736 - Getrennt
Heute bin ich einkaufen gefahren und war so das erste Mal seit der Geburt vom Baehrenkind getrennt. Es war schon irgendwie komisch weg zu gehen. Nicht, weil ich es Herrn Baehr nicht zutraue mit ihr alleine zu sein. Viel mehr einfach der Gedanke sie zurückzulassen und sich frei zu fühlen. Und frei hab ich mich dann auch gefühlt, das war so super. Und zwar so sehr, dass ich gar nicht mehr gerne heim gefahren bin. Ich bin etwas erschrocken über mich.
Herrn Baehr beneide ich auch, denn er geht ab Dienstag wieder arbeiten. Erbhat gar keine Lust darauf, würde am liebsten daheim bleiben. Ich würde am liebsten tauschen und wieder arbeiten gehen. Einfach raus kommen und normal leben.
Ich hasse nich schon fast für diese Gedanken und hoffe, dass es nur im Moment so ist und sich meine Einstellung noch ändert. Vor allem hoffe ich, dass ich das Baehrenkind sehr bald so lieben kann, wie sie es verdient hat, nämlich bedingungslos und von ganzem Herzen.
frau_baehr am 26. Februar 16
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735 - Müde
Und nichts zu sagen.
frau_baehr am 26. Februar 16
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734 - Wir haben ein Schreibaby
Bisher dachte ich, dass ich vielleicht etwas empfindlich bin und einfach nicht belastbar. Jetzt weiß ich aber, dass es nicht ich bin, sondern das Baehrenkind. Das ist nämlich ein Schreibaby, zumindest laut Definition. Da genügt es schon, dass das Kind an drei Tagen die Woche mehr als drei Stunden schreit und das in drei Wochen oder mehr. Drei Stunden schafft das Baehrenkind locker jeden Tag und das seit der Geburt. Es spitzt sich eigentlich auch immer mehr zu. Richtig geschlafen haben Herr Baehr und ich seit der Geburt nicht mehr, die letzten Nächte haben wir uns aufgeteilt. Einer schläft, der andere versucht irgendwie das schreiende und um sich schlagende Bündel zu beruhigen. Das gelingt eher weniger als mehr. Die Hebamme weiß so langsam auch nicht weiter, sie meinte so Kinder wie das Baehrenkind hätte sie selten.
Irgendwie ist das doch richtig scheiße. Ich habe mir so sehr ein Kind gewünscht und jetzt sitze ich oft da, schaue sie an, knallrot und mit zugegniffenen Augen und aufgerissenem Mund, und wünsche mir mein altes Leben ohne Kind zurück. Oder ein Kind, dass mir nicht dauerhaft das Gefühl gibt mich zu hassen. Tut sie wahrscheinlich gar nicht. Es ist so schwer. Und es ist auch so schwer für Herrn Baehr und mich. Ich weiß nicht wann wir uns das letzte Mal geküsst haben. Wann wir uns mal in den Arm genommen haben oder einfach mal miteinander gesprochen haben.
Dazu kommt meine Angeschlagenheit, die uns ans Haus fesselt. Spazieren gehen geht, aber nicht zu weit. Ich schaffe grade mal eine Viertelstunde im Schneckentempo. Soziale Kontakte sind auch schwierig. Wir laden zwar Leute zu uns ein, müssen dann aber immer wieder absagen, weil ich nicht kann. Ich bin so froh, wenn das endlich vorbei ist und es wenigstens mir wieder normal geht. Dann habe ich vielleicht auch wieder mehr Kraft für mein Brülläffchen.
733 - Wieder Brustentzündung
Meine Brustentzündung ist zurück. Das ist sowas von zum kotzen. Ich frag mich, wann ich endlich mal richtig auf die Beine komme. Seit der Geburt bin ich geschwächt und kann kaum was machen. Erholen ist auch nicht drin, denn das Baehrenkind hat sich in ein Schreibaby verwandelt. Das zehrt zusätzlich und wir bekommen Nachts kaum Schlaf. So habe ich mir das alles nicht vorgestellt.
frau_baehr am 23. Februar 16
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