Dienstag, 8. April 2014
057 - Entspannte Eltern
Gestern Abend habe ich noch eine sehr gute Freundin samt Mann und Kind besucht. Da ich zum Übernachten von der einen in die andere Stadt fahren musste, hatte sich das so angeboten. Eigentlich bin ich nach einem Arbeitstag, an dem ich auch noch angereist bin, oft so müde und fertig, dass ich niemanden mehr sehen will. Da ich die drei aber so selten sehe, wollte ich unbedingt noch vorbei. Und das war auch super, es ist so entspannend, trotz Baby, bei ihnen zu sein.

Kaum war ich angekommen, hab ich den Kleinen auf den Arm gedrückt bekommen. Der war auch total begeistert von mir, hat neugierig meine Haare durchwühlt und hätte wahrscheinlich auch gerne meine Brille von meiner Nase gerissen. Kitzeln lassen hat er sich auch und richtig herzhaft gelacht. Geweint wurde auch nicht, als Mama und Papa das Zimmer verlassen hatten. Das kenne ich sonst so von allen anderen Kindern, also den kleineren, in unserem Bekanntenkreis.

Aber die zwei gehen an die Kindererziehung ganz anders ran und machen auch sonst vieles anders. Der Kleine geht von Anfang an auf die Toilette und hat kaum Windeln an. Etwas befremdlich fand ich das beim ersten Besuch schon, es scheint aber gut zu klappen und scheint dem Kleinen sogar gut zu gefallen. Außerdem, und das finde ich einen ganz wichtigen Punkt, nehmen sie den Kleinen ernst. Er wird nicht mit irgendeiner bekloppten Babysprache angesprochen, sondern ganz normal, auch mit Bitte und Danke. Und sie sind nicht so übervorsichtig und überbehütend, wie so viele andere Eltern.

Es war einfach ein sehr schöner Abend nach dem gestrigen blöden Arbeitstag. Es hatte gut getan in so eine entspannte friedliche Atmosphäre zu kommen und sich ganz normal unterhalten zu können. Ja, auch das ist möglich, es muss nicht immer über Kinder geredet werden. Wenn sich von den beiden so einige etwas abschauen würden, hätten wir sicherlich viele glückliche Kinder.



Montag, 7. April 2014
056 - Ausgesperrt
Nicht nur beim Fleischkunden scheint es kompliziert zu sein, auch beim anderen Kunden kann man Zeit unnütz verschwenden. Heute Morgen ging erstmal meine Zugangskarte nicht. Völlig müde, vom frühen Aufstehen und der Allergie, bin ich dreimal hintereinander mit dem Koffer gegens Drehkreuz gerumst, bis von drinnen die Empfangsdame gerufen hat, ich solle doch durch die ander Türe gehen. Sehr unangenehm, aber gut. Immerhin war ich dann schonmal drinnen. Durfte sogar, obwohl extern, mit ungültigem Ausweis bis zum Büro.

Dort dann aber das nächste Problem. Nicht nur meine Karte ging nicht mehr, sondern auch mein Account nicht. Ich konnte mich nicht mehr am Rechner anmelden, war also absolut nicht arbeitsfähig. Da kam mir das erste Mal der Gedanke, dass es wohl doch sinnvoller gewesen wäre im Bett zu bleiben. Zum Glück gibt es hier einen Mitarbeiter, der sich gerne und schnell um solche Angelegenheiten kümmert. Nachfragen ergab, dass es mich im System wohl zweimal gegeben hatte und der falsche Account verlängert wurde. Somit war Frau Baehr 1 offiziell zum 31.03.14 ausgetreten, Frau Baehr 2 (von deren Existenz bis dahin keiner was wusste) war weiterhin aktiv. Das bedeutete also erstmal, dass ich einen neuen Ausweis, nämlich für Frau Baehr 2 brauchte. Als der gegen den alten getauscht war, sollte nur noch das Passwort zurückgesetzt werden und ich sollte normal arbeiten können. Normal bedeutete in diesem Fall, ganz ohne meine Dateien, ohne meine Mails usw. Schöne Aussicht. Frau Baehr 2 war aber wohl eine Systemleiche, die sich gar nicht so schnell mit einem neuen Passwort reaktivieren lies, somit ging wieder nichts voran. Der hilfsbereite Kundenkollege hatte in der Zwischenzeit, schließlich koste ich ja einiges an Geld, irgendwie getrickst und das ziemlich gut. Alles beim alten, nur der Anmeldenamen und der Ausweis sind neu. Damit kann ich leben, hauptsache die Dateien sind alle wieder da.

Jetzt bin ich also wieder arbeitsfähg und telefoniere Kollegen und Kundenkollegen hinterher. Also der ganz normale Wahnsinn mal wieder. Doof ist nur, dass meine laufende Nase wohl nicht nur von der Allergie kommt, sondern da wohl noch mehr hintersteckt. Mein Kopf fühlt sich nämlich mittlerweile wie ein riesiger geschwollener Ballon an.



Sonntag, 6. April 2014
055 - Wie Urlaub
Herr Baehr und ich haben beschlossen, dass heute mal ein Tag nichts im und am Haus und Garten gemacht werden muss. Heute war ein Tag Pause. Schon das ausschlafen war super, auch wenn die Sonne, die durch die Rolloritzen kam, uns nicht lange im Bett gehalten hat. Dann ging es, nach einem schnellen Frühstück am Teich, ins örtliche Schwimmbad. Das war leider nur recht voll und da es kein extra Nichtschwimmerbecken gibt, war es unmöglich Bahnen zu schwimmen. Somit sind wir nur halbe Bahnen geschwommen, aber alles besser als nichts. Anschließend gab es dann ein ausgiebiges Frühstück im Garten, wieder am Teich. Ich musste feststellen, dass das wie die Urlaube ist, die ich früher mit meinen Eltern gemacht habe. Ein sehr schönes Gefühl.

Mein absolutes Highlight des Tages war aber dann meinen Hängesessel in den Apfelbaum zu hängen. Schon als ich ihn letztes Jahr von Herrn Baehr zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, hatte ich davon geträumt in ihm am Apfelbaum zu schaukeln und zu lesen. Genau das habe ich heute Nachmittag umgesetzt. Perfekt. So ein Tag könnte ewig dauern.

Jetzt gleich gibt es noch Spargel und Steak. Besser kann ein Tag kaum sein.



054 - Streng sein
Heute acht aufgeregte Mädchen vor und nach ihrem Tanzauftritt beaufsichtigt. Hinterher meinte ich zu Herrn Baehr, dass es diesmal ja so gut geklappt hätte und ich diesmal ja sogar richtig nett sein konnte. Daraufhin Herr Baehr: "Dann will ich dich nicht in streng erleben..."