Samstag, 31. Januar 2015
355 - Backe, backe Kekse
Heute habe ich zum ersten Mal außerhalb der Weihnachtszeit Plätzchen gebacken, oder Kekse, oder wie auch immer man es nennen mag. Es war ein Rezept aus einer Werbeanzeige für Margarine, dass mich beim durchblättern meiner Landlust angelächelt hatte. Herr Baehr fands auch gut und so hatten wir beschlossen zusammen zu backen.

Das mit dem zusammen backen hat so semi-gut geklappt. Herr Baehr war dann doch nicht so motiviert und verlor anscheinend alle Motivation, nachdem er hundert Gramm Ingwerg ganz fein gehackt hatte. Danach verschwand er erstmal ins Bad um eine Sitzung abzuhalten. Zum Glück kam er aber zum Teig kneten wieder, denn ich konnte nicht kneten, da ich mir gestern total in den Finger geschnitten hatte. Die Küche durfte ich dann aber wieder alleine aufräumen, Herr Baehr pickt sich bei so Aktionen oft nur die Rosinen raus.

Die Kekse sind aber sehr lecker geworden, auch wenn wir ewig bis zur Fertigstellung gebraucht haben. Wir sind eben keine Bäcker und haben da sicherlich nicht so das Timing. Aber es hat sich gelohnt.



Freitag, 30. Januar 2015
354 - Meine Reise nach Auschwitz
Gestern Abend habe ich beim durchzappen noch das Ende der Dokumentation Ich fahre nach Auschwitz gesehen. Heute habe ich mir die ganze Dokumentation noch einmal in der ARD-Mediathek angesehen. Das was die Jugendlichen und jungen Erwachsenen dort erleben, lässt mich an meine Reise nach Auschwitz denken.

Vor 12 Jahren war ich mit einem Schülerprogramm der Stadt in Polen. Wir trafen Jugendliche in Breslau, verbrachten Tage in Kreisau und waren einen Tag in Krakau. Und wir besuchten auch Auschwitz. Ich bin noch heute dankbar, dass ich diese Reise machen durfte. Sie war sehr intensiv, nicht nur der Teil in Auschwitz, dieser aber besonders.

Ich kann mich gar nicht mehr genau an alles erinnern, mein übliches Problem, Erinnerungen verblassen. Die Dokumentation hat aber einige Bilder wieder sehr deutlich zurückgebracht. Leider hatten wir in Auschwitz selbst sehr wenig Zeit, waren später angekommen als geplant und blieben nur eine Nacht. So musste dann das gesamte Programm in wenige Stunden gequetscht werden. Zuerst der Besuch des Stammlagers, dann ein Gespräch mit einem Zeitzeugen, eine Nacht dazwischen und der Besuch in Birkenau. Viele Eindrücke und Emotionen in wenig Zeit gepresst. Wenig bis gar keine Zeit das alles zu verarbeiten.

Eine der schlimmsten Stellen waren für mich die riesigen Glasvitrinen in welchen die Habseligkeiten der Häftlinge ausgestellt wurden. Eine Vitrine enthält Koffer, sehr mittig der Koffer einer Frau mit meinem Vornamen. Eine andere Vitrine enthält Schuhe, haufenweise Schuhe in verschiedenen Größen. Und dann gibt es noch eine mit Haaren, ein riesiger Berg Haare. Noch heute erinnern mich zusammengefegte Haare zum Beispiel beim Frisör an diese Vitrine. Diese Haare sind das letzte, was von Menschen geblieben ist, die vergast und verbrannt wurden.

Auch der Besuch von Birkenau war schlimm. Besonders die Gaskammern. Die Führerin nahm damals keine Rücksicht darauf, ob wir alle dort mit rein wollten oder nicht. Es musste schnell gehen, der Busfahrer wartete auf uns, wir hatten noch weitere Ziele. Und so führte sie uns in einen Raum und sage schließlich: "Und genau hier wurden die Häftlinge vergast." Ich wäre in diesem Moment am liebsten rausgelaufen. Ich wollte nicht dort stehen. Warum, weiß ich nicht. Irgendwie hatte ich das Gefühl auf diesen armen Menschen zu stehen. Ich hätte mir in diesem Moment gewünscht diesen Ort mit Bedacht zu betreten, mit Zeit.

