Sonntag, 5. Juli 2015
509 - Grillmeister
Herr Baehr hat heute bei der Affenhitze drei Stunden am Stück gegrillt. Das ganze auch noch bei einer Veranstaltung für meine Arbeit bzw. von meiner Arbeit. Er hatte sich freiwillig bereiterklärt, aber sicherlich nicht mit diesen Temperaturen gerechnet. Ich finde er hat sich heute echt einen Tapferkeitsorden verdient.



Freitag, 3. Juli 2015
508 - Ich bin was besonderes
Zumindest was mein Herz angeht. Ich habe einen Herzfehler, oder ein etwas anderes Herz. Die eine Klappe hat einen Anhang, schon immer. Bisher war ich damit unregelmäßig in der Uniklinik. Jedesmal wurde mir nicht geglaubt. Es würde das nicht geben, ich musste immer ewig warten und dann wurde mir ein Arzt im Praktikum geschickt. Der hat dann festgestellt, dass ich doch die Wahrheit gesagt habe. Und dann war er überfordert, hat einen über ihm gestellten Arzt geholt. Der dann wieder einen anderen, bis irgendwann der Professor vor mir stand. Das fand ich furchtbar, man liegt ja auch die ganze Zeit halbnackt in einer ungemütlichen Position.

Der letzte Professor war dann so scharf auf meine "besondere" Klappe, dass er mich unbedingt operieren wollte. Er hatte mir im Nachgespräch irgendwelche Publikationen vorgelegt von zwei ähnlichen Fällen. Mir war nicht ganz klar, warum ich mich einer schweren Operation unterziehen sollte, wenn ich keine Beeinträchtigungen habe. Die hätte ich danach gehabt, mit einer künstlichen Klappe. Nein Danke, nur damit der Kerl was veröffentlichen kann und seinen Ruf aufpolieren kann.

Heute war ich endlich dann mal wieder zur Vorsorge. In einer Praxis hier im Ort, bei einem sehr netten Arzt. Der hat mir gleich geglaubt, es sich angeschaut, festgestellt, dass alles gut und unverändert ist. Er ist der Meinung, dass das nicht operiert werden muss. Er meinte nur, dass ich eben was besonderes bin.



Donnerstag, 2. Juli 2015
507 - Harry Potter Lesechallenge - Zusatzaufgabe Harry
Ende Mai wurde auf VOX die letzte Folge von Rizzoli & Isles ausgestrahlt. Ich mag die Serie unglaublich gerne und war traurig, dass die neuste Staffel schon zu Ende war. Doch in der nächsten Woche sollte eine neue Serie starten, von der auch hier einige schwärmten. Neugierig geworden (und als großer Schottland-Fan) begann ich Outlander zu schauen. Und da ich ja gerne die Bücher lese, wenn es welche gibt, habe ich im Urlaub damit angefangen und das erste Buch Outlander zu lesen. Ich lese gerne im Original, also habe ich mir diese Bücher auf Englisch zugelegt. Sie lassen sich gut lesen, sogar der teils starke schottische Akzent machte mir nach einiger Zeit nicht mehr viel aus.

Claire unternimmt nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mit ihrem Mann Frank eine zweite Hochzeitsreise nach Schottland. Dort findet sie einen Steinkreis und wird durch die Steine in eine andere Zeit versetzt. Plötzlich befindet sie sich im Schottland des Jahres 1743, wird von ihren eigenen Landsleuten (Rotröcken) bedroht und vom MacKenzie-Clan aufgenommen. Doch auch dort ist man sich nicht sicher, was von Claire zu halten ist. Durch ihre Kenntnisse in Botanik und ihr Wissen aus ihrer Zeit als Krankenschwester im zweiten Weltkrieg entsteht der Eindruck, dass sie eine Hexe sein könnte.

Um nicht an die Rotröcke ausgeliefert zu werden, muss Claire Schottin werde. Und dies geht nur durch Heirat, mit Jamie. Zuerst skeptisch entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Zwangsverheirateten. Doch auch Jamie hat sein Paket zu tragen, auf ihn ist ein Kopfgeld ausgesetzt, er wurde mehrfach vom fiesen Black Jack Randall (ein Vorfahr von Claires Ehemann Frank) ausgepeitscht und saß schon so einige Male im Gefängnis.

Das Buch hat einige Seiten, etwas über 800 und so zieht sich die Geschichte doch an der ein oder anderen Stelle. Mir hat das Buch gut gefallen, jedoch ging mir nach einiger Zeit das hin und her zwischen Jamie und Claire auf die Nerven. Erst lieben sie sich, dann streiten sie sich, dann lieben sie sich und immer so weiter. Teilweise ist es aus sehr vorhersehbar, dass gleich wieder etwas passiert, die Seiten wollen ja gefüllt sein.

Schön finde ich, dass die Serie sehr nah am Buch ist. Natürlich weicht sie in einigen Punkten ab und ich hätte mir grade Jamie ganz anders vorgestellt (der Serienjamie erinnert mich einfach zu sehr an Dean aus Gilmore Girls und der ist ja eher so der Schluffityp). Trotzdem muss man den Machern ein Lob aussprechen, auch für die schönen Aufnahmen, die größtenteils, soweit ich das nachvollziehen konnte, wirklich in Schottland entstanden sind.

Ein Highlight beim schauen der Serie war das Wiedererkennen von Orten. Als ich nach dem Abitur in Schottland war besuchte ich mit der anderen Mitfreiwilligen auch Dune Castle, damals vor allem bekannt durch Monty Pythons Ritter der Kokosnuss. Dune Castle ist in der Serie Burg Leoch und schon bei der ersten Einblendung der Burg entwich mir der Satz: "Das ist doch Dune Castle." Erstaunlich, dass ich das wiedererkannt habe, wo ich mich doch sonst so schlecht an solche Dinge erinnern kann.