Samstag, 20. Januar 2018
1415 - Entschuldigen müssen
Das Baehrenkind hat heute im Spiel der großen Nichte aus lauter Übermut auf den Kopf gehauen. Die fand das natürlich blöd und hat das gleich an uns Erwachsene gemeldet. Und dann fingen alle an, dass sich das Baehrenkind jetzt entschuldigen müsse. Sie war völlig verwirrt und wusste gar nicht, was die alle von ihr wollten. Ich bin irgendwann eingeschritten, weil auch Herr Baehr in alte Muster verfallen war. Der hat sich aber durch mich dann noch mehr in die Ecke gedrängt gefühlt und hat grad das Gegenteil gemacht. Hinterher haben wir drüber gesprochen. Ich war froh, dass er es genauso sieht wie ich, eigentlich. Nämlich dass das Baehrenkind die Lage gar nicht verstanden hat und deswegen nicht wusste was alle von ihr wollen.



Freitag, 19. Januar 2018
1414 - Arbeitsstress
Mir ist gestern Abend noch sehr klar geworden, dass es wohl der Arbeitstermin gestern war, der mich so hat aus der Haut fahren lassen. Das ärgert mich ganz schön, dass ich das hier daheim ausgelassen habe. Es hat mich wohl so getriggert, dass sie jetzt wieder nit neuen Sachen um die Ecke kommen für die keine Zeit ist. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Kollege geht, der mir ein wenig Arbeit abgenommen hat. Jetzt bleibt alles an mir hängen und das wird ganz schön anstrengend. Ich bin so froh, wenn ich endlich im Mutterschutz bin. Mir wird das alles viel zu viel, ich schaff das alleine nicht. Aber das interessiert keinen, leider.



Donnerstag, 18. Januar 2018
1413 - Schwarze Momente
Ich würd grade am Liebsten weglaufen, ich hab keine Lust mehr. Es ist einfach ein dreckiger Saustall in dem wir leben. Herr Baehr schafft es ja noch nicht mal einen Joghurtbecher in den Müll zu werfen. Oder den Deckel des Wäschekorbs hochzuheben, um seine dreckigen Sachen reinzutun. Die legt er schön oben drauf, kann ja ich wegräumen. Das ist alles so anstrengend. Dazu das eklige, fettige Essen, dass wir jeden Tag essen müssen. Es muss immer Fleisch geben, immer mit viel Fett. Neuerdings gibt's jetzt ständig Fixgerichte. Sag ich was oder versuch selbst einkaufen zu gehen meckert er direkt rum. Mir geht es schlecht damit, ich vertrag das alles nicht so gut. Aber das ist ja egal, ich stell mich ja nur an. Schließlich bestimme ich ja schon über sein ganzes Leben, da soll ich ihm wenigstens das Essen lassen.

Ich weiß echt nicht in was für einer Welt er lebt, aber ich stell mich immer hinten an. Ich schufte gute 18 Stunden am Tag und bin nachts oft noch ewig mit dem Baehrenkind wach, damit er schlafen kann und Computer spielen kann. Aber das zählt ja nicht.