Die Tage postete Tamara Ecclestone auf Instagram wohl ein Bild wie sie ihre dreijährige Tochter stillte. Wenige Leute fanden es gut, es gab einen regelrechten Shitstorm. Daraufhin folgte ein weiteres, wie ich finde wundervolles Bild, und eine deutliche Ansage von ihr. Wen es interessiert, die einschlägigen Medien berichten. Ich finde es so traurig, dass dieses Thema so verpönt ist und es auch immer gleich sexualisiert wird. Stillen ist nicht nur Ernährung, stillen ist Liebe. Und es ist überhaupt nicht schlimm oder schadet dem Kind oder führt eine künstliche Beziehung her. Unsere Kultur hat es uns leider aufgezwungen, aber da muss man ja nicht mitmachen. Ich werde auch weiterstillen und bin froh, dass es Vorbilder wie Tamara Ecclestone gibt, die zeigen, wie schön so eine Langzeitstillbeziehung sein kann.
Mein Beitrag zum Geburtstag des Baehrenkindes enthielt eine deutliche Liebeserklärung an das kleine Wesen. Damals sagte ich, dass man erst weiß was Liebe ist, wenn man Kinder hat. In den Kommentaren hat dann sopravvivere von
il sogno si avvera erklärt, dass sie es nicht verstehen kann, dass Eltern die Liebe zu ihren Kindern über die Liebe zum Partner stellen. Genau das hat mich zum Nachdenken gebracht, denn ist es wirklich so, dass ich mein Kind mehr liebe als meinen Partner?
Auf jeden Fall ist es eine ganz andere Art von Liebe, vielleicht hat das auch mit irgendwelchen Urängsten oder Urgewohnheiten zu tun, die in uns schlummern. Das eigene Kind möchte man vor allem Bösen beschützen, man möchte es dem Kind so gut wie möglich gehen lassen. Viele Mütter gehen in solch einer Liebe völlig auf und opfern sich leider auch auf. Ergebnis ist, dass sie irgendwann völlig am Ende sind und vielleicht sogar noch den Partner und Freunde verloren haben. Da einen Mittelweg zu finden ist das Ziel, ich glaube meine Mutter hat das immer gut geschafft. Ich wusste, dass sie immer für mich da ist, dass sie aber auch ihr eigenes Leben hat. Noch heute verbindet uns etwas, das mich mit keinem anderen Menschen auf dieser Welt so verbindet, auch nicht mit meinem eigenen Kind, denn da habe ich ja die Mutter-Rolle. Vielleicht ist es auch genau das, was ich spüre und was meine Mutter mir vorgelebt hat. Dieses Besondere, dieses Band zwischen zwei Menschen, die Nabelschnur, die doch nie ganz durchtrennt wurde.
Aber wie steht es mit der Liebe zum Partner. Gerade die geht in den ersten Wochen und Monaten bestimmt bei den meisten Paaren mit Kind verloren. Es geht nur noch darum das Kind glücklich, satt und trocken zu bekommen. Hat man ein kleines Brülläffchen wie wir stellt es die Beziehung nochmal auf eine ganz neue Probe. Und ja, gerade bei Herrn Baehr und mir sah es ja vor der Geburt des Baehrenkindes nicht immer so rosig aus. Und auch hinterher und gerade nach der langen Schreizeit haben wir lange gebraucht um uns als Paar wieder zu finden und zu wissen, dass es uns als Paar gibt.
Doch was ist nun mit der Liebe zum Partner. Die ist anders, auf jeden Fall. Vielleicht bin ich da auch etwas nüchtern, denn ich habe geschiedene Eltern, meine Mutter trennt sich gerade von meine Stiefvater und ist frisch verliebt. Ich glaube also nicht, wie Herr Baehr das tut, an die eine große und ewige Liebe. Vielleicht gibt es das, man findet den Menschen, den man unglaublich liebt und mit dem man bis ans Ende seiner Tage glücklich ist. Muss aber eben nicht sein und manchmal geht es den Menschen eben so wie meinen Eltern, die dachten, dass sie glücklich sein könnten, es aber eben nicht waren. Und so ist es für mich richtig sich auch zu trennen, wenn man merkt, dass die Liebe eben nicht mehr da ist. Das ist für mich auf jeden Fall ein riesiger Unterschied zu den eigenen Kindern, von denen trennt man sich nicht so einfach, das ist im schlimmsten Fall ein langer und schmerzhafter Prozess.
Trotzdem sollte der Partner derjenige sein mit dem man erstmal bis an sein Lebensende zusammen sein möchte. Möchte man das nicht stimmt etwas nicht. Und so ist doch die Liebe zum Partner auch besonders und wichtig, aber irgendwo auf einer ganz anderen Ebene. Es ist eine Liebe die lebt und sich entwickelt und nicht eine Liebe die einfach da ist. Vielleicht ist es auch eine Liebe die viel mehr Pflege benötigt, die dafür aber nicht weniger wichtig ist.
Und um eins klar zu stellen. Ich liebe Herrn Baehr und ich plane aktuell mit ihm alt und runzelig zu werden. Aber ich liebe auch mein Kind, aber auf einer ganz anderen Ebene. Beide Lieben sind für mich wichtig und besonders und ich möchte eigentlich gar nicht die eine mit der anderen vergleichen oder eine über die andere stellen.
Das Kinderzimmer vom Baehrenkind hat ein Fenster, dass zu den Nachbarn rausgeht. Die haben dort auf der Seite ein Esszimmer und das können wir sehen. Und natürlich kann man auch die Personen in dem Zimmer sehen und die uns. Und denen kann man ganz toll winken, denn die winken zurück und freuen sich wie irre. Da hat das Baehrenkind einen Heidenspaß. Manchmal klopft sie auch extra an die Scheibe damit die Nachbarn sie bemerken. Total süß.