109 - Erzähl es niemandem!
Ich bin immer auf der Suche nach guten Büchern. Eine lange Zeit habe ich zu Weihnachten auf meinen Wunschzettel (ja, wir schreiben auch als Erwachsene noch Wunschzettel, alle auch meine Eltern) immer den Wunsch "ein gutes Buch" geschrieben. Meine Eltern haben mir dann entsprechend gute Bücher geschenkt, Klassiker von Jane Austen oder Stefan Zweig, aber auch andere Bücher, die sie gut fanden. Und meine Eltern haben eigentlich immer einen guten Geschmack was Bücher angeht. Zumindest meinen treffen sie eigentlich immer.
Zu Ostern gabe es dieses Jahr von ihnen auch ein Buch. Für mich diesmal
"Erzähle es niemandem! Die Liebesgeschichte meiner Eltern" von Randi Crott. Ein Buch, dass ich kaum noch aus der Hand legen konnte.
Angefangen mit dem Tagebuch von Anne Frank, habe ich vor allem als Jugendliche viele Bücher über das dritte Reich verschlungen. Und so war es natürlich einfach mich für dieses Buch zu begeistern. Dieses Buch erzählt die Geschichte von Lilian und Helmut, einer Norwegerin, die sich in einen deutschen Besatzungssoldaten verliebt. Sie erzählt aber auch die Geschichte eines jungen Halbjuden, der sich als Wehrmachtssoldat vor der Verfolgung schützt und die Schicksalsschläge und Demütigungen, denen seine Eltern ausgesetzt sind. Sehr interessant ist aber auch die Geschichte der Besatzung Norwegens, ein Thema, das nicht oft besprochen wird und worüber wenig bekannt ist.
Ich kann dieses Buch nur sehr empfehlen. Vor allem jedem, der sich für dieses Themengebiet interessiert. Wer nur eine reine Liebesgeschichte lesen möchte sollte ein anderes Buch kaufen.
frau_baehr am 31. Mai 14
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108 - Sehr anstrengend
Heute war die Vatertagswanderung. Herr Baehr durfte bei den Männern mitwandern, obwohl er ja gar kein Vater ist. So wie es aussieht war er auch der einzige, der kein Vater ist. Aber das sieht man hier zum Glück nicht so eng. Für Herrn Baehr war es sicherlich gut, denn so konnte er die Männer endlich mal alle kennenlernen. Und so wie es aussieht, hat er sich mit dem ein oder anderen auch angefreundet und scheint ganz gut in die Runde zu passen.
Die Frauen sind zwei Stunden nachdem die Männer losgelaufen waren, zu einer Grillhütte gefahren und haben dort die Männer mit einem noch nicht angezündeten Grill, Getränken und Salaten in Empfang genommen. Ich finde solche typischen Rollenverteilungen ja immer ein bisschen blöd, aber gut, man fügt sich dem Gruppenzwang.
Ich bin ja bei so sozialen Events immer etwas überfordert, denn ich weiß nicht wie man da vorgehen muss. Ich kann keinen Small Talk weil ich nicht weiß was man da sagt. So ein paar Sätze hab ich mitlerweile "auswendig" gelernt, aber wenn die gesagt sind, weiß ich nicht wie es weiter geht. Meist ist es auch so, dass ich alleine irgendwo stehe, oder sitze, da ich ja nicht so lange stehen kann. Herr Baehr hat mir auch schon gesagt, dass ich oft sehr abweisend schaue. Das versuche ich auch zu ändern, es scheint mir aber nicht zu gelingen. Wenn ich mich dann zu einer Gruppe dazustelle, habe ich immer das Gefühl irgendwie zu stören. Ich bin mir auch immer nicht sicher, ob ich das einfach machen kann oder nicht. Und vor allem weiß ich gar nicht was man dann sagt, oder ob man was sagt.
Dementsprechend war es heute total anstrengend für mich. Viele Menschen, die ich nur vom sehen kenne, von denen ich mir die Namen nicht merken kann und wo vor allem die Männer alle gleich aussehen. Außerdem noch diese körperliche Nähe, viele Menschen auf engem Raum, das viele Händeschütteln, auf die Schulter geklopft bekommen oder beim Gespräch angefasst werden. Und ständig das Überlegen, was man als nächstes sagen kann/muss. Ich schlafe heute Nacht auf jeden Fall gut.
frau_baehr am 30. Mai 14
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107 - Taboulé
Morgen findet hier in der Straße die Vatertagswanderung mit anschließendem gemeinsamen grillen statt. Die Klassiker wie Nudelsalat, Kartoffelsalat oder Nachtisch waren schon vergeben. Da ich als Neuling aber auch was mitbringen will hatte ich mir überlegt Taboulé zu machen. Bisher habe ich das zwar noch nie gemacht, meine Eltern schwärmen aber immer davon wie schnell das gemacht ist. Und lecker ist es ja sowieso.
Also daheim angerufen und nach dem Rezept gefragt. Meine Mutter meinte noch während dem Telefonat, sie hätte ihr Rezeptebuch schon aufgeschlagen, mein Vater könnte die Seite also sofort scannen. Ich schlug ihr vor das ganze mit dem Handy abzufotografieren und mir zu schicken. Gesagt, getan. Kaum aufgelegt hatte ich die Bilder und dazu die Frage, ob ich es lesen könnte. Lesen konnte ich es, aber verstehen? Das war completement en francais!
Kurzer Exkurs: Meine Mutter liebt Frankreich, die Franzosen und alles was französich ist. Französiche Einrichtung, französisches Essen, französische Mode, usw. Außerdem spricht sie fließend französisch. Gefühlt die Hälfte aller Urlaube haben wir in Frankreich gemacht. Meine Mutter liest viele französische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Kurz gesagt, viel französisch und meine Mutter hat mit Sicherheit kein Problem ein drei Gänge-Menü nach französischen Rezepten zu kochen.
Mein Französisch ist jetzt auch nicht so schlecht, aber das sind dann doch eher "Fachvokabeln". Also musste das Internet erklärend aushelfen. Immerhin musste ich nur zwei Worte nachschauen (gut, ist ja auch ein einfaches Rezept) und konnte den Einkaufszettel ganz ohne Hilfe schreiben.
Ein neues französisches Lieblingswort habe ich auch: éplucher. Das heißt schälen, hört sich aber eher an wie "das Fell abziehen". Bei einer Gurke eine sehr drollige Vorstellung...
frau_baehr am 29. Mai 14
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