Wir haben Stubenfliegen, viele. Es fing mit zwei oder drei im Wohnzimmer an und ist eine echte Plage geworden. Und sie sind nicht mehr nur im Wohnzimmer, sie folgen einem wie treue Hunde in jeden Raum des Hauses. Und sie landen immer da wo man sie nicht gebrauchen kann. Besonders gerne auf dem Gesicht des Baehrenkindes und besonders dann, wenn sie schläft. Sehr nervig, ich sitz jetzt immer neben dem schlafenden Baehrenkind und wedel. Ich hoffe, wir finden bald ein Mittel sie zu vertreiben.
Ich hatte mir ja vorgenommen jeden Tag drei Liter Wasser zu trinken. Am Anfang hat das auch dank einer App gut geklappt. Ich dokumentier ja gerne und trag gerne Dinge irgendwo ein. Für andere muss es aber ganz schön nervig sein, wenn jemand ein Glas Wasser abkippt und dann zum Handy greift. Außerdem habe ich das Handy nicht immer bei mir, versuche ich doch vor dem Baehrenkind nicht als das Handy vorm Gesicht zu haben. Also habe ich aufgehört die App zu benutzen, hab schnell den Überblick verloren und war nicht mehr motiviert. Aus drei Litern wurden eher zwei und selbst das schaffe ich an manchen Tagen nicht.
Manchmal ist es aber auch schwer so viel zu trinken. Den viel trinken bedeutet auch, dass auch wieder viel raus muss. Unterwegs nicht immer unbedingt passend. Außerdem spannt mich das Baehrenkind so ein, dass ich es manchmal einfach nicht schaffe zu trinken. Immerhin sagt mein Körper mir jetzt viel schneller wenn er Durst hat.
Gestern habe ich es endlich geschafft die Zeit zu finden die letzten Seiten von
Welche Farbe hat die Wahrheit zu lesen. Dieses Buch erzählt die Geschichte von Louisa und ihrer Mutter Eva. Eva lernt während dem zweiten Weltkrieg Bill kennen, ein US-Amerikanischer Soldat, der in England stationiert ist. Die beiden verlieben sich ineinander und beginnen eine geheime Affäre. Niemand soll von ihrer Liebe erfahren, denn Bill ist dunkelhäutig und Eva eigentlich noch verheiratet, obwohl ihr Mann vermisst wird. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, Eva wird von Bill schwanger, dieser in ein anderes Lager versetzt, Evas Mutter kommt ums Leben und zu allem Übel taucht auch noch Eddie, ihr vermisster Mann auf. Dieser hat viel im Krieg erlebt und kommt als anderer Mensch nach Hause. Er hat kein Problem damit das farbige Baby anzunehmen und zieht Louisa wie sein eigenes Kind groß.
Louisa spürt aber schnell, dass sie anders ist als die anderen. Immer wieder begegnet sie Vorurteilen und wird beschimpft. Sie erfährt sexuelle Gewalt und eine traurige Ehe. Das alles sorgt dafür, dass Louisa sich unter langen Kleidungsstücken versteckt und ihre Haare so gut es geht mit Hüten bedeckt und glatt bzw. zu großen Locken stylt. Doch die Geburt ihrer zweiten Tochter Rhiannon sorgt dafür, dass sich alles ändert, denn Rhiannon hat einen viel dunkleren Hautton als Louisa und ihr Erstgeborener Tom.
Mir hat das Buch gut gefallen, irgendwann hatte ich das Bedürfnis es zum Ende zu bringen, weil ich einfach wissen wollte, wie es sich für alle auflöst. Traurig ist, dass solche Geschichten wirklich passiert sind. Die Autorin schreibt am Ende des Buchs, dass sie viele Gespräche mit Betroffenen geführt hat und versucht hat deren Gefühle und Sichtweisen in den Roman einfließen zu lassen.
Etwas schwierig fand ich Eddie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Mensch derart ändert. Er wird zu Beginn des Buches als ein sehr unsympathischer Mensch beschrieben, der schnell verurteilt und seinen eigenen Sohn nicht akzeptieren möchte, da dieser ein Geburtsmahl im Gesicht hat. Doch der Krieg und seine Erlebnisse, Gefangenschaft in Birma, Schiffsbruch und anschließende Pflege in einem amerikanischen Krankenhaus durch einen farbigen Pfleger, machen ihn zu einem komplett anderen Menschen, der alles akzeptiert und für jeden da ist. Ob der Krieg Menschen so stark verändern kann weiß ich nicht. Das der Krieg Menschen verändert und vor allem ein solcher Krieg, das glaube ich gerne.