085 - Wollrausch
Da ja bald Nachwus beim Bruder von Herrn Baehr ansteht, habe ich beschlossen für diesen etwas zu stricken. Da ich ja noch nicht wirklich gut bin, muss es was einfaches sein. Und das habe ich jetzt, hoffentlich gefunden. Blieb nur noch der Wollkauf. Das mache ich online und kann damit Stunden zubringen. Jetzt habe ich nicht nur Wolle für das Babygeschenk, sondern auch noch Sockenwolle und Wolle für einen Pulli bestellt. Alles haut von der angegebenen Maschenprobe zwar nicht so ganz hin, aber ich schau mal. Eventuell wird der Pulli eben etwas größer, was ich aber nicht schlimm finde, denn ich mags nicht wenns so eng ist.
Bevor ich aber mit dem neuen Pulli anfange, muss erstmal die Strickjacke fertig werden. Da bin ich sogar schon recht weit, die letzten Tage hatte ich immer wieder Lust zu stricken. Es fehlt nur noch die Hälfte des einen Vorderteils und die Ärmel. Ich freu mich schon so, wenn sie fertig ist. Hoffentlich sieht sie dann auch schön aus. So in Einzelteilen gefällt sie mir schonmal.
frau_baehr am 07. Mai 14
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084 - Baehrengeräusche
Herr Baehr hat eine schlechte Eigenart, er schnarcht. Und zwar nicht nur, wenn er auf dem Rücken liegt, sondern in jeder Schlafposition. Aber auf dem Rücken besonders, deswegen unternehme ich die verschiedensten Versuche ihn wieder auf die Seite zu bekommen. Rollen ist keine Option, Herr Baehr hat nämlich auch die Ausmaße eines Bären. So entspinnt sich im Hause Baehr nachts oft folgender, oder ähnlicher, Dialog:
Frau Baehr (rüttelt an Herrn Baehr): Dreh dich bitte auf die Seite.
Herr Baehr: Schnarch
Frau Baehr (rüttelt etwas intensiver): Bitte dreh dich auf die Seite.
Herr Baehr: Hmmm, gleich.
Frau Baehr (rüttelt weiter): Dreh dich doch bitte auf die Seite.
Herr Baehr: Das geht jetzt nicht!
Frau Baehr: Warum nicht?
Herr Baehr: Weil es jetzt nicht geht. Schnarch.
Frau Baehr gibt auf und wandert für die Nacht ins Gästebett aus. Herr Baehr kann sich am nächsten Morgen an kein Gespräch erinnern und behauptet auch immer noch er würde ja niemsls auf dem Rücken schlafen. Irgendwann mache ich mal ein Beweisvideo.
Seit kurzem habe ich herausgefunden, dass Herr Baehr sich dreht, wenn man laute Geräusche, wie Fenster schließen, beim auf Toilette gehen, die Tür etwas schwungvoller zumachen oder sich von einer Seite auf die andere werfen, macht. Somit also meine neue Taktik. Oder das Körnerkissen aufs Ohr legen, das funktioniert aber nur solange ich auf der Seite liegen bleibe und das tue ich nicht. So ein fallendes Körnerkissen am Ohr ist ganz schön laut.
frau_baehr am 06. Mai 14
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083 - Sportbegeisterung
Dem Vater von Herrn Baehr schenken wir gerne Eintrittskarten zu Sportveranstaltungen zum Geburtstag. Er freut sich darüber immer total und genießt es den Tag mit seinen Kindern und Schwiegerkindern (sagt man das so?) zu verbringen. So waren wir letztes Jahr beim Biathlon und dieses Jahr, heute um genau zu sein, beim Football.
Ich kenne es von daheim nicht, dass man zu Sportveranstaltungen geht. Meine Eltern sind nicht sportbegeistert, interessieren sich auch nicht wirklich für Sport. Sie schauen, so wie fast jeder, die Fußball-WM an, mehr aber auch nicht. Und meine Mutter tanzt, das ist ja auch Sport. Zu Schulzeiten war Sport auch das einzige Fach, in dem ich schlecht sein durfte. Meine Mutter hätte es sogar akzeptiert, wenn ich den Sportuntericht geschwänzt hätte. Dementsprechend bin ich eben auch nicht sehr sportbegeistert.
