Am Wochenende war ja Muttertag, einen Tag den meine Mutter hasst. Sie will lieber an allen anderen Tagen etwas nettes von uns, also das wir an sie denken oder ihr etwas mitbringen, weil wir das möchten. Die Einstellung finde ich total gut und möchte das auch so handhaben, sollte ich jemals Mutter werden.
Jetzt wollte Herr Baehr aber lieb sein und hatte für Sonntag nicht nur Brötchen zum Aufbacken sondern auch Croissants besorgt. Und die gibt es bei uns eigentlich nur sehr selten, so gut wie gar nicht. Als ich das gesehen habe und neugierig gefragt habe, warum es die gerade heute ausgerechnet gibt, sagte Herr Baehr, dass die ja für Muttertag wären. Ich habe dann natürlich gesagt, dass ich keine Mutter bin. Er meinte, dass ich das aber bestimmt bald bin. So süß. Außerdem bin ich ja Vogelmami (auch wenn das etwas skuril ist).
Ich habe tatsächlich das ganze Wochenende durchgelesen und das hat unheimlich gut getan. Mein Herz und meine Seele haben nach einfachen Schnulzen verlangt und in diese Kategorie gehört wohl auch
Barfuß im Regen von Hannah Siebern, die in diesem Buch einen Teil ihrer eigenen Geschichte verarbeitet, vieles aber auch dazuerfunden hat.
Janna hat sich während eines Austauschjahres zu Schulzeiten in Mexiko in einen jungen Mexikaner verliebt, führte einige Jahre eine Fernbeziehung mit ihm und heiratete ihn schließlich mit 20. Da es Rogelio in Deutschland nicht gefiehl, folgte sie ihm nach Mexiko, der größte Fehler ihres Lebens. Rogelio tat ihr nicht nur körperlich weh, auch seelisch verletzte er sie. Janna floh nach Deutschland und verkroch sich bei ihren Eltern.
Nach nun drei Jahren wieder im Hotel Mama beschließen ihre Eltern, dass es genug ist, Janna muss auf eigenen Beinen stehen. Auch ihre Freundin Alexis unterstützt sie in diesem Vorhaben. Eine Wohnung zu finden ist für Janna und ihre alte Hündin aber gar nicht so einfach. Und dann taucht plötzlich auch noch ihre alte Jugendliebe Josh in einem Uniseminar auf. Josh, der sie vor der ganzen Klasse lächerlich gemacht hatte und dann nach seinem Wegzug nach Kanada nie wieder den Kontakt zu ihr gesucht hatte.
Wie es das Schicksal (oder Josh) will, müssen beide gemeinsam eine Seminararbeit ausarbeiten und so besucht Janna Josh zuhause. Josh wohnt in der alten Wohnung seiner Eltern und die ist groß und im Erdgeschoß. Kurzerhand zieht Janna bei ihm ein und verbringt auch so mehr Zeit mit Josh und seinen Freunden. Dabei kommen die beiden sich wieder näher, doch Janna ist noch nicht wieder bereit sich auf einen neuen Mann einzulassen.
Ich habe das Buch verschlungen und fand es wunderschön. Der Titel hatte mich angesprochen, das Cover eher nicht. Da mir aber nach kitschigem herzschmerz Roman war, hatte ich mir das Buch einfach kurzerhand ausgeliehen. Und es nicht bereut. Es ist absolut nicht kitschig, Janna und Josh brauchen eine Weile um zueinander zu finden. Und natürlich kann Janna nicht sofort alle Zweifel und Ängste aus dem Weg räumen.
Ich komme kaum noch nach über die Bücher zu schreiben, die ich gelesen habe. Dieses Wochenende habe ich mir den Luxus gegönnt so gut wie nichts zu machen und hab einfach nur gelesen. Und somit ist das nächste Buch verschlungen. Wie es aber schon in einigen Amazon-Rezensionen steht, ist es auch mir schwer gefallen das Buch zur Seite zu legen. Die Rede ist von
Wenn du dich traust von Kira Gembri.
Lea ist nicht wie andere junge Mädchen, sie leidet unter Zwangshandlungen. Sie muss jeden Abend immer und immer wieder überprüfen, ob der Herd aus ist, dass kein elektronisches Gerät am Strom hängt und das auch alles sicher ist. Außerdem zählt sie und mag am liebsten Zehnerblocks.
Jay dagegen ist ein ganz normaler Jugendlicher. Er wohnt mit seinen Kumpels Alex und Flocke in einer WG, feiert viel und gerne und reißt auch immer mal wieder ein Mädchen auf. Ein Problem hat er aber und das sind die Drogen. Nicht das er sie selbst nimmt, er handelt damit. Und dummerweise lässt er sich erwischen, was ihm Sozialstunden in der Psychatrie einhandelt.
Genau dort trifft er das erste Mal auf Lea, die von ihren Eltern dorthin gebracht wurde. Lea erwischt Jay beim klauen, doch statt ihn zu verpfeifen schlägt sie ihm einen Deal vor. Sie hilft ihm zu Geld zu kommen, dafür nimmt er sie bei sich auf. Lea ist volljährig und entlässt sich selbst vorzeitig aus der Psychatrie, Jay nimmt das Angebot an, denn er braucht unbedingt das Geld. Jays Mitbewohner sind von etwas schrägen Gast nicht gerade begeistert, akzeptieren ihre Anwesenheit aber erstmal.
Schnell entspinnt sich zwischen Lea und Jay mehr als nur eine Zweckgemeinschaft. Lea beginnt sich Jay gegenüber zu öffnen, aber auch er beginnt von seiner Vergangenheit zu erzählen. Und es kommt wie es kommen muss.
Eine schöne Geschichte, wie ich fand, auch wenn sehr schnell klar war, wie es ausgehen würde. Das macht aber nichts, denn solche Geschichten braucht es immer mal wieder. Ein bisschen kitschig, ein bisschen überzeichnet, alles geht ein bisschen zu schnell, trotzdem was fürs Herz.