938 - Einkäufe
Ich habe mir heute den Nachmittag frei genommen und bin shoppen gefahren. Mache ich ja nicht so gerne, aber ich brauchte noch einen Anzug bzw. wollte einfach auch mal wieder einen neuen haben. So hab ich was schönes neues, dass ich zum Arbeitsbeginn tragen kann. Tja, und wenn man dann schonmal da ist kann man ja nochmal in der Kinderabteilung schauen. Und da gibt es so viele schöne Dinge, die ich alle für das Baehrenkind kaufen könnte. Das Ende vom Lied, ich habe einen neuen Anzug, das Baehrenkind mehrere Pullis, Schlafanzüge, Jogginghosen und ein neues Buch. Naja, so ist das wohl als Mama. So macht shoppen sogar mir Spaß.
frau_baehr am 15. September 16
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937 - Große Kinder
Heute habe ich mich recht spontan mit zwei anderen Müttern auf dem Spielplatz getroffen, denn die Kleinen sind jetzt so groß, dass man sie gemeinsam in den Sandkasten setzen kann. Das ist schon wirklich verrückt. Vor noch nicht mal einem Jahr habe ich mit genau diesen Frauen den Geburtsvorbereitungskurs besucht. Damals schoben wir alle noch eine Kugel vor uns her und zumindest für die beiden mit denen ich mich heute getroffen habe und für mich war es das erste Kind. Wir hatten noch romantische Vorstellungen, wie das erste Jahr aussehen wird. Ich habe mir vor allem vorgestellt, dass ich ein Jahr lang ein Baby haben werde. Das habe ich aber schon eine ganze Weile nicht mehr, das Baehrenkind ist ein Kind, zwar ein ziemlich kleines, aber sie ist ein Kind. Kein Baby mehr, bei weitem nicht. Und auch die anderen beiden Kinder sind Kinder und keine Babys mehr. Sie können sich zwar alle drei noch nicht verständlich machen, zumindest nicht mit Worten, und können noch nicht alleine aufstehen, aber sie können im Sandkasten sitzen und händeweise Sand essen. Ganz alleine, ohne unsere Hilfe.
Irgendwie gehört das auch zum Abnabelungsprozess nehme ich an, man muss akzeptieren, dass das kleine Wesen, dass man vor einigen Monaten aus sich raus gepresst hat kein Baby mehr ist, dass rund um die Uhr betreut werden muss, sondern ein kleines Kind, dass auch mal Dinge macht, die es eben gerne machen möchte und das ganz allein.
frau_baehr am 14. September 16
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936 - Immer wieder erklären müssen
Wir sind ziemlich exotisch, denn Herr Baehr geht ja länger als die üblichen zwei Monate in Elternzeit. Und das versteht der Rest der Welt nicht oder muss das extra kommentieren, dass es ja was besonderes ist. Schade, dass es so ist.
Einige finden es gut und loben uns für den Mut es so zu machen. Keine Ahnung, warum man da so viel Mut zu braucht. Ja, es wird für mich nicht ganz leicht sein das Baehrenkind nicht mehr den ganzen Tag um mich zu haben. Aber ob das nun nach acht Monaten oder einem Jahr passiert macht aus meiner Sicht keinen Unterschied. Und dass es mutig von Herrn Baehr ist länger weg zu bleiben finde ich immer unmöglich zu sagen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass ich länger aus dem Job wegbleiben kann, weil ich ja eine Frau bin. Da wird das so erwartet und keiner denkt daran, dass es auch meiner Karriere schaden könnte. Alle sind immer sehr erstaunt, wenn sie hören, dass tatsächlich ich diejenige bin, die Karrierechancen vertut, wenn sie länger daheim bleibt. Und ich bin auch diejenige, die Karriere machen möchte. Herr Baehr hat seinen festen Platz auf der Arbeit, keine Aufstiegsmöglichkeiten.
Es gibt sicher einige, die uns verurteilen, dass wir das machen. Das ich eine Rabenmutter bin, weil ich das Kind so früh alleine lasse. Keine Ahnung, warum immer vom alleine lassen gesprochen wird, wenn das Kind beim Vater ist, der sich genauso gut um sie kümmern kann wie ich. Denn was soll er nicht können, was nur ich kann? Stillen fällt mir da als einziges ein und das macht das Baehrenkind sowieso nur noch vorm einschlafen und nachts. Dafür isst sie viel zu gerne.
Sicherlich gibt es auch einige, die uns beneiden, weil wir es so machen und alle anderen den klassischen Weg gehen. Es ist so traurig, dass das nicht weiter gefördert wird. Deutschland wünscht sich mehr Familien, mehr Kinder. Dann muss es auch Kinder- und Familienfreundlicher werden. Und da müssen sich viele Arbeitgeber mal an die Nase packen und was tun.