Dienstag, 12. Juni 2018
1556 - Langsam machen
Obwohl es mir diesmal viel schneller viel besser geht als nach der letzten Geburt, versuche ich mich zurückzuhalten und zu schonen. Ich glaub mein Körper dankt mir das und erholt sich auch deswegen besser. Aber auch so hatte ich ja diesmal "nur" den extremen Blutverlust und nicht noch tausend andere Dinge, die mein Körper noch heilen musste.

Heute war ich das erste Mal spazieren, zwei Wochen nach der Geburt. So lange hab ich das damals beim Baehrenkind nicht ausgehalten, da war ich schon nach wenigen Tagen das erste Mal unterwegs, was eigentlich total irrsinnig war. Vielleicht fällt es mir jetzt auch leichter später rauszugehen, weil ich in den Garten kann. Ein Sommerkind ist doch was anderes als ein Winterkind. Was auch immer der Grund ist, ich bin froh, dass es mir gelingt mich nicht zu übernehmen und ich auch einfach mal für mich sorge.



Montag, 11. Juni 2018
1555 - Wir schaffen das
Nachdem ich gestern noch eine extreme Überforderung gespürt habe bin ich mir heute sicher, dass wir alles schaffen können. Ja, es ist kein einfacher Weg, den wir mit unserem Erziehungsstil gehen. Aber wenn wir uns dann das Baehrenkind anschauen und auch hören, was andere über sie sagen, wissen wir, dass es all die Mühe wert ist. Ich weiß, dass es mit zwei Kindern unglaublich anstrengend aber auch unglaublich schön sein kann. Ich bin dankbar, dass ich die beiden habe und ich mein Leben mit ihnen teilen darf. Ich werde noch oft an mir zweifeln, aber ich werde sicherlich irgendwann auch stolz sein können. Und Herr Baehr auch.



Sonntag, 10. Juni 2018
1554 - Überforderung
Heute bin ich irgendwie mit der Gesamtsituation überfordert. Das Baehrenkind ist noch nicht ganz fit und findet dementsprechend alles furchtbar. Bei jeder Kleinigkeit fängt sie vor Frust oder Wut an zu weinen. Ich befürchte, dass das nicht der letzte Tag war, an dem das so ist und es einfach auch zu der Entwicklungsphase gehört, die sie gerade durchmacht. Dazu kommt, dass mich meine Gefühle überfordern und ich plötzlich Angst bekomme, dass ich nicht beide Kinder lieben kann. Ich kümmere mich aktuell viel um das kleine Baehrenkind, denn bei Herrn Baehr weint er nur. Das hat zur Folge, dass ich für das Baehrenkind wenig Zeit habe und sie oft nur in Extremsituationen wahrnehme. Und dann gleich anfange zu schimpfen, was total bescheiden ist. Ich weiß, dass sich bei mir grade die Hormone umstellen und ich weiß, dass diese tiefe Liebe zum Baehrenkind nie vergehen wird. Und trotzdem hab ich Angst, dass etwas zerbricht. Und das zerreißt und überfordert mich aktuell extrem.