Mittwoch, 25. Juni 2014
134 - Erste Eindrücke
Gestern und heute hatte ich ein Training in der Firma. In einer Firma wie meiner, Beraterfirma, trifft man in solchen Trainings auf die verschiedensten Menschen. Leider sind ganz oft auch welche dabei, die sich für den besten Berater auf diesem Planeten halten. Sie haben das allerwichtigste Projekt, den wichtigsten, aber zugleich anstrengendsten und fordernsten Kunden und natürlich arbeiten sie viel zu viel. Darüber wird geklagt, damit jeder merken kann, wie toll sie doch eigentlich sind und was sie alles leisten. Ich kann mit solchen Leuten gar nichts anfangen, ich bin da genau das Gegenteil.

Diesmal waren außer mir noch zehn weitere Kollegen in dem Training. Ein erster Blick in die Runde sagte mir, oben beschriebener Typ ist, glücklicherweise, nicht dabei. Trotzdem war mein erster Eindruck, dass ich mit dem ein oder anderen bestimmt sehr gut zurecht komme und mit dem ein oder anderen eben gar nicht. So zum Beispiel eine Kollegin, die gleich zu Beginn des Trainings sehr forsch auftrat. Sie hatte zu allem was zu sagen, machte sich ein wenig wichtig und wusste vieles besser. Mein erster Eindruck war: Die mag ich nicht, mit der komme ich nicht klar.

Im Laufe des Trainings jedoch überraschte sie mich jedoch, da sie jede ihrer Aussagen immer wieder reflektierte, korrigierte und das gelernte anwandte. Als heute eine Partnerübung anstand, suchte sie sich mich als Partner aus. Als wir uns dann zu zweit gegenüber saßen, sagte sie mir plötzlich, dass ich eine unglaubliche Ähnlichkeit mit einer ihrer guten Freundinnen hätte und das sie das toll fände. Ich war überrumpelt, freute mich aber auch, dass sie mich so positiv wahrnahm.

Und mein erster Eindruck, der war plötzlich völlig blöd und mir vor mir selbst peinlich. Warum hatte ich schon wieder so schnell über jemanden geurteilt, den ich nicht kannte, der gerade mal einige Worte gesagt hatte und noch nicht die Chance hatte zu zeigen wer er bzw. sie ist. Dieses Erlebnis zeigt mir wieder, dass ich mir zu schnell eine Meinung über Leute bilde und mir sehr schwer tue diese zu revidieren. Erkannt ist das Problem, jetzt muss es beim nächsten Mal nur noch angegangen werden. Das wird schwierig.



Montag, 23. Juni 2014
133 - langer Tag
Heute ist ein extrem langer Tag. Eigentlich fing es ganz entspannt an, Training statt Arbeit. Da ich einen Teil der Strecke zum Büro mit Herrn Baehr zurückgelegt hatte, war ich eine Stunde früher als nötig im Büro. Zeit genug also nochmal durch die Mails zu schauen und weitere (un-) wichtige Dinge zu erledigen. Dann acht Stunden Training. Anstrengend, wegen der vielen fremden Menschen um mich rum und dem vielen Input. Aber auch sehr gut und informativ. In der Mittagspause dann der Anruf des Kollegen. Er hätte da noch einen Fehler gefunden, den müsste ich unbedingt noch fixen. Am Besten heute noch, der Kunde möchte bis Mittwoch fertig werden mit allen Tests und das ist auf jeden Fall ein Showstopper. Super, somit also Abendschicht. Und da sitz ich grade noch dran. Aussicht auf ein Ende? Mit Glück in einer halben Stunde. Mit Pech, irgendwann heute Nacht. Mein Schädel brummt. Und Morgen wieder früh raus. Was ein Glück, dass ab Montag zwei Wochen Urlaub angesagt sind.



Montag, 23. Juni 2014
132 - Kleine Comedyeinlage
Herr Baehr und ich haben vorhin eine kleine Comedyeinlage zum besten gegeben. War nur leider keiner anwesend, der sich darüber hätte amüsieren können. Zuerst war ich an der Reihe. Eine Wassermelone sollte von ihrer Schale getrennt werden. Kein Problem, wir besitzen Messer in allen Größen. Die haben auch super gearbeitet. Und zwar so super, dass die Melone beschloss, von der Arbeitsplatte zu glitschen. Ich habe ihr noch schnell meinen Bauch als Barriere hingehalten, das hat die Melone aber so gar nicht beeindruckt. Dann glitscht sie eben etwas seitwärts. Und platsch, schön auf dem Küchenboden zerplatzt. Herr Baehr eilte sofort mit einer Rolle Küchenpapier zur Hilfe und kniete vor mir nieder. Kann er gerne öfter machen.

Nachdem die Sauerei beseitigt war, wollte Herr Baehr sich noch mit einem Nachschlag Abendessen belohnen. Teller schön vollgeladen, schräg zum Sofa transportiert, festgestellt, dass Soße wirklich flüssig ist. Und schnell wieder her mit der Küchenrolle, zweiter Einsatz von Herrn Baehr auf Knien. Aber alles sauber danach. Sehr löblich.