Montag, 8. Januar 2018
1403 - Die Angst
Bis gestern dachte ich noch, dass ich die Geburt und des Baehrenkindes und die schlimme Schreizeit verarbeitet und akzeptiert habe. Dem scheint nicht so zu sein. Mich hat es gestern total überrollt. Da ist eine riesige Angst, dass die Geburt wieder so wird oder sogar noch schlimmer, denn so objektiv betrachtet wars ja gar nicht so schlimm. Und dann frag ich mich, ob die Schreierei gar nicht so arg war und ich einfach nur überfordert war. Die meisten Menschen in meinem Umfeld haben sie ja auch nie so extrem schreiend erlebt, denn wenn etwas passierte war sie erstmal abgelenkt.

Ich hoffe so sehr, dass ich in den nächsten Wochen einen Weg finde mit der Angst umzugehen und sie nicht auf die anstehende Geburt und das zweite Kind zu übertragen.



Sonntag, 7. Januar 2018
1402 - Das neue Baehrenkind
Das Baehrenkind hat sich verändert. Sie war am Anfang extrem mutig, manchmal zu übermütig. Oft mussten wir aufpassen, dass sie sich nicht verletzte, weil sie sich einfach total überschätzte. Also keineswegs ein frohes oder ängstliches Kind. Schaukeln musste immer wild sein, die Rutsche konnte nie zu hoch sein, klettern ging überall und so weiter. Und jetzt plötzlich hat sie vor allem Angst. Es geht nur noch, wenn ich mitmache. Rutschen ja, aber bitte auf Mamas Schoß.

Mich überfordert das neue Baehrenkind extrem. Ich bin es nicht gewohnt, dass sie so ängstlich ist. Und dann bin ich ganz schnell genervt, dass ich überall mit hin muss. Oder sie bei allem anfängt zu weinen. Es ist so schwer für mich einfach Verständnis zu haben, würde ich doch so gerne sagen: "Was ist los? Stell dich nicht so an! Das war doch sonst nie ein Problem!" Aber das wäre unfair.

Ich hoffe einfach, dass wir ein gesundes Mittelmaß finden und sie sich wieder mehr alleine zutraut. Und so lange muss ich an mir arbeiten und versuchen sie so gut es geht zu unterstützen und ihre Gefühle zu akzeptieren. Denn die sind nicht schlecht oder falsch, sondern einfach nur da.



Samstag, 6. Januar 2018
1401 - Wasser
Ich war heute mit dem Baehrenkind, der Studienfreundin und ihrem Sohn schwimmen. Ein total entspannter Tag, wir haben einfach geschaut wie lang die Kinder Lust haben. Wir haben sie einfach machen lassen. Interessanterweise ist mittlerweile nicht mehr das Baehrenkind die mutigere von beiden. Früher hat sie sich immer ins Wasser gestürzt, hatte kein Problem mit Wasser überm Kopf oder Sprüngen vom Beckenrand. Jetzt ist sie ganz anders, vorsichtiger. Sie hat mittlerweile eine Schwimmweste, Kompromiss zwischen Herrn Baehr und mir. Aber damit fühlt sie sich leider nicht sicher,was wirklich schade ist, denn an sich ist die Weste nicht doof. Mir fällt es schwer mit der Angst des Baehrenkindes umzugehen, da sie ja bis vor kurzem gar keine Angst hatte. Aber wir wachsen ja alle mit den Kindern und ich akzeptiere ihre Gefühle und versuche ihr Sicherheit zu geben.