder die vielen Kommentare, dass viele Frauen einfach Angst haben ihr Kind zu verwöhnen oder es zu verziehen. Aber warum? Stillen ist so viel mehr als verwöhnen und Nahrung. Stillen bedeutet Nähe und Liebe, Geborgenheit und Sicherheit. Stillen ist einfach etwas so schönes.