Einen Besuch in Auschwitz oder auch einem anderen Konzentrationslager kann ich jedem nur ans Herz legen. Es ist ein Teil unserer Geschichte und es ist so wichtig zu sehen, was damals dort passiert ist. Und sollte man die Möglichkeit haben mit einem Zeitzeugen sprechen zu können, sollte man diese nutzen, solange es noch Zeitzeugen gibt.



Donnerstag, 29. Januar 2015
353 - Gelesen 2015 - Himmelstiefe
Gerade gestern habe ich Himmelstiefe von Daphen Unruh zum zweiten Mal beendet. Eigentlich lese ich Bücher nicht gerne doppelt, es gibt ja so viele andere, die ich noch nicht kenne und die ich unbedingt lesen möchte. Da dies aber der erste Teil einer Trilogie ist und ich die beiden folgenden Bände jetzt erst lese, habe ich mir den ersten Teil nochmal vorgenommen. Erstaunlich, an was ich mich alles nicht mehr erinnern konnte.

Aber nun zu dem Buch: Kira möchte die Schule so schnell wie möglich beenden, um danach durch die Welt zu reisen, Indien oder so. Das letzte Schuljahr hält aber noch 250 Schultage für sie bereit, die sie jedoch nicht absolvieren wird. Alles verändert sich, bei jeder Begegnung mit ihrem neuen Mitschüler Tim, in den sie unsterblich verliebt ist, verliert Kira die Kontrolle über sich und bekommt merkwürdige Fieberschübe. Doch das ist noch nicht alles, ihr Äußeres verändert sich, sie wird hübscher. Außerdem entwickelt sie plötzlich Kräfte, die ihr selbst unheimlich sind. Es gibt nur eine Lösung, zumindest aus Sicht ihrer Chatfreundin Atropa. Sie muss zu einem unterirdischen See im Bunker am Humboldthain kommen. Und genau das macht Kira auch, nachdem die Situation völlig zu eskalieren droht. Sie hofft dort Atropa zu treffen, wähnt sie in einem Wächterhäuschen auf der anderen Seite des Sees, setzt mit einem Ruderboot über, kentert und ...

... ertrinkt nicht, sondern kommt in der magischen Welt wieder zu sich. Dort lernt sie Neve, ihre Beschützerin und Engelfreundin kennen. Aber auch den hübschen Leo, der sie um den Finger wickelt und sie Tim vergessen lässt. Und dann ist da noch ihr Mentor Jerome, der sie im Element Erde unterrichtet, obwohl Kira auch andere Elemente beherschen kann. Diese Fähigkeit soll aber ein Geheimnis zwischen ihm, Leo und Kira bleiben. Kira beginnt an Jerome zu zweifeln und forscht nach, was es mit mehrfach begabten Menschen auf sich hat.

Das Buch ist in Ordnung und man kann es mit genügend Abstand und mit einem Siebhirn wie meinem wirklich zweimal lesen. Ein drittes Mal muss ich es aber sicherlich nicht lesen. Wahrscheinlich auch, weil ich nicht mehr ganz die Zielgruppe bin. Gerade die Schwärmerei von Kira für den super tollen Tim und den Frauenschwarm Leo nervt. Gerade auch, weil beide mir total unsympathisch erscheinen.

Die Idee mit der magischen Welt gefällt mir. Es ist mal was ganz anderes, als in vielen anderen Fantasy-Romanen. Die magische und die reale Welt sind verbunden, diejenigen, die sie kennen können zwischen beiden Welten beliebig hin- und herwechseln. Das gibt es nicht oft.

Ich bin gespannt was der zweite Teil bringt. In ihm wird es um Neve, die Engelsfreundin, gehen, die im ersten Band von Kira immer wieder vor den Kopf gestoßen wurde. Ich mag sie und bin schon sehr gespannt ihre Sicht der Dinge kennenzulernen.