Montag, 11. Dezember 2017
1376 - Wählscheibe
Heute klingelte mein Bürotelefon mit unterdrückter Nummer. Dran war ein Herr von und zu irgendwas, der etwas wirr immer wieder Zahlen vor sich hin murmelte und dann fragte, ob er bei der Staatsanwaltschaft rausgekommen wäre. Ich verbringe und erklärte, dass er ganz woanders angerufen hätte. Darauf hin erklärte er mir, dass er sich wohl mal wieder verwählt hätte, weil die Wählscheibe an seinem Telefon klemmt. Ich war echt erstaunt, dass es Menschen gibt, die noch Telefone mit Wählscheibe besitzen und diese sogar nutzen. Witzig war sauf jeden Fall.



Sonntag, 10. Dezember 2017
1375 - Zu viel Schnee
Wir waren heute bei der Studienfreundin. Wir wussten, dass es schneien sollte, doch es kam wirklich viel auf einmal runter und das war dann ziemlich blöd. Die Straßen wurden natürlich erst im Hintertaunus geräumt, der Rest der Strecke war der Horror. Vor allem auch weil viele Leute sehr merkwürdig gefahren sind. Aber auch unsere Reifen sind wohl nicht mehr so toll, denn Herr Baehr hatte mehrmals Probleme beim anfahren. Ich war froh, dass ich nicht fahren musste. Und froh, als wir wieder daheim waren ohne das Auto oder uns selbst zu schrotten.

Das Baehrenkind hat das kalt gelassen. Sie hat einfach den ganzen Weg geschlafen. Beneidenswert.



Samstag, 9. Dezember 2017
1374 - Verkneifen ablegen
Mein Großvater war Ende des zweiten Weltkrieges ein junger Mann. Sein Vater kehrte nicht sofort aus dem Krieg zurück und so war es an ihm für sich und seine Mutter zu sorgen. Damals gab es wenig und so hat sich mein Großvater viel verkniffen und auf vieles verzichtet. Das hat er ein Leben lang nicht mehr abgelegt. Genuß war verboten, das hat er sich untersagt. Schokolade, die er wirklich sehr gerne gegessen hat, musste man ihm förmlich aufzwängen. Leider war er auch in vielen anderen Bereichen sehr verkniffen, ließ zum Beispiel Gefühle nie zu. Natürlich hat das meine Mutter sehr geprägt und sie hat sich selbst oft schöne Dinge untersagt oder verkniffen. Und auch ich habe das so gelernt. Bei Einladungen in ein Lokal bestelle ich immer mit das günstigste Gericht und oft nicht das worauf ich wirklich richtig Lust hätte. Und ich trinke Wasser. Und leider sag ich auch vorschnell zu vielem nein, danke, obwohl ich es insgeheim doch mag. Es hat lange gedauert bis mir das bewusst wurde und noch länger bis ich sagen konnte, ja, bitte. Oder auch, ich mag jetzt gerne dies oder jenes. Aber es kommt und ich hoffe, dass ich diese schlimme Eigenart der Familie nicht an das Baehrenkind weitergebe.