645 - Gelesen 2015 - Ein Strauß voller Liebe
Das Buch
Ein Strauß voller Liebe von Noel Aiden hatte ich mir schon vor einiger Zeit runtergeladen und jetzt am Wochenende gelesen, ohne wirklich zu wissen, um was es geht. Dass ich die vielen auch negativen Rezensionen nicht mehr im Kopf hatte, war auch ganz gut, sonst hätte ich vielleicht gar nicht angefangen zu lesen.
Dana und Peter lernen sich bei der Therapie kennen, Peter ist wegen Burnout dort, Dana wegen ihrer Vergangenheit. Die beiden verlieben sich ineinander und ziehen recht schnell zusammen. Sie verbringen vier schöne Jahre miteinander, bis sie plötzlich erfahren, dass Dana einen Hirntumor hat. Dieser ist inoperabel und Dana wird nicht mehr lange zu leben haben. Ihre Vergangenheit, die Peter wohl auch nur in Teilen kennt, möchte sie nicht aufarbeiten. Sie ist jedoch bereit nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen und zu erfahren, wie die Frau hieß, treffen möchte sie sie nicht. Auch ihre Adoptiveltern möchte sie nicht noch einmal sehen, da diese sie, so ihre Erinnerungen, immer wieder misshandelt haben. Lediglich zu ihrer Tante hat sie Kontakt, doch auch dieser erzählt sie nichts von ihrer Krankheit.
Peter und Dana setzen sich gar nicht mit dem Tod auseinander. Ab und an telefoniert Peter mit dem Arzt und erkundigt sich, wie er sich verhalten soll, da Dana nicht ins Krankenhaus möchte. Jedoch scheint alles einfach, keiner der beiden leidet wirklich darunter, dass Dana sterben wird. Und das obwohl sie füreinander die große Liebe sind.
Mir war das Buch etwas zu oberflächlich, die Charaktere irgendwie zu flach und sehr unsympathisch. Ständig wurde auf Danas Vergangenheit rumgeritten, ohne in der Geschichte jedoch voran zu kommen. Peter akzeptiert einfach alles, er pflegt Dana daheim, ohne Zweifel. Am schlechtesten an dem ganzen Buch fand ich aber die kitschige Auflösung, die so sehr plötzlich kam. Für mich also ein Buch, dass man nicht gelesen haben muss. Da es aber nur gute 200 Seiten hat ist man auch sehr schnell durch.
frau_baehr am 17. November 15
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644 - Nicht mit mir
Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt etwas zu dem Thema "Anschläge in Paris" schreiben möchte oder nicht. Da es mich aber so beschäftigt, muss ich mir hier ein wenig Luft machen.
Ich finde es erschreckend, wie auf diese sicherlich sehr furchtbaren, Anschläge reagiert wird. Mich hat es betroffen gemacht, als ich erst Samstag früh davon erfuhr und auch ich habe gleich nachgeschaut, was dort passiert ist. Paris ist nah und ich habe Bekannte, die dort leben. So trifft es mich mehr, als andere schlimme Geschehen. Trotzdem regt es mich mittlerweile auf, dass jedes Profilbild im Gesichtsbuch blau-weiß-rot eingefärbt ist, immer wieder Postings zur Schweigeminute kommen, immer wieder dazu aufgerufen wird für Paris zu beten und tausende von Bildern geteilt werden, auf denen die verschiedensten Gebäude der Welt in blau-weiß-rot angestrahlt sind.
Warum wird dieses Ereignis jetzt so zelebriert? Warum gedenken wir nicht der Menschen, die bei einem Attentat in der Türkei ums Leben kamen? Oder den Menschen in Beirut, die in der letzten Woche durch Terroranschläge des IS ums Leben kamen? Sind ihre Leben weniger wert als die der Pariser Bürger und der Pariser Touristen? Warum wird Solidarität mit Frankreich gezeigt, aber nicht mit anderen Staaten?
Und warum, verdammt nochmal, ist es jetzt in Ordnung, dass Frankreich Stellungen in Syrien bombadiert, die vermutlich zum IS gehören? Wie viele unschuldige Menschen sterben dort? Wie viel schlimmer wird nun das Leben für die Zivilisten dort?
Und warum zur Hölle muss das christliche Abendland, das so viele ja gerne sein wollen, nach dem Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" handeln? Was ist denn mit der anderen Wange, die wir hinhalten sollen? Was ist mit der Liebe zu unseren nächsten? Wo sind die Friedensstifter?
643 - Gelesen 2015 - Das Haupt der Welt
Herr Baehr hat vor kurzem
Das Haupt der Welt von Rebecca Gablé gekauft. Wir mögen beide ihre Bücher sehr gerne und so freuten wir uns, dass es eins gab, dass wir noch nicht kannten. Besonders an diesem Buch ist auch, dass es nicht in Großbritannien, sondern im Deutschland des 10. Jahrhunderts spielt.
In diesem Buch erzählt Rebecca Gablé die Geschichte von Otto I, aber auch die Geschichte von Tugomir, dem Hevellerprinz. Tugomir, sowie seine Schwester Dragomira (dieser Name ist nicht geschichtlich belegt) geraten als Geiseln an den Hof von Ottos Vater Heinrich, dem König des Sachsenreichs. Dragomira und Otto beginnen eine Affäre, aus der ihr Sohn Wilhelm hervorgeht, der spätere Bischof von Mainz. Da Dragomira eine Slavin ist und Otto der Thronfolger, ist es ihnen nicht möglich zu heiraten und so wird Dragomira in ein Kloster abgeschoben. Otto findet aber sehr schnell seine große Liebe, Editha, eine englische Prinzessin.
Aber auch Tugomir wird immer mehr Freund und Berater von Otto, sowie dessen älterem Bruder Thankmar. Außerdem macht sich Tugomir als Heiler einen Namen und erlangt so, nicht nur unter den slavischen Sklaven, hohes Ansehen.
Doch nicht alles ist harmonisch, denn sowohl Thankmar, als auch Ottos jüngerer Bruder Henning rebellieren gegen Otto und versuchen ihn zu stürzen. Beiden gelingt es nicht, obwohl Henning, mit der Mutter im Hintergrund, eine erstaunliche Hartnäckigkeit an den Tag legt.
Wie immer bei den Büchern von Rebecca Gablé wird Geschichte spannend erzählt. Ich bin nun wirklich kein Geschichtsfan und die deutsche Geschichte des 10. Jahrhunderts hätte mich nie interessiert. Rebecca Gablé schafft es aber mit ihrem Buch, dass ich anfange mir Hintergrundinformationen zu beschaffen und tiefer in die Geschichte eintauche, als sie dort dargelegt wird. Mir gefällt, wie immer bei ihren Büchern, die Mischung aus Realität und Fantasie besonders gut.
frau_baehr am 15. November 15
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