Beim letzten Arztbesuch war der Zuckerwert im Urin auffällig. Die Sprechstundenhilfe riet zu einem Test auf Schwangerschaftsdiabetes. Zuerst entschied ich mich dagegen, kann ja gar nicht sein, dass ich sowas habe. Die Studienfreundin riet mir meinen Nüchternwert zu messen und lieh mir dazu ihr Gerät. Ergebnis, immer ein wenig über dem Grenzwert. Sehr ärgerlich, muss das jetzt in den letzten Wochen noch sein?
Seit Samstag esse ich anders. Nichts mehr mit Zucker, nur noch gute Kohlehydrate, viel Obst und Gemüse. Sehr unbefriedigend, ich esse anscheinend doch nicht so gesund wie gedacht. Vor allem habe ich aber ein Problem mit dem Hunger, denn Gemüse und Obst halten bei mir nicht lange vor.
Heute war ich beim Arzt, um das ganze testen zu lassen. Ergebnis gibt es aber erst am Freitag. Jetzt stellt sich nur die Frage, wie ich weiteresse, wieder normal? Eigentlich könnte ich ja, so ohne offizielles Ergebnis. Trotzdem würde ich mich damit nicht gut fühlen. Unbefriedigend grade.
In dem Buch
Die lange Zeit der vielen Abschiede beschreibt Eric Rill den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung von Saul, einem Mann Anfang siebzig. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, es wechselt eigentlich jedes Kapitel. So erfährt man nicht nur, wie Saul den Alzheimer erlebt, sondern auch wie seine Frau und seine beiden Kinder damit umgehen und vor allem welche Gefühle sie haben.
Es ist definitiv ein Buch, dass einen Nachdenken lässt. Vor allem, wenn man ähnliches schon erlebt hat. Die Großmutter von Herrn Baehr war dement, lange hat das keiner erkannt. Alte Leute werden manchmal etwas schrullig und sie war wohl schon immer etwas eigen in manchen Punkten. Als sie aber anfing die Wohnung mit dem Gasbackofen zu heizen, war klar, dass etwas nicht stimmte. Für Herrn Baehr und seine Familie war es damals nicht leicht mit der Großmutter umzugehen, da sie sehr lange versucht hat ihre Erkrankung zu verstecken.
So ist es auch in dem Buch, Saul versucht sehr lange zu verbergen, dass er krank ist. Er gibt vor, dass alles was er macht seine Richtigkeit hat und es nicht merkwürdig ist. Ein bisschen vergesslich wird man eben im Alter, das sei normal. Die Perspektive von Saul kennenzulernen ist interessant. Ob ein Alzheimer-Patient nun genauso empfindet, weiß ich nicht, ich kann es mir aber gut vorstellen.
Gelitten habe ich auch mit der Frau, die versucht hat so lange wie möglich für ihren Mann ein normales Leben aufrecht zu erhalten. Sie erträgt alles, sogar Schläge von ihrem Mann, an die er sich kurz danach schon nicht mehr erinnern kann. Ich habe tiefen Respekt vor Menschen, die es schaffen sich so hinten anzustellen und sich für einen anderen Menschen regelrecht opfern.
Der Morgen heute fing zwar bescheiden an, da mein Nüchternblutzucker viel zu hoch war und es somit sehr danach aussieht, als hätte ich tatsächlich eine Schwangerschaftsdiabetes. Aber mein Handy ging wieder. Ich hatte nur so zum Test mal draufgedrückt und da ging der Bildschirm wieder an und mein Handy forderte den Pin. Was ein Glück, ich liebe dieses Teil. Es ist zwar schon etwas älter, zumindest was heute die Entwicklung bei Handys angeht, aber es funktioniert noch super. Und ich komm mit ihm einfach so gut zurecht, ein neues, selbst mit gleichem Betriebssystem, hätte Veränderung und somit Umgewöhnung bedeutet. Und bei Veränderungen bin ich ja etwas schwierig.