Der einzige Sport, der mich wirklich interessiert, mitreist und mein Herz gewonnen hat, ist Eishockey. Warum es gerade das ist weiß ich nicht. Ich liebe das Geräusch der Schlittschuh auf dem Eis, ich liebe die dick eingepackten Goalies, ich liebe die Schlägereien, ich liebe das schnelle Spiel und noch so vieles mehr. Aber so geht es mir nur beim Eishockey. Alles andere kann mich irgendwie nicht mitreißen. Fußball ist mir zu langsam und dauert einfach zu lang. Leichtatlethik geht auch nicht an mich. Wintersport ist mir zu kalt, zumindest zum zuschauen. Und Football, das hab ich heute wieder gemerkt, ist einfach zu ereignislos, auch wenn der echte Footballfan, so wie Herr Baehr, das bestimmt ganz anders sieht. Jedem das seine. Hauptsache der Vater von Herrn Baehr hatte heute seinen Spaß und danach sah es aus.
frau_baehr am 05. Mai 14
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082 - Patenkinder
Ich habe zwei Patenkinder. Ein Junge und ein Mädchen. Der Junge ist mein Cousin, er kam mit fünf Jahren als Adoptivkind nach Deutschland. Für meine Tante und meinen Onkel ein absolutes Wunschkind und ich habe mich damals sehr gefreut, als sie mich fragten, ob ich nicht die Patenschaft übernehmen möchte. Das wollte ich natürlich sehr gerne und so hatte ich Patenkind Nummer eins.
Das Mädchen ist die Tochter eines mit mir seit Jahren sehr eng befreundeten Paares. Ich kenne sie seit sie auf der Welt ist, habe sie als Baby rumgetragen und geschaukelt und sie auf ihrem Lebensweg bis jetzt begleitet. Ich war nicht von Anfang an ihre Patin, erst als ihre Patentante starb, habe ich die Rolle sehr gerne übernommen. Genauso gerne wie die Eltern mag ich, und Herr Baehr übrigens genauso, die Kleine und ihre Geschwister. Ich freue mich, wenn sie uns besucht und wir einen gemeinsamen Tag verbringen.
Heute was das erste Mal, dass meine beiden Patenkinder aufeinandergetroffen sind. Und da ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich sie sind und wie unterschiedlich doch meine Beziehung zu ihnen ist. Wie schon beschrieben, das Mädchen habe ich in mein Herz geschlossen. Den Jungen eher nicht und das tut mir sehr Leid. Es ist nur einfach so schwierig ihn zu mögen. Er wird, in meinen Augen, von seinen Eltern total verzogen. Daraus hat sich in den Jahren eine absolute Scheiß-Egal-Haltung entwickelt (und er ist noch nicht in der Pubertät). Wenn man ihm ein Geschenk mitbringt, bedankt er sich zwar, zeigt aber keine Freude, selbst wenn es etwas ist, dass er sich gewünscht hat. Unterhalten kann ich mich mit ihm auch überhaupt nicht, ist ihm wohl auch irgendwie zu blöd. Mit dem Mädchen dagegen kann ich mich ewig unterhalten. Ich weiß von ihr auch einfach viel mehr, ich kenne ihre Freundinnen, ich weiß was sie in ihrere Freizeit macht, ich weiß wie sie in der Schule ist, bei was sie Hilfe braucht, vor was sie Angst hat. Bei dem Jungen weiß ich das kaum.
Es ist schade, denn ich wollte eigentlich immer eine richtige Patin sein. Eine, die für das Kind da ist und mit ihm schöne Dinge macht, denn das hat meine Patin kaum mit mir gemacht. Und jetzt gelingt es mir nur so halb. Und eigentlich zählt es nicht als Ausrede, dass der Junge einfach so gar nicht liebenswert ist.
frau_baehr am 04. Mai 14
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