558 - Wiedervereinigung
Die vier Wochen Einzelhaft sind beendet. Hahn und Henne durften heute wieder ins Wohnzimmer ziehen, gemeinsam in den großen Käfig. Der Hahn war so aufgeregt, dass er schon im Knastkäfig wie blöde mit den Flügeln geschlagen hat. Dazu war er so auf sie fixiert, dass er zuerst nicht raus ist. Mit ein bisschen Nachhilfe war er aber sehr schnell draußen und auf ihrem Knastkäfig. Der hat nur eine Tür und die ist recht weit unten. Das hat die Henne nicht gebacken bekommen, so dass Herr Baehr ordentlich beim Aussteigen helfen musste.
Und was machen die beiden, kaum wieder vereint? Nicht etwa kuschel oder pimpern, nein, es wurde sich um eine Hirse gezankt, von der beide bequem hätten essen können. Wenn es aber ums Essen geht hört zumindest beim Hahn die Liebe auf. Blöder Kerl.
frau_baehr am 23. August 15
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557 - Der tägliche Beitrag
Ich schreibe jeden Tag. Nur manchmal weiß ich einfach nicht, über was. Oder, wie heute, hätte ich einen längeren Beitrag zu schreiben, bin aber zu müde, habe keine Lust den Laptop zu holen und mag am Handy nicht so viel tippen. Manchmal frage ich mich auch, ob es nicht besser wäre nicht mehr jeden Tag zu schreiben. Ist der tägliche Beitrag eine Belastung? Nein, eigentlich nicht, aber manchmal doch. Und deswegen schreibe ich weiter, jeden Tag.
frau_baehr am 22. August 15
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556 - Die Angst
Die Angst um das Baehrenkind will einfach nicht weggehen. Gestern habe ich mir eingebildet, dass ich es gespürt habe, dass da Tritte waren. Aber ist das nicht eigentlich noch viel zu früh? Heute war da wieder gar nichts, den ganzen Tag nichts. Nur die Blähungen, die mich schon seit Beginn heimsuchen.
Ich versuche keine Angst zu haben, mir nicht mehr so viele Sorgen zu machen. Trotzdem schaue ich gefühlt hundert Mal am Tag nach, ob mein Bauch wirklich schon ein bisschen dick geworden ist (verrückt, sonst hab ich immer geschaut, ob der Speck nicht auf wundersame Weise verschwunden ist). Ich lege ständig meine Hand drauf, nur spüre ich nichts. Ist ja auch klar, so früh wird man von außen auch nichts spüren.
Herr Baehr sagt mir, dass ich entspannt sein soll. Es könne jetzt ja nichts mehr schief gehen. Ich sehe das anders, meine Mutter hat genau in dieser Zeit mein älteres Geschwister verloren. Vielleicht nagt auch das und die ganze Vorgeschichte einfach zu sehr an mir. Ich habe zu lange auf das Baehrenkind warten müssen und dann so um es bangen müssen, dass ich mir jetzt einfach nicht sicher sein kann, dass es wirklich bei uns bleibt. Mir bleibt nur zu hoffen und zu beten.
frau_baehr am 20. August 15
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