Sonntag, 13. Juli 2014
152 - Zelt vor der Tür
Der Nachbar wird 60 und feiert das groß. Es steht also ein Festzelt mitten auf der Straße, direkt vor der Tür, gefühlt im Schlafzimmer. Solange ich selbst auf der Party war stört mich das nicht. Jetzt lieg ich aber im Bett und hätte nicgts dagegen, wenn auch die letzten Gäste wegen Müdigkeit aufgeben. Da das aber der harte Kern der Nachbarschaft ist wirds noch eine Weile gehen. Gut, dass das Gästezimmer hinten raus geht.



Samstag, 12. Juli 2014
151 - Patenkindtag
Heute hatten wir einen richtig langen Patenkindtag. Das lag vor allem daran, dass ich das Auto behalten wollte und Herr Baehr somit Bahn fahren musste. Als Kompromiss, da er sonst immer mit dem Auto fährt, habe ich ihn heute Morgen zur Bahn gebracht. Das Patenkind wollte unbedingt mit, meinte auch sie wäre ein Frühaufsteher und bestimmt schon lange wach, wenn wir los müssen. War sie gar nicht, sie lag noch tief schlummernd im Bett, wollte aber, nachdem ich sie geweckt hatte, trotzdem unbedingt aufstehen und mitkommen.

Deswegen waren wir dann auch schon um halb neun fertig mit Frühstücken und haben dann erstmal zwei Stunden lang Karten gespielt. Ich bin ja gar kein Spiele spieler und Karten eigentlich gar nicht. Da das Patenkind aber sehr kindlich spielt und nicht wie z.B. Herr Baehr sehr berechnend, fies und vorrausschauend, hat es sogar Spaß gemacht.

Nach dem Spiel sind wir zum Baumarkt, Pflanzen für den Vorgarten holen. Den haben wir dann auch im Anschluss zum Teil umgegraben und neu bepflanzt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es mir gefällt, wenn nicht muss noch mehr dazu. Sind auch Saisonblumen, so dass man es einfach ab Herbst wieder ändern kann.

Den Nachmittag haben wir dann sportlich gestaltet. Erst hat das Patenkind mit mir meine tägliche Gymnastik gemacht, dann gings ins Schwimmbad. Fangen spielen im Wasser mit Kind werfen und als menschliches Überspringhindernis dienen ist sehr anstrengend. Aber auch schön. Dem Patenkind hat es auch gefallen.

Abgeschlossen haben wir den Tag dann mit Herrn Baehr vom Büro abholen, zum nächsten Gartencenter fahren und erfolglos nach Gartenmöbeln schauen und dann noch mit einem Abendessen, das jedoch ohne Patenkind, bei meinen Eltern.

Jetzt hatte ich mich eigentlich auf eine ruhige, erholsame Nacht gefreut. Irgendwo hier in der Gegend gibt es aber ein Konzert mit lauten Gitarren und Gesang. Naja, wird auch vorüber gehen, ist ja noch nicht mal Mitternacht.



Freitag, 11. Juli 2014
150 - Frau Baehr Babysitterin
Die letzten beiden Tage meines Urlaubs verbringe ich mit Babysitten, bzw. habe dies schon getan. Gestern Abend haben wir die beste Freundin von Herrn Baehr besucht. Als wir gerade am aufbrechen waren, sah sie eine Nachricht auf dem Handy, die Tagesmutter war für den nächsten Tag abgesprungen. Da sie ihre Schwiegermutter nicht mitten in der Nacht rausklingeln wollte und diese Donnerstag Vormittags immer einen festen Termin hat, bin ich spontan eingesprungen. Und so habe ich heute fünf Stunden mit einem zweijährigen im Zoo verbracht. Viele Tiere haben wir nicht gesehen, dafür den Spielplatz, Stöcke, Bordsteine und Wegbegrenzungen, Futterautomaten usw.

