112 - Wenn andere was versprechen
Viele Köche verderben den Brei, sagt man ja so schön. Der Brei ist in einem meiner Projekte ganz schön verdorben worden und ich darf ihn, bildlich gesprochen, essen. Irgendwann wurde vom Kunden ein Wunsch geäußert, dass eine super tolle neue Funktion eingeführt werden soll. Es wurden Vorschläge gemacht und hin und her überlegt und abgewägt, was wirklich sinnvoll und notwendig ist und was nur Spielerei. Darauf basierend wurde eine Schätzung abgegeben, wie lange die Implementierung dauern sollte. Basierend natürlich darauf, dass es die schlauste und allerschnellste Ressource umsetzt. Die schätzte für sich reinen Implementierungsaufwand gute zwei Wochen. Aber ganz ohne Tests und Schnörkel. Nun wurde wieder rumüberlegt, es wurden Leute krank, andere übernahmen, es wurden Teile gestrichen, wieder wer neues kam dazu und es wurden sich neue Funktionalitäten ausgedacht. Das einzige was geblieben sind, sind die zwei Wochen. Und die sind an mir hängen geblieben. Und wie man sich jetzt schon denken kann, ich bin nicht die schlauste und allerschnellste Ressource (ohne meine Fähigkeiten jetzt mindern zu wollen).
Ich habe von Anfang an gesagt, dass zwei Wochen für mich nicht machbar sind. Mir wurde eingeräumt, dass ich doch etwas länger brauchen darf, aber bitte nicht zu viel, denn am Freitag soll es fertig sein. Und somit sitze ich seit heute Morgen um sieben am Rechner. Immerhin habe ich schon über die Überstunden verhandeln können. Wenn ich die nicht aufschreiben darf, dann wird das ganze nichts bis Freitag. Ausnutzen lasse ich mich nicht!
So, und jetzt mach ich weiter, noch eine Dreiviertelstunde bis die maximale Grenze (zumindest meine) von 12 Stunden erreicht ist. Naja, seien wir großzügig, ich hab ja zwischendrin schnell was zu Essen reingeschoben, also könnte ich theoretisch noch länger machen. Will ich aber nicht!
frau_baehr am 02. Juni 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
111 - Zukunft
Herr Baehr und ich haben heute einen wichtigen Teil meiner beruflichen Zukunft geklärt. Mein derzeitiges Projekt läuft nur noch bis zum Herbst. Die ganze Zeit war ich mir nicht sicher, was ich will. Will ich so ungefähr weiter machen wie jetzt, also viel reisen, viel von daheim weg sein, viele neue Situationene. Oder will ich aktiv nach einem Projekt suchen, bei dem ich jede Nacht daheim schlafen kann. Beides hatte seine Vor- und Nachteile. Eine zeitlang habe ich sogar überlegt mir was ganz neues zu suchen. Das hat aber zu viele Nachteile. Neben einer komplett neuen Firma, einer eventuellen Befristung und neuen Aufgaben, hätte es auch bedeutet das Thema Kinder um mindestens ein Jahr zu verschieben, eher länger. Und das ist genau der Punkt, so lange warte ich auf keinen Fall mehr.
Herr Baehr und ich haben noch nie richtig zusammen gelebt. Wir wohnen zwar schon eine ganze Weile zusammen, jedoch war ich immer unterwegs. Anfangs haben wir ja beide noch studiert und uns sowieso nur am Wochenende gesehen. Dann bin ich zu ihm gezogen und habe den Job als Business Kasper bekommen. Also wieder eine Wochenendbeziehung. Die letzten Wochen war ich jetzt daheim. Das ist nicht das erste Mal, aber es ist das erste Mal, dass wir beide uns richtig wohl mit der Situation fühlen. Die Ängste, dass wir uns auf den Geist gehen könnten oder voneinander zu viel haben könnten, sind nicht mehr da. Vielleicht trägt dazu auch die jetzige Wohnsituation bei, wir haben Platz uns aus dem Weg zu gehen, wenn wir das Bedürfnis haben.
Um es kurz zu halten, es ist eine Entscheidung gefallen. Ich suche nach einem Projekt in der Nähe. Wir werden also in Zukunft jeden Abend zusammen verbringen, zumindest im selben Haus. Das wird spannend, aber ich freue mich schon total darauf.
frau_baehr am 02. Juni 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
110 - Sirup
Seit wir den Garten haben mache ich, zumindest für meine Verhältnisse, viel selbst. Früher habe ich das nie gemacht, obwohl ich es mir immer toll vorgestellt habe. Jetzt ist es da und es macht Spaß zu ernten und daraus etwas herzustellen.
Heute war Sirup kochen angesagt. Zuerst habe ich fleißig im Garten geerntet. Zum Glück hatte ich grade Wäsche aufgehängt, so war der Wäschekorb zur Hand:
Dann habe ich erstmal alles gründlich gewaschen, denn tote Insekten im Sirup sind nicht so schön, auch wenn es nochmal gefiltert wird. Bei der Zitronenmelisse musste ich auch ordentlich aussortieren, da waren recht viele braun gefleckte Blätter dazwischen. Da die aber wie Unkraut wuchert, war es nicht schlimm. Ich hab ja genug.
Mein ursprünglicher Plan war es alles in den beiden Schüsseln zu machen. Durch den vielen Zucker (pro Liter Wasser ein Kilo Zucker) wurde es aber sehr viel Flüssigkeit.
Und so habe ich es dann andersrum gemacht. Nicht die Blüten und Blätter mit dem Sirup übergossen, sondern den Rest mit in den Topf geworfen und kräftig umgerührt:
Jetzt muss das ganze noch vier bis fünf Tage ziehe. Beides schmeckt aber schon sehr lecker. Herr Baehr hat sich von dem Zitronenmelissensirup sogar schon was genommen und es mit einem Glas Wasser gemischt. Schmeckt auch gut. Das kann ich jetzt öfter machen.
frau_baehr am 01. Juni 14
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren