Samstag, 22. August 2015
557 - Der tägliche Beitrag
Ich schreibe jeden Tag. Nur manchmal weiß ich einfach nicht, über was. Oder, wie heute, hätte ich einen längeren Beitrag zu schreiben, bin aber zu müde, habe keine Lust den Laptop zu holen und mag am Handy nicht so viel tippen. Manchmal frage ich mich auch, ob es nicht besser wäre nicht mehr jeden Tag zu schreiben. Ist der tägliche Beitrag eine Belastung? Nein, eigentlich nicht, aber manchmal doch. Und deswegen schreibe ich weiter, jeden Tag.



Donnerstag, 20. August 2015
556 - Die Angst
Die Angst um das Baehrenkind will einfach nicht weggehen. Gestern habe ich mir eingebildet, dass ich es gespürt habe, dass da Tritte waren. Aber ist das nicht eigentlich noch viel zu früh? Heute war da wieder gar nichts, den ganzen Tag nichts. Nur die Blähungen, die mich schon seit Beginn heimsuchen.

Ich versuche keine Angst zu haben, mir nicht mehr so viele Sorgen zu machen. Trotzdem schaue ich gefühlt hundert Mal am Tag nach, ob mein Bauch wirklich schon ein bisschen dick geworden ist (verrückt, sonst hab ich immer geschaut, ob der Speck nicht auf wundersame Weise verschwunden ist). Ich lege ständig meine Hand drauf, nur spüre ich nichts. Ist ja auch klar, so früh wird man von außen auch nichts spüren.

Herr Baehr sagt mir, dass ich entspannt sein soll. Es könne jetzt ja nichts mehr schief gehen. Ich sehe das anders, meine Mutter hat genau in dieser Zeit mein älteres Geschwister verloren. Vielleicht nagt auch das und die ganze Vorgeschichte einfach zu sehr an mir. Ich habe zu lange auf das Baehrenkind warten müssen und dann so um es bangen müssen, dass ich mir jetzt einfach nicht sicher sein kann, dass es wirklich bei uns bleibt. Mir bleibt nur zu hoffen und zu beten.



Mittwoch, 19. August 2015
555 - Viel zu tun
Ich bin es ja gar nicht mehr gewohnt wirklich was zu tun zu haben. Das ganze letzte Jahr lief eher so ab, dass ich immer mal wieder was auf Zuruf gemacht habe. Weg war ich auch nicht viel und wenn dann nur unregelmäßig. Ich würde sagen, dass fehlt mir nicht. Aber das rumsitzen und arbeiten im Home Office gefällt mir auch nicht so gut. Es ist doch sehr einsam.

Jetzt ist es aber so, dass meine Kollegen auf andere Projekte geschickt werden und ich alleine zurück bleibe. Gut für sie, schlecht für mich, man will mich also nicht haben. Dafür darf ich jetzt das machen, was wir vorher unter dreien aufgeteilt habe. Oder eher gesagt, ich werde das übernehmen, was vorher mein "Chef" gemacht hat. Es sieht also so aus, als würde ich wieder zu tun bekommen. Nicht schlecht, aber doch sehr ungewohnt.

Hinzu kommt diese Woche, dass ich dem "Chef" für ein Projekt zuarbeite, zusammen mit dem anderen Kollegen. Dem ging es die ganze Zeit nicht anders wie mir, er saß auch nur daheim und hat von dort gearbeitet. Wirklich viel zu tun hatte er auch nicht. Wir haben schon gewitzelt, dass wir jetzt völlig überarbeitet sind. Ganz abwegig ist es auch nicht, ich merke doch, dass ich es gar nicht mehr gewohnt bin so viel zu arbeiten. Dabei finde ich es ja eigentlich ganz gut viel zu tun, rumsitzen und langweilen ist nicht so mein Ding.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Dinge jetzt entwickeln. Zur Zeit sieht es nicht so gut aus, zumindest für mich nicht. Ich könnte mich jetzt ausruhen und sagen, ich schau halt einfach bis zum Mutterschutz und orientier mich nach der Elternzeit neu, entweder innerhalb oder ausserhalb der Firma. Jetzt aber noch vier Monate rumsitzen und nichts tun kann ich einfach nicht, das ist zu langweilig. Ich hoffe, es ergibt sich bald was.