554 - Das Kreditkartendrama
Bei Herrn Baehr und mir hatte es vor dem Urlaub ein kleines Drama wegen der Kreditkarten gegeben. Ich habe eine Amex, die ich aber nur für die Arbeit nutzen darf und das auch so mache. Sie läuft über mein ganz normales Konto, abgezogen wird aber erst nach zwei Monaten, somit hätte ich einen geldwerten Vorteil, würde ich sie privat nutzen. Man will da ja nicht in Schwierigkeiten kommen.
Jetzt war es aber so, dass wir für den Urlaub ein Auto gemietet hatten und dafür ein bestimmter Kreditrahmen auf der Karte sein musste. Bei der Karte von Herrn Baehr war das nicht der Fall, meine war, so meinte ich, abgelaufen. Zuerst hatte ich gegenüber Herrn Baehr aber etwas schwammig formuliert, dass ich ja auch eine Karte hätte, die wir zur Not nutzen könnten. Gemeint war die Amex, die ich im Urlaub dann nutzen würde, wenn es um unser Überleben oder ähnliches gehen würde. Herr Baehr hatte aber verstanden, dass ich eine Karte habe, die wir benutzen können. Trotzdem ließ er den Kreditrahmen bei seiner Karte hochsetzen, aber nicht hoch genug.
Da Herr Baehr und ich beide rechthaberisch sind und gerne wollen, dass der andere Schuld ist, entbrannte ein ziemlich fieser Streit wegen der Karten. Herr Baehr schämte sich bei der Bank anzurufen und zu bitten, es noch einmal hochzusetzen. Ich weigerte mich, meine Amex dafür zu nutzen. Herr Baehr schlug vor, einfach mit zu niedrigem Rahmen zu fliegen, die würden uns das Auto schon geben. Ich war dagegen, hatte im Internet gelesen, dass die Vermietung bei zu niedrigem Rahmen sich das Recht vorbehält das Auto nicht rauszugeben. Da unser Ferienhäuschen ja aber nur per Auto erreichbar war, bekam ich Panik.
Das Drama ging in den zweiten Akt. Ich war plötzlich schuld, hatte ich doch behauptet eine Karte zu haben und alles damit machen zu können. War ja aber nicht so und meine private Kreditkarte war abgelaufen. Das fand Herr Baehr auch blöd, warum ich mich nicht rechtzeitig darum gekümmert hätte. Ich verteidigte mich, meinte, dass ich die Karte ja eigentlich nie nutzen würde und mir deswegen nicht aufgefallen war, dass sie abgelaufen ist. Und außerdem bekommt man doch sonst automatisch eine neue.
Alles ätzend, Ende vom Lied war dann, dass Herr Baehr einknickte und doch nochmal bei der Bank anrief und um einen höheren Kreditrahmen bat. Trotzdem war er sauer auf mich und auch heute noch ist das ganze ein sehr sensibles Thema. Heute habe ich aufgeräumt, bin den Stapel mit den ganzen abzuheftenden Dingen durchgegangen und habe einen Brief gefunden, von April, mit der neuen Kreditkarte. Ich schäme mich ein bisschen.
frau_baehr am 18. August 15
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553 - Kompliziert
Manchmal denke ich einfach zu kompliziert. Und um die Ecke und verquer. So auch heute. Ich wollte ganz schnell die vielen Daten, die wir bereitgestellt bekommen hatten, in einem Excel aufbereiten. Das hat ewig gedauert, ich habe mich verrechnet, habe kompliziert gerechnet, habe komische Spalten eingefügt und wusste irgendwann nicht mehr was ich da eigentlich grade noch mache. Und dann kommt der Kollege und hat das ganze in ca. 30 Minuten grad mal so eben runtergetippt und es viel eleganter gemacht. Und auch noch schön, mit Rahmen und Farbe und solch einem Zeug.
Ich muss mich in solchen Situationen immer sehr anstrengen, dass ich mich nicht besonders doof finde. Ich ärgere mich total über mich, könnte vor Frust heulen. Das bringt aber auch nix, manchmal kann mein Hirn irgendwie nicht anders. Ich weiß, dass ich nicht doof bin, ich weiß, dass ich intelligent bin. Wahrscheinlich sogar intelligenter als viele andere. Das scheint mir nur manchmal zum Verhängnis zu werden. Egal, so oder so haben wir eine schöne Aufarbeitung und ich konnte dem wenig selbstbewussten Kollegen mal ein Lob aussprechen.
frau_baehr am 17. August 15
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552 - Zerstörer
Ich kann gut Dinge kaputt machen. Man sollte mir besser nichts aus Glas oder Porzelan schenken. Oder mir ein wertvolles Glas zum trinken geben. Bekomme ich alles kaputt. Gerade wenn ich weiß, dass es was besonderes ist. Dann bin ich extrem dappig.
Aber auch in ganz alltäglichen Situationen kann ich das, dann ist es immer schön peinlich. So wie heute in der Apfelweinwirtschaft. Ich hatte Herrn Baehr grade die Reste meines Essens rübergeschoben und mir die Glaswasserflasche gefriffen. Die war aber leider nass und somit glitschig. Und natürlich musste sie mir direkt über Herrn Baehrs Glas aus der Hand glitschen. Das war hinüber, überall feine Splitter, natürlich auch auf dem grade rübergeschobenen Teller. Sehr unangenehm.
frau_baehr am 17. August 15
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