596 - Enttäuschung
Heute hatte ich mal wieder einen Termin bei der Ärztin. Und ich hatte gedacht, dass wir heute sehen können was das Baehrenkind wird. Das wollte das Baehrenkind aber gar nicht, es hat sich umgedreht und die Beine zusammengepetzt. Total ärgerlich, vorher ist es noch in meinem Bauch rumgetobt und beim Ultraschall war es extrem still. Selbst anstubsen und wackeln hat nicht geholfen. Das hat mich irgendwie schon geärgert.
Viel mehr geärgert und enttäuscht war ich dann aber von meiner Ärztin. Ich hatte gefragt, ob ich ein Bild bekommen könnte. Und was habe ich bekommen, ein Bild vom Durchschnitt des Kopfes und des Oberkörpers. Was ist das für ein Scheiß? Sowas will ich doch nicht haben, sowas will doch keine werdende Mutter haben, wenn sie nach nem Bild fragt. Ich war so angepisst, dass ich vor Frust und Enttäuschung hinterher im Auto geheult habe.
Und das hat gar nicht mehr aufgehört, ich habe mich nicht mehr einbekommen. Selbst daheim hab ich weitergeheult. Bin froh, dass ich überhaupt heil heim gekommen bin, ich war sicherlich in dem Moment nicht die aufmerksamste Fahrerin. Erst ein längeres Gespräch mit meiner Mutter hat geholfen und ein WhatsApp mit der Studienfreundin. Trotzdem fühle ich mich den Tag über total bescheiden, habe Hals- und Kopfschmerzen und bin total zermatscht.
Ich konzentriere mich jetzt erstmal daruaf, dass es dem Baehrenkind gut geht und es normal entwickelt ist. Und dass es mir gut geht, so einigermaßen zumindest. Und ich versuche nicht sauer auf das Baehrenkind sein, obwohl ich jetzt bei jeder Bewegung denke: Warum konntest du das heute Morgen nicht machen? Ist eben so.
frau_baehr am 29. September 15
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595 - Das bisschen Haushalt
Das bisschen Haushalt macht sich bei uns leider so gar nicht von allein. Als ich bei Herrn Baehr eingezogen bin war es mit dem Haushalt sehr schwierig, da wir eine ganz unterschiedliche Vorstellung von "sauber" und "geht noch" bzw. "geht gar nicht mehr" haben. Wenn ich es dreckig finde, findet Herr Baehr, dass es doch bestimmt noch zwei Wochen geht. Bis er es dreckig findet, muss es schon für meine Verhältnisse sehr dreckig werden. Deswegen hatte Herr Baehr auch nicht die Notwendigkeit gesehen, so oft zu putzen wie ich.
In der Wohnung hatten wir dann aber einen ganz guten Kompromiss gefunden, er war für die Spülmaschine und das saugen verantwortlich, ich habe den ganzen Rest übernommen. Das war sicherlich nicht fair aufgeteilt, in einer kleinen Wohnung von noch nichtmal 60 Quadratmetern geht das aber. Vor allem hatte ich so die wichtigen Bereiche wie Bad, Küche und Wäsche unter Kontrolle.
Hier im Haus ist aber viel mehr zu tun, es gibt viel mehr Fläche, die sauber gehalten werden muss. Und es gibt viel mehr Fläche, die unordentlich werden kann. Herr Baehr hat das große Talent, alles zu verwüsten ohne es zu merken. Wenn ich aufgeräumt habe, hält das nur so lange, bis er wieder da ist. Dann sieht es innerhalb von Sekunden so aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Wie er das macht ist mir ein Rätsel.
Leider ist mit dem Umzug vor zwei Jahren die Aufgabenteilung verloren gegangen. Da ich das letzte Jahr nicht viel zu tun hatte und eigentlich fast nur von daheim gearbeitet habe, habe ich irgendwann angefangen alles zu machen. Dabei waren Herrn Baehrs Aufgaben sogar einfacher geworden, seit wir von seinen Eltern den Staubsaugerrobotor übernommen hatten. Aber selbst den stellt er kaum an. Und sieht es nicht ein, dass dieser manche Bereiche einfach nicht machen kann und man da manuell saugen muss. Zum Beispiel unter den Vorhängen oder auf dem Teppich. Das bleibt dann einfach dreckig.
Gestern habe ich ihn angesprochen, so kann es nicht weitergehen. Ich schaffe das alleine nicht mehr, mir wird es einfach zu viel. Und gerade wenn das Baehrenkind dann da ist, werden die Aufgaben auch nicht weniger. Herr Baehr war natürlich gleich total genervt. Er ist der Meinung, wir haben auch gar keine Zeit zum putzen. Wenn er nach Hause kommt, so gegen fünf oder halb sechs, ist er zu erschöpft um noch was zu machen. Und am Wochenende haben wir ja auch so viel vor. Oder er erklärt mir, dass wir mal nichts machen, damit ich mich erholen kann. Das nervt so langsam nur noch, ich wünschte er wäre ein wenig einsichtiger.
frau_baehr am 28. September 15
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594 - Zubehör
Für das Baehrenkind brauchen wir so einige Dinge. Es ist aber schwer abzuschätzen, was wirklich wichtig ist und was man nie braucht. Deswegen habe ich heute die Schwägerin gelöchert und sie als Beraterin mit zum Babyflohmarkt genommen. Das war wirklich sehr hilfreich.
Besonders hilfreich für uns ist auch, dass wir alles leihen können, was die Nichte nicht mehr braucht. So haben wir jetzt einen Autositz, ein Beustellbett, eine Badewanne und jede Menge Kleidung.
Und da das nicht genug ist, haben wir bei den Patenkindeltern noch eine Wickelkommode und ein Babybett erstanden. Es ist nicht mehr das neuste, es wurde schon von drei Kindern genuzt. Aber es ist noch einwandfrei und schlicht. Und so haben wir einiges mehr an gespartem Geld, dass wir für weiteres Zubehör ausgeben können.
frau_baehr am 27. September 15
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