Donnerstag, 26. Juni 2014
136 - Stricken, stricken, stricken
Durch die viele Mehrarbeit in den letzten Wochen, habe ich heute einen fast freien Tag. Zwei Stunden Arbeitszeit waren für heute geplant. Den Rest des Tages habe ich frei. Und frei heißt für mich heute auch nicht erreichbar zu sein. Das ist super, obwohl ich mir doch tatsächlich verkneifen muss aufs Diensthandy zu schauen.

Da das Wetter eher nicht so gut ist, habe ich schon den ganzen Vormittag mit stricken verbracht. Die Strickjacke nimmt so langsam Gestalt an. Eine Weste ist es schon, der erste Ärmel ist im Entstehen und könnte heute sogar noch fertig werden. Jetzt muss ich nur noch den Absprung schaffen, weg vom Rechner hin zu meinem Strickzeug. Das habe ich mir aber fest vorgenommen, denn wenn der Tag frei ist sollte er auch richtig genutzt werden.



Mittwoch, 25. Juni 2014
135 - Geiz
Ich bin geizig, leider. Ich arbeite daran, aber es gelingt mir nicht das komplett abzulegen. Seit ich Herrn Baehr kenne habe ich immerhin gelernt mir auch mal was zu gönnen und nicht immer nur das billigste Teil zu kaufen, sondern auch mal das schönste zu nehmen.

Ganz ablegen kann ich meinen Geiz aber nicht. Gerade heute hatte ich mir beim Bäcker ein Brot geholt. 3,60 Euro für ein kleines Körnerbrot. Nicht grade billig für ein Brot, aber super lecker (und das sag ich als Brot-Nicht-Möger). Der Plan war, dass das Brot für die nächsten Tage hält, da ich die nächsten Tage von daheim arbeite. Also habe ich heute Mittag drei Scheiben gegessen mit der Option, später am Nachmittag nochmal eine mit Nutella zu essen. Alles gut eingeteilt, war ja ein teueres Brot (wenn ich so darüber schreibe merke ich wie doof das doch eigentlich ist).

Zu dem Nachmittagsbrot ist es nicht mehr gekommen, dauertelefonierern mit dem Kollegen. Als ich Herrn Baehr dann kommen und unten rumwurschteln hörte, fand ich es einen guten Zeitpunkt die Arbeit Arbeit sein zu lassen und mal zu schauen was er macht. Und was sehe ich als ich in die Küche komme? Da steht Herr Baehr und isst eine dicke Scheibe von meinem (!) Brot. Das war so nicht vorgesehen!



Mittwoch, 25. Juni 2014
134 - Erste Eindrücke
Gestern und heute hatte ich ein Training in der Firma. In einer Firma wie meiner, Beraterfirma, trifft man in solchen Trainings auf die verschiedensten Menschen. Leider sind ganz oft auch welche dabei, die sich für den besten Berater auf diesem Planeten halten. Sie haben das allerwichtigste Projekt, den wichtigsten, aber zugleich anstrengendsten und fordernsten Kunden und natürlich arbeiten sie viel zu viel. Darüber wird geklagt, damit jeder merken kann, wie toll sie doch eigentlich sind und was sie alles leisten. Ich kann mit solchen Leuten gar nichts anfangen, ich bin da genau das Gegenteil.

Diesmal waren außer mir noch zehn weitere Kollegen in dem Training. Ein erster Blick in die Runde sagte mir, oben beschriebener Typ ist, glücklicherweise, nicht dabei. Trotzdem war mein erster Eindruck, dass ich mit dem ein oder anderen bestimmt sehr gut zurecht komme und mit dem ein oder anderen eben gar nicht. So zum Beispiel eine Kollegin, die gleich zu Beginn des Trainings sehr forsch auftrat. Sie hatte zu allem was zu sagen, machte sich ein wenig wichtig und wusste vieles besser. Mein erster Eindruck war: Die mag ich nicht, mit der komme ich nicht klar.

Im Laufe des Trainings jedoch überraschte sie mich jedoch, da sie jede ihrer Aussagen immer wieder reflektierte, korrigierte und das gelernte anwandte. Als heute eine Partnerübung anstand, suchte sie sich mich als Partner aus. Als wir uns dann zu zweit gegenüber saßen, sagte sie mir plötzlich, dass ich eine unglaubliche Ähnlichkeit mit einer ihrer guten Freundinnen hätte und das sie das toll fände. Ich war überrumpelt, freute mich aber auch, dass sie mich so positiv wahrnahm.

Und mein erster Eindruck, der war plötzlich völlig blöd und mir vor mir selbst peinlich. Warum hatte ich schon wieder so schnell über jemanden geurteilt, den ich nicht kannte, der gerade mal einige Worte gesagt hatte und noch nicht die Chance hatte zu zeigen wer er bzw. sie ist. Dieses Erlebnis zeigt mir wieder, dass ich mir zu schnell eine Meinung über Leute bilde und mir sehr schwer tue diese zu revidieren. Erkannt ist das Problem, jetzt muss es beim nächsten Mal nur noch angegangen werden. Das wird schwierig.