Donnerstag, 26. Oktober 2017
1329 - Stress
Herr Baehr hatte mal wieder keine Lust sich um den Urlaub zu kümmern. Und weil er seine Ruhe haben wollte durfte ich gestern auch nichts machen. Und so musste ich heute Abend alles machen. Es ist noch lange nicht alles eingepackt, ich weiß nicht wie ich das Morgen fertig bekommen soll. Ich befürchte auch, dass ich Herrn Baehr tausend Dinge aufschreiben kann und er vergisst es trotzdem. Ich versteh es nicht. Er will unbedingt Urlaub machen, ich brauch das ja für nichts, Geldverschwendung. Aber er will sich um nichts kümmern. Ich muss was raussuchen, es buchen, bezahlen, mich um alle Details kümmern. Planen, packen, an alles denken. Und dazu muss ich vollzeit arbeiten und den Haushalt machen. Ich mag grad echt nicht mehr.



Mittwoch, 25. Oktober 2017
1328 - Kleines Baehrenkind
Heute habe ich es nun endlich gesehen, nachdem ich die letzten Tage so verunsichert war. Das kleine Baehrenkind lebt und es geht ihm gut. Jetzt kann ich mich richtig freuen und bin auch viel entspannter. Und ich blase stolz meine Minikugel auf. Auch wenn es erst die zehnte Woche ist sollen die anderen es ruhig sehen. Ich bin mir jetzt sicher, dass es gut geht.



Montag, 23. Oktober 2017
1327 - Abschied
Heute war die Beerdigung meiner Oma. Und so traurig der Anlass war, so schön war es auch. Der kurze Trauergottesdienst wurde vom Pfarrer ihres Bezirks gehalten und hat mir gut gefallen. Er hat gute Worte gefunden, die jeden angesprochen haben. Nach dem Trauergottesdienst ging es dann in einen Waldfriedhof, denn das war der Wunsch meiner Oma, nachdem dort der erste Sohn meiner Stiefschwester begraben wurde. Ich war vorher noch nie auf einem Waldfriedhof und fand es dort sehr ansprechend. Es ist tatsächlich einfach ein Wald. Und an jedem Baum kann eine bestimmte Anzahl an Urnen begraben werden. Natürlich ist das ganze anonym, aber das finde ich gar nicht schlimm. Ich möchte eigentlich kein Grab haben, um das sich jemand kümmern muss und für welches man ständig teure Blumen kaufen muss, weil irgendeine Friedhofsordnung das vorschreibt. Da hat mir der Waldfriedhof viel besser gefallen. Ich finde es ja eh eine unangenehme Vorstellung nicht unter einem Baum begraben zu sein, also völlig ungeschützt dazuliegen. Total doofe Gedanken, aber das ist mir wichtig. Und so kann ich sehr gut verstehen, warum meine Oma sich für diesen Ort entschieden hat.

Mir ist bei der Beerdigung auch wieder bewusst geworden, welch ein Glück wir hatten, dass sie in unser Leben getreten ist. Sie ist nicht meine leibliche Oma, sondern meine Stiefoma. Sie hat jedoch vom ersten Tag an keinen Unterschied zwischen uns und ihren leiblichen Enkeln gemacht. Sie war unsere Oma und das war für sie selbstverständlich. Das ist es mit Sicherheit nicht für jeden und so bin ich dafür unendlich dankbar.