Sonntag, 29. Juli 2018
1601 - Angst beim Baehrenkind
Das Baehrenkind kannte lange gar keine Angst. Sie hat sich in jedes Abenteuer gestürzt und hat sich oft überschätzt. Seit einiger Zeit hat sie aber Angst. Ich glaube, sie kannte Angst bis zu dem Zeitpunkt gar nicht. Aber jetzt ist sie manchmal da. Bei lauten Geräuschen zum Beispiel. Oder bei fremden Menschen und fremden Situationen. Oder heute beim familienfest, wo sie zuerst in kein Karussell einsteigen wollte und selbst vor ihrem Kitaerzieher Angst hatte. Mich überfordert die Angst bei ihr, weil sie sonst eben so mutig und frech und wild ist. Ich muss mich dann immer zusammenreißen, dass ich auch diesen wesenszug akzeptiere und annehme und die Angst angemessen begleite. Aber es ist ein Teil ihres selbst und gehört auch dazu.



Samstag, 28. Juli 2018
1600 - Noch mehr Kinder
Ich kann mir gut vorstellen noch ein Kind zu bekommen, obwohl ich gerade schon mit den zweien am Rande meiner Kräfte bin. Vorstellen kann ich es mir vor allem mit dem Mann, der Herr Baehr Mal war. Ein Mann, der an Kindern Freude hatte, der ihnen spannende Dinge zeigen wollte und der jeden Quatsch mitgemacht hat. Das ist der Mann in den ich mich verliebt habe und der für meine Kinder der perfekte Vater ist.

Doch dieser Mann ist irgendwo verloren gegangen in der Fülle seines Körpers. Eine Fülle, die ihn krank und träge macht, die ihn frustriert und die ihn lähmt. Alles ist zu anstrengend. Und dann ist da ja noch seine Arbeit, über die er seit Jahren jammert, weil er wirklich nicht viel verdient und weil da ja alle doof sind (dabei hat er sehr nette Kollegen um die ich ihn immer beneidet habe). Doch ändern will er nichts. Ist zu anstrengend.

Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Bluthochdruck. Der ist extrem und müsste dringend behandelt werden. Der Hausarzt warnt bei jedem Besuch und Herr Baehr geht nicht oft dort hin. Eigentlich hatte er mir ganz fest versprochen endlich in der Elternzeit hinzugehen. War aber zu anstrengend und zu viel.

Vom Haushalt will ich gar nicht anfangen. Da bin ich auch selbst dran schuld.

Und so rückt ein weiteres Kind in weite Ferne, denn es wäre aktuell für niemanden gut. Ich würde Herrn Baehr gerne helfen, doch das ist auch so eine Sache, er lässt sich absolut ungerne helfen. Er macht das alleine, auf seine Art. Ich habe bitte ruhig zu sein. Und ich muss fröhlich sein, denn sonst ziehe ich ihn runter. Es macht mich unglaublich traurig, aber es muss passen. Für alle.



Freitag, 27. Juli 2018
1599 - Duracelkind
Das Baehrenkind hatte ja von Geburt an sehr viel Energie. In den ersten Lebensmonaten schrie sie diese einfach heraus. Ich glaube sie hatte damals schon einen unglaublichen Bewegungsdrang, den sie einfach nicht ausleben konnte. Das schreien würde ja auch besser als sie sich mehr bewegen konnte. Noch heute braucht sie jeden Tag eine ordentliche Portion Bewegung. Heute hat sie eindeutig zu wenig davon bekommen, denn sie rennt und tobt seit Stunden, wie als hätten wir ihr einfach viel zu viel Zucker oder sowas gefüttert. Zum Glück ist es jetzt etwas abgekühlt, so dass sie auch im Garten rennen kann.