Freitag, 29. Juni 2018
1573 - Spaziergruppe
Es bildet sich so langsam eine Gruppe von Frauen heraus, die sich regelmäßig zum spazieren trifft. Ich finde das total toll, denn sie sind alle so anders als ich aber alle wirklich nett. Klar zucke ich innerlich zusammen, wenn eine sagt sie lässt das Kind auch mal schreien oder dass sie sie nicht mit positiven Dingen belohnen wollen. Aber es ist eine gute Übung für mich einfach mal ruhig zu sein und nichts zu sagen. Oder dann eben behutsam meine Meinung zu sagen, aber sie nicht aufdrängen. Viel wichtiger ist mir aber, dass ich endlich den Austausch mit anderen Müttern habe. Klar habe ich das mit der Studienfreundin auch und will es nicht missen, aber das ist eine ganz andere Ebene. Ich lerne so das Muttisein und kann diesmal endlich die Elternzeit von Beginn an genießen.



Donnerstag, 28. Juni 2018
1572 - Erster Tag alleine
Heute musste Herr Baehr wieder arbeiten gehen und ich war den ersten Tag alleine. Ich hatte etwas Respekt davor, denn ich muss ja Morgens beide Kinder und mich fertig machen. Da ich aber Abends schon geduscht hatte ging alles recht schnell und so war das Baehrenkind dann heute Morgen die erste im Kindergarten. Das kleine Baehrenkind hatte ich heute viel am Körper in der Trage und im Tuch. Das ist schon anstrengend und schränkt teilweise ein. Aber es tut uns beiden gut und ich muss nicht ewig laufen und ihn schaukeln bis er schläft bzw zur Ruhe kommt. Ich bin gespannt, wie die anderen Tage jetzt werden. Und wie es wird, wenn das Baehrenkind drei Wochen frei hat.



Mittwoch, 27. Juni 2018
1571 - Veränderungen
Ich lese gerade das neue Buch von Nora Imlau über gefühlsstarke Kinder und bin sehr bewegt. Nach der Definition bin ich ein solches Kind gewesen, ob das Baehrenkind auch eins ist ist mir noch nicht ganz klar. Auf jeden Fall hat sie Züge eines solchen Kindes. Mir ist es auch egal, ich will ihr nicht wieder irgendein Label verpassen. Was ich aber sehr hilfreich fand, ist die Erklärung zu Veränderungen in dem Buch. Ich kann schwer mit Veränderungen umgehen, als Kind noch viel weniger. Und auch das Baehrenkind tut sich bei vielem sehr schwer. So hat sie heute geweint als ich die Mülltonne auf die Straße gestellt habe, denn jetzt stand sie nicht mehr auf ihrem Platz. Es ist sehr schwierig in solchen Momenten mit Verständnis zu reagieren. Doch das Buch hat mir die Augen geöffnet, dass gerade diese kleine Veränderung für das Kind einer Katastrophe gleich kommt. Und es dann entsprechend zu begleiten ganz wichtig ist. Und so hab ich eben vor der Tür ein aufgelöstes Kind in den Arm genommen und ihr erklärt, dass die Müllabfuhr kommt und nur so weiß, dass sie die Mülltonne abholen muss. Und schon war alles gut und sie erleichtert.