Samstag, 30. Juli 2016
891 - Springunkraut
Im Wald gibt es ein Unkraut, dass am Wegrand wächst, es ist hüfthoch, hat gelbe Blüten und Samenschleudern. Die platzen auf, wenn man sie berührt. Das sind so längliche Teile, die dicken platzen besonders gut. Ist es geplatzt, springt der Samen weg.

Als Kind habe ich das Zeug geliebt. Es ist ein lustiges Gefühl zwischen den Fingern, wenn das Unkraut springt. Und irgendwie war es auch immer spannend zu raten, ob das Unkraut schon reif ist. Hier im Wald gibt es das auch und bei jedem Spaziergang muss ich ein paar Kapseln springen lassen. Herr Baehr kannte das nicht, fand es aber ganz lustig, als ich es ihm gezeigt hab. Ich freu mich schon drauf, wenn das Baehrenkind alt genug ist um das Unkraut springen zu lassen.



Freitag, 29. Juli 2016
890 - Das Haus auf dem Feld
Bei einer meiner Spazierrunden komme ich immer an einem Haus vorbei, dass mitten in den Feldern steht. Davor ist eine große Pferdeweide, so dass man nicht direkt am Haus vorbei geht. Man sieht es sozusagen nur von Weitem. Und irgendwie hatte mich dieses Haus fasziniert, keine Ahnung warum. Eigentlich hat es nichts besonderes, aber es zog mich magisch an. Bisher war ich aber immer zu faul den kleinen Abstecher zu machen, vielleicht wollte ich auch nicht, dass der Ort seine Magie verliert.

Heute aber habe ich den Abstecher gemacht und bin den Feldweg bis zum Haus gegangen. Es ist ein altes, verlassenes Haus. Die Fensterläden sind morsch und teilweise ersetzt. Aber es ist umzäunt und das Tor mit einem Vorhängeschloß gesichert, das ganze gehört also wohl irgendwem. Interessant war es dann, was hinter dem Haus kam, denn dort stehen drei Plumpsklos und acht Waschbecken. Wofür die sind, kann ich mir nicht erklären.

Die Magie hat der Ort jetzt tatsächlich ein wenig verloren, aber das ist ok. Das Häuschen gefällt mir trotzdem weiterhin, es hat irgendwas, auch wenn ich es nicht beschreiben kann und auch gar nicht greifen kann. Das ist einfach so ein Gefühl. Ich freu mich schon bei meinem nächsten Spaziergang wieder dort vorbei zu gehen und es aus der Ferne zu betrachten.



Freitag, 29. Juli 2016
889 - Ferienhaus
Zum Geburtstag schenkten wir meinem Vater ein gemeinsames Wochenende. Blöd war nur, dass wir bis zum Geburtstag kein Ferienhaus gefunden hatten, dabei hatten wir nicht wirklich hohe Ansprüche. Aber alle als frei angezeigten Häuser und Wohnungen waren doch schon besetzt. Oder dann so überteuert, dass wir es nicht mehr wollten. Echt nervig, ständig dachte ich, dass ich was gefunden hätte. Und dann kam wieder eine Absage. Jetzt habe ich aber etwas gefunden, von einer Frau, die ebenfalls ein Baby hat und somit im Haus alles bereit steht was so ein Würmchen alles braucht. Da muss ich weniger packen, perfekt.