Zu Beginn des Besuchs wollte der Kleine zurück zur Mama. Er sagte immer wieder: "Ich will zurück auf die Arbeit!" (dort hatte ich ihn übernommen). Mit einem Bestechungskeks und der Aussage, dass man nur in einer Richtung durch den Zoo gehen soll, konnte ich ihn zum weitergehen überreden. Und schon war die Sehnsucht nach der Mama vergessen. Die war sogar so stark vergessen, dass er nicht müde wurde und auch meine Überredungsversuche, dass die Mama gerne von der Arbeit abgeholt werden möchte nicht fruchteten. Für die letzten 200 Meter brauchten wir zwei (!) Stunden. Aber ich glaube dem Kind hat es gefallen, er war auf jeden Fall müde und dreckig und hat gelacht als ich ihn wieder abgeliefert habe. Und die Mama konnte sogar alle Stunden arbeiten und musste keine Arbeit mit heim nehmen.

Da der Kleine so lange durchgehalten hatte, hatte ich dann daheim nur eine kurze Verschnaufpause und dann kamen Herr Baehr und das Patenkind. Das ist ja aber mittlerweile so groß und erwachsen und selbstständig, dass sie nicht mehr so anstrengend ist. Außerdem liebt sie Herrn Baehr und hängt mehr an ihm, so dass ich auch zwischendrin mal was anderes machen kann. Morgen ist dann Patenkindtag, mit schwimmen und Blumen pflanzen. Und ab Montag dann wieder Alltag, keine Lust.



149 - Zu eng
Heute waren wir shoppen. Eine Tätigkeit der Herr Baehr und ich extrem gerne nachgehen... Heute ging es aber sogar, zumindest für mich war es nicht so blöd, da es recht leer war. Herr Baehr mag shoppen ja nicht, weil er etwas zu klein für sein Gewicht ist.

Immerhin hatten wir gleich im ersten Geschäft ein positives Erlebnis, Herr Baehr scheint etwas abgenommen zu haben, so dass ihm die Klamotten in der "Big is beautiful"-Abteilung nicht mehr gepasst haben. Das sah alles aus wie bunter Kartoffelsack. So hatte er schonmal ein Hochgefühl.

Das Hochgefühl wurde aber gleich beim Thema Hosen wieder zunichte gemacht. Mit der Hose aus der Bib-Abteilung konnten wir immerhin belegen, dass er abgenommen hat, eine Hosengröße zumindestens. Also wieder raus aus der Kabine und Hosen in einer Nummer kleiner gesucht, gefunden und mit neuem Stapel voller Zuversicht in die Umkleidekabine zurück. Und dann fing der Frust an, sie waren alle zu eng. An den Unterschenkeln. Herr Baehr ist ein Zehengeher, will heißen, er läuft vorwiegend auf den Zehen und dem Ballen und rollt nicht wie ein normaler Mensch beim Gehen über die Ferse ab. Und das erzeugt Muskeln am Unterschenkel.

Eine Anfrage beim Verkäufer ergab, dass wir schon die weitesten Hosen probiert hatten. So ein Schrott, die gingen alle nach unten schmal zu. Gibt es für Männer keine normalen Hosen mit einem weiteren Bein? Wer hat sich das ausgedacht? Und warum sind sogar die Hosen in der Bib-Abteilung so? Haben dicke Männer immer dünne Beine und Herr Baehr ist ein seltenes Phänomen?

Im zweiten Geschäft hatte Herr Baehr schon keine Lust mehr was anzuprobieren, viel zu groß war die Angst vor dem Frust. Immerhin entdeckten wir dann ein drittes Geschäft mit teuren Jeans und kompetenten Verkäufern. Und jetzt hat Herr Baehr eine neue Jeans, auch wenn er meint sie wäre doch recht eng. Der Verkäufer hat ihm erklärt, dass sie sich noch weitet, was ja bei Jeans auch stimmt. Ich fand sie zuerst doof, doch je länger er sie anhatte, desto besser fand ich sie. Ist mal was anderes und steht ihm ganz gut. Macht nicht noch dicker. Ich hoffe nur, dass er sich auch daran gewöhnt.