892 - 6 Monate
Das Baehrenkind wird heute 6 Monate alt. Seit sie nicht mehr so schlimm schreit rast die Zeit. Das ist echt der Wahnsinn, wie habe ich mir gewünscht, dass sie älter wird und mehr kann, immer in der Hoffnung, dass sie weniger schreit. Und jetzt mit einem halben Jahr kann sie so viel. Sie stemmt sich hoch, rollt und robbt. Sie blubbert mit den Lippen, dass die Spucke nur so fliegt, sie ist eine verdammt gute Esserin und trinkt aus einem Glas, sie hat endlich die Daumen ausgeklappt und greift richtig, sie kann ab und zu ins Klo machen, sie schläft in ihrem eigenen Bett und und und. Unser kleines Mädchen ist schon verdammt groß. Und sie wächst immer weiter und entwickelt sich.
Und noch etwas haben Herr Baehr und ich in den letzten 6 Monaten festgestellt, wir sind absolute Familienmenschen. Ohne das Baehrenkind wollen wir gar nicht sein. Wir haben nicht das Bedürfnis sie abzugeben um auszugehen. Und wir vermissen unser altes Leben nicht. Es hat sich vieles verändert, es ist aber auch viel geblieben. Gekommen ist auf jeden Fall unendliches Glück und tiefe Liebe.
frau_baehr am 31. Juli 16
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891 - Springunkraut
Im Wald gibt es ein Unkraut, dass am Wegrand wächst, es ist hüfthoch, hat gelbe Blüten und Samenschleudern. Die platzen auf, wenn man sie berührt. Das sind so längliche Teile, die dicken platzen besonders gut. Ist es geplatzt, springt der Samen weg.
Als Kind habe ich das Zeug geliebt. Es ist ein lustiges Gefühl zwischen den Fingern, wenn das Unkraut springt. Und irgendwie war es auch immer spannend zu raten, ob das Unkraut schon reif ist. Hier im Wald gibt es das auch und bei jedem Spaziergang muss ich ein paar Kapseln springen lassen. Herr Baehr kannte das nicht, fand es aber ganz lustig, als ich es ihm gezeigt hab. Ich freu mich schon drauf, wenn das Baehrenkind alt genug ist um das Unkraut springen zu lassen.
frau_baehr am 30. Juli 16
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890 - Das Haus auf dem Feld
Bei einer meiner Spazierrunden komme ich immer an einem Haus vorbei, dass mitten in den Feldern steht. Davor ist eine große Pferdeweide, so dass man nicht direkt am Haus vorbei geht. Man sieht es sozusagen nur von Weitem. Und irgendwie hatte mich dieses Haus fasziniert, keine Ahnung warum. Eigentlich hat es nichts besonderes, aber es zog mich magisch an. Bisher war ich aber immer zu faul den kleinen Abstecher zu machen, vielleicht wollte ich auch nicht, dass der Ort seine Magie verliert.
Heute aber habe ich den Abstecher gemacht und bin den Feldweg bis zum Haus gegangen. Es ist ein altes, verlassenes Haus. Die Fensterläden sind morsch und teilweise ersetzt. Aber es ist umzäunt und das Tor mit einem Vorhängeschloß gesichert, das ganze gehört also wohl irgendwem. Interessant war es dann, was hinter dem Haus kam, denn dort stehen drei Plumpsklos und acht Waschbecken. Wofür die sind, kann ich mir nicht erklären.
Die Magie hat der Ort jetzt tatsächlich ein wenig verloren, aber das ist ok. Das Häuschen gefällt mir trotzdem weiterhin, es hat irgendwas, auch wenn ich es nicht beschreiben kann und auch gar nicht greifen kann. Das ist einfach so ein Gefühl. Ich freu mich schon bei meinem nächsten Spaziergang wieder dort vorbei zu gehen und es aus der Ferne zu betrachten.
frau_baehr am 29. Juli 